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Regulierung des Versicherungsmarktes: Kein “one size fits all”

Insurance Europe, der Dachverband der nationalen Verbände der Versicherungsunternehmen Europas, warnt vor einer undifferenzierten Regulierung der europäischen Versicherungsmärkte. Diese führe zu höheren Kosten sowohl für Versicherer als auch für Versicherte, heißt es.

Der Dachverband plädiert für eine ausgewogene Regulierung, die einen Interessenausgleich zwischen Versicherten und Versicherern leistet.

Grundsätzlich sei eine Regulierung des Versicherungsmarktes für alle Beteiligten nützlich, insofern sie effektiven Verbraucherschutz leiste und die Versicherungsgesellschaften stimuliere, höhere Investitionen zu tätigen, teilt Insurance Europe in Brüssel mit.

Kontraproduktives “one size fits all”

Kontraproduktiv sei allerdings eine sogenannte “one size fits all”-Regulierung, die undifferenziert allen Ländern übergestülpt würde, da diese zu höheren Kosten für Versicherer und Verbraucher führen würde.

Zudem bestehe die Gefahr, warnt der Dachverband, dass die Auswirkungen ausstehender Regulierungsvorhaben, beispielsweise von Solvency II [1], im Vorfeld nicht genügend analysiert würden.

Dieses Versäumnis könne nicht nur negative Konsequenzen für Konsumenten und Versicherer haben, sondern für die europäische Wirtschaft insgesamt.

Analyse der aktiven Regulierung

Die Verbandsexperten geben weiter zu bedenken, dass es momentan noch unklar sei, wie stark die derzeitige Regulierung das Wachstum und die Stabilität der Versicherungsbranche beeinflusse, da hierzu noch keinerlei Analysen durchgeführt worden seien.

Angesichts der umfangreichen neuen Regulierungsinitiativen macht es laut Insurance Europe Sinn, in einem ersten Schritt die Effektivität der bereits implementierten Maßnahmen sowie ihren Einfluß auf das Wirtschaftswachstum in der Eurozone zu untersuchen. Erst danach sollten weitergehende Maßnahmen umgesetzt werden, heißt es. (nl)

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