Visitenkarte: Unterschätztes Marketing-Instrument

In der Finanzbranche neigt man häufig zu einem Adjektiv-Dreiklang, wie zum Beispiel: „transparent, ehrlich, fair“. Bei solchen oder ähnlichen Dreiklängen, die gewiss in bester Absicht formuliert wurden, sollte sich die Frage stellen, wie dies beim Kunden ankommt.

Mögliche Interpretationen: „Warum schreibt dieser Mann das auf die Visitenkarte, davon sollte man doch bei jedem Finanzberater ausgehen?“ Oder: „und wo bitte ist da der Mehrwert zu anderen Finanzberatern?“

Passende Claims sollten sich auf die Spezialisierung der Person des Unternehmens beziehen: „Spezialist für private Krankenversicherung“ oder „Versicherungs- und Vermögensplanung für Berufsstarter“.

Profitipp: Wenn Sie sich auf zwei Bereiche spezialisiert haben, sollten Sie zwei Visitenkartenvarianten vorhalten. Oft rechnet sich dies schon mit der ersten Empfehlung. Beispiel: Sie sind Spezialist für Direktinvestments, wie Container, und Experte für betriebliche Altersvorsorge. Dann könnte auf der Visitenkarte 1 stehen „Spezialist für Container-Direktinvestments“ und auf der Karte 2 „Experte für betriebliche Altersvorsorge“.

Dem ein oder anderen mag dies zu dick aufgetragen erscheinen, aber fragen Sie sich selbst, wie Sie von Ihrem Kunden wahrgenommen werden möchten? Als Vermittler von Versicherungen aller Art oder als Experte für Kapitalanlagen oder bestimmte Versicherungen? Voraussetzung ist natürlich, dass Sie dem eigenen Anspruch auch nachkommen können.

Keine Experimente beim Layout

Wählen Sie eine übliche Visitenkartengröße und eine schlichte Papierfarbe. Der Dickebereich beim Papier sollte sich zwischen 250-350 Gramm bewegen. Für die Branche eher ungewöhnlich sind Visitenkarten auf Strukturpapier.

Versuchen Sie nicht Visitenkarten selber zu kreieren, auszudrucken und auszuschneiden. Dies geht mit Sicherheit nach hinten los. Es gibt mittlerweile Internetplattformen, auf denen Sie aus verschiedenen Designs auswählen und sich Ihre Visitenkarte individuell zusammenstellen lassen können. Diese sollten Sie nicht mehr als 30-40 Euro kosten.

Bei individuellen Wünschen, wie zum Beispiel die Verarbeitung eines Logos, suchen Sie sich eine/n selbständige/n Grafikdesigner/in. Die Gesamtkosten sollten dann trotzdem nicht wesentlich über 100 Euro für 250 Visitenkarten liegen.

André Wreth verantwortet als Geschäftsführer Solvium Capital die Bereiche Marketing, Produktkonzeption und Vertrieb.

Grafiken: Solvium / Shutterstock

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