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Welcher Versicherungsschutz für Studenten?

Der Bund der Versicherten (BdV) hat den bevorstehenden Start des Wintersemesters zum Anlass genommen, um über den geeigneten Versicherungsschutz für Studenten zu informieren. In der Altersvorsorge geben die Verbraucherschützer der staatlichen Rentenkasse den Vorzug gegenüber privaten Versicherungslösungen.

Für rund 507.000 junge Menschen beginnt im Oktober ein neuer Lebensabschnitt: das Studium. Neben Fragen rund um die Wohnungssuche oder den Studienlehrplan sollten sich Studenten auch mit ihrem Versicherungsschutz beschäftigen, empfiehlt der BdV.

Rund eine halbe Million junger Menschen nimmt im Oktober ein Studium an einer deutschen Universität auf. Bianca Boss, Pressereferentin des BdV, rät den Neuankömmlingen “an erster Stelle die existenziellen Risiken abzusichern”.

Studenten sollten sich aus Sicht des BdV insbesondere um eine Krankenversicherung bemühen sowie um eine Auslandskrankenversicherung, für den Fall, dass ein mehrmonatiger Auslandsaufenthalt geplant ist. Darüber hinaus seien ein Privathaftpflichtschutz und eine Absicherung des Berufsunfähigkeitsrisikos sinnvoll.

BdV setzt auf staatliche Rentenkasse

Versicherungen zur Altersvorsorge zählen aus Sicht des BdV nicht zu den empfehlenswerten Vorsorgeprodukten für Studenten: “Lernen ist rentabler als eine Versicherung”, sagt Boss. Denn wer nach einem erfolgreichen Studium gut verdiene, so die BdV-Repräsentantin, der zahle mehr in die Rentenkasse ein und habe dadurch mehr Spielraum für weiteres Sparen.

Krankenversicherungsschutz für Studenten gesetzlich vorgeschrieben

Im Hinblick auf die Krankenversicherung weisen die Verbraucherschützer darauf hin, dass ein Versicherungsschutz für Studenten gesetzlich vorgeschrieben ist. Wenn Studenten kein eigenes Einkommen haben und die Eltern gesetzlich versichert sind, dann sind Studenten laut BdV meist bis zum 25. Geburtstag beitragsfrei über die gesetzliche Krankenkasse der Eltern in der Familienversicherung mitversichert.

Sind die Eltern privatversichert, bestehe die Möglichkeit, dass sich Studierende günstig in einer gesetzlichen studentischen Krankenversicherung, privat über die Eltern oder auch in der privaten studentischen Krankenversicherung versichern. “Nur wer neben dem Studium ein eigenes Einkommen über 450 Euro monatlich hat, muss sich selbst versichern wie jeder andere, der eigenes Geld verdient”, teilt der Verein mit.

Seite zwei: “Nicht auf Privathaftpflicht und BU-Schutz verzichten” [1]

Auch die Privathaftpflichtversicherung bewerten die Verbraucherschützer als unverzichtbar. “Wer anderen einen Schaden zufügt, der haftet mit seinem Privatvermögen dafür – es sei denn, er hat eine Privathaftpflichtversicherung”, heißt es beim BdV. Nicht verheiratete Studenten seien dabei meist über die Versicherung ihrer Eltern bis zum Abschluss des ersten Studiums, spätestens bis zum 25. Lebensjahr, mitversichert.

Eine Bestätigung des Versicherers sollte aber eingeholt werden, so die Empfehlung, “denn bei manchen Tarifen gelten in besonderen Fällen auch Ausschlüsse”. Dies sei etwa dann der Fall, wenn Studenten nicht mehr bei den Eltern wohnen. Erst nach Abschluss des Erststudiums sei eine eigene Privathaftpflichtversicherung erforderlich.

“Nicht auf Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten”

Darüber hinaus rät der BdV Studenten, sich um eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu bemühen. Zwar wüssten Studenten oft noch gar nicht, welchen Beruf sie später ausüben oder halten eine Berufsaufgabe aus gesundheitlichen Gründen häufig für nicht vorstellbar. Dennoch sollten sie einen BU-Schutz abschließen, denn der Verlust der eigenen Arbeitskraft “stellt nicht nur das größte Risiko dar, auch die Folgen sind existenziell”, erklärt der BdV.

Seite drei: “Hausratversicherung nicht notwendig” [2]

Die Hausratversicherung gehört nach Meinung der BdV-Experten nicht zu den notwendigen Versicherungen. “Wenn Studenten noch zu Hause, in einem Studenten- oder Ausbildungswohnheim leben, ist der Hausrat über die Versicherung der Eltern mitversichert”, heißt es zur Begründung.

Anders sehe es aus, wenn Studenten einen eigenen Hausstand gründen oder in eine Wohngemeinschaft ziehen. Dann kann der Abschluss, so der BdV, sinnvoll sein – allerdings nur, “wenn wertvoller Hausrat seinen Platz dort findet”.

Auslandskrankenversicherung kann laut BdV sinnvoll sein

Studenten, die mehrere Monate im Ausland verbringen möchten, empfiehlt der BdV eine Auslandskrankenversicherung. Sie übernimmt die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht gedeckten Kosten für eine Heilbehandlung im Ausland sowie die Kosten für den medizinisch notwendigen Rücktransport.

Auch für diejenigen, die in einer privaten Krankenversicherung versichert sind, sei der Abschluss dieser Versicherung meist sinnvoll. Dies sei besonders dann der Fall, wenn von der privaten Krankenversicherung keine Kosten für den Rücktransport übernommen werden. (lk)

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