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Vollmachten und Pflege: Unterstützung bei unbequemen Themen

Die Deutschen haben vor kaum etwas mehr Angst als zum Pflegefall zu werden und die Angehörigen zu belasten. Finanziell, zeitlich und natürlich auch emotional. Für Berater ergibt sich in Anbetracht einer stetig wachsenden Zielgruppe ein existenziell wichtiges Betätigungsfeld.

Gastbeitrag von Matthias Schmutzler, DV Deutsche Vorsorgedatenbank AG

Vollmacht [1]

“Den Kunden in Bezug auf Vollmachten kompetente Hilfe und Unterstützung anzubieten schafft nicht nur neue Möglichkeiten im ureigenen Geschäftsgebiet sondern sorgt auch für qualifizierte Empfehlungen.”

Die Themen Pflege [2] und Pflegevorsorge [3] bestimmten in den letzten Wochen die Fachmedien. Erstaunliches war da zu lesen. Offensichtlich haben die Deutschen vor kaum etwas mehr Angst als zum Pflegefall zu werden und die Angehörigen zu belasten.

Kaum Vorsorge trotz Angst

Und doch wird im Bereich der privaten Pflegeversicherung trotz vielfältiger Möglichkeiten kaum Vorsorge getroffen. Dies bestätigen aktuelle Informationen zum Thema Vorsorgevollmacht. Die Mehrheit der Bevölkerung gibt sich noch immer der trügerischen Hoffnung hin, dass im Notfall automatisch Familienmitglieder oder nahe Angehörige die Vertretung übernehmen können. Und auch die gut Informierten tun sich oft schwer, diese Angelegenheit für sich zu klären.

Sicher spielt eine gewisse Schwellenangst vor Notar- und Anwaltskanzleien sowie die nicht  immer unbegründete Sorge vor hohen Kosten eine Rolle bei der geringen Zahl an vorhandenen Vorsorgevollmachten. Offensichtlich werden in beiden Bereichen Entscheidungen, die eigene Existenz betreffend, möglichst lange in die Zukunft verschoben. Man ahnt, dass dies nicht gut gehen kann; hofft aber, der Blitz schlägt beim Nachbar ein. Es gibt dafür einen Begriff: Prokrastination.

Existenziell wichtiges Betätigungsfeld für Berater

Für Finanzdienstleister [4] ergibt sich in Anbetracht einer stetig wachsenden Zielgruppe ein interessantes, umfangreiches und existenziell wichtiges Betätigungsfeld. Den Kunden gerade bei diesen unbequemen Themen kompetente Hilfe und Unterstützung anzubieten schafft nicht nur neue Möglichkeiten im ureigenen Geschäftsgebiet sondern sorgt auch für qualifizierte Empfehlungen.

Die Erfahrung zeigt, dass diejenigen, die per Vorsorgevollmacht insbesondere die nächsten Angehörigen vor zusätzlichen emotionalen Belastungen im Fall der Fälle bewahren möchten, auch offen für Gespräche über die finanziellen Konsequenzen einer persönlichen Geschäftsunfähigkeit sind.

Seite zwei: Vorsorgevollmacht guter Gesprächseinstieg [5]

In diesem Zusammenhang sind nicht nur Informationen und Beratung über die finanziellen Auswirkungen eines Pflegefalls naheliegend, auch die anderen biometrischen Risiken können konsequent besprochen werden.

Denn es liegt auf der Hand: wird eine Vorsorgevollmacht wirksam, hat sich das Leben dramatisch verändert. Abgesehen von altersbedingten Erkrankungen tritt dieser Fall eben meist akut und plötzlich auf.

Mit wertvollen Informationen beim Kunden punkten

Die Bereitschaft dieses Fachgebiet in die tägliche Arbeit einfließen zu lassen und den eigenen Service entsprechend zu erweitern ist unserer Erfahrung nach enorm groß. Langfristig stellt sich die Frage, ob im Personengeschäft tätige Makler [6] und Vermittler auf diesen Service verzichten können.

Inzwischen gibt es mehrere Unternehmen am Markt, die Finanzdienstleister und deren Kunden bei der Erstellung von Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen [7] professionell unterstützen. Dabei haben verschiedene unternehmerische Ausrichtungen immer das Ziel, rechtssichere Vorsorgedokumente durch Anwälte erstellen zu lassen.

Der Autor Matthias Schmutzler ist seit Juli 2013 Vorstand der Deutschen Vorsorgedatenbank AG.

Fotos: DV Deutsche Vorsorgedatenbank AG / Shutterstock