Anzeige
2. Juli 2015, 08:09
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Netto-Tarif mit Aldi-Produkt vergleichbar”

Michael Dreibrodt ist Vorstandsvorsitzender der myLife Lebensversicherung aus Göttingen. Er äußert sich zur Bedeutung von Netto-Tarifen und zur Zukunft der Honorarberatung hierzulande.

Netto-Tarife

“Einen Netto-Tarif können Sie in etwa mit einem Produkt vergleichen, das sie bei Aldi oder Lidl kaufen können: Topqualität zum günstigen Preis, weil man auf aufwendige Verpackungen und exklusive Produktpräsentationen verzichtet”.

Cash.: Vonseiten der Branche gibt es den Vorwurf, dass eine umfassende Honorarberatungsleistung gar nicht stattfinden könne, weil es nur ein gutes Dutzend Anbieter von Netto-Tarifen gibt. Wie stehen Sie hierzu?

Dreibrodt: Zunächst einmal kann eine Beratung völlig losgelöst von Produkten geschehen und kann ja auch isoliert vergütet werden. Wenn zusätzlich ein geeignetes Produkt beschafft werden soll – und dies ist natürlich häufig die Realität – gilt, dass die Honorarberatung als vergleichsweise junger Geschäftszweig bisher noch nicht für alle Bedürfnisse in jedem Bereich die passenden Lösungen anbieten kann. So gibt es etwa im Bereich der Krankenversicherung noch keine ausreichende Lösung. Auch bei Sachversicherungen besteht von der Produktseite her noch das ein oder andere Defizit, wenn es um spezielle Deckungen geht. Das wird sich aber ändern. Sie werden sehen: Je mehr sich die Honorarberatung durchsetzt, desto mehr Netto-Angebote werden auf den Markt kommen. Das ITA-Institut hat Ende 2014 eine Untersuchung über die Leistungen und Kosten von Honorartarifen bei Rentenversicherungen der dritten Schicht in Deutschland durchgeführt. Allein an dieser extrem produktfokussierten Untersuchung haben sich bereits 14 Lebensversicherungsunternehmen beteiligt.

Inwieweit wäre eine gesetzliche Verpflichtung der Versicherer zum Angebot von Netto-Tarifen zielführend?

Die Unternehmen sind bereits ausreichend mit regulatorischen Zwängen belegt. Eine gesetzliche Verpflichtung ist nicht zwangsläufig notwendig, da der Markt von allein entsteht. Viel wichtiger ist eine flächendeckende Aufklärung der Verbraucher über das Thema Honorarberatung und das Ausräumen des Vorurteils, es handle sich hierbei um eine Beratungsform für Reiche und Vermögende. Einen Netto-Tarif können Sie in etwa mit einem Produkt vergleichen, das sie bei Aldi oder Lidl kaufen können: Topqualität zum günstigen Preis, weil man auf aufwendige Verpackungen und exklusive Produktpräsentationen verzichtet. Ein wichtiger Unterschied besteht natürlich darin, dass der Verbraucher einen Berater zur Seite hat, der ihn bei der Analyse seines Bedarfs und der Produktauswahl berät und diese Leistung separat und transparent vergütet wird. Fazit: Die wahrnehmbaren Vorteile für den Verbraucher werden den Markt eher entstehen lassen als weitere gesetzliche Verpflichtungen.

Seite zwei: “Honorarberatung ist der richtige Weg”

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 8/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Durchstarter Indien – Führungskräfte absichern – Bausparen – US-Immobilien


Ab dem 20. Juli im Handel.

Cash. 7/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

US-Aktien – Unfallpolicen – Altersvorsorge – Ferienimmobilien

+ Heft im Heft: Cash.Special Vermögensverwaltende Fonds

Versicherungen

Renteneintrittsalter leicht gestiegen

Arbeitnehmer in Deutschland sind nach einem Medienbericht 2016 etwas später in Rente gegangen als im Vorjahr. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter sei von 64 auf 64,1 Jahre gestiegen, schreibt die “Rheinische Post” (Samstag) unter Berufung auf Daten der Deutschen Rentenversicherung.

mehr ...

Immobilien

Immobilienboom im Norden hält an

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein registriert im Norden eine deutlich stärkere Nachfrage nach Förderdarlehen für Bau, Kauf, Modernisierung oder Sanierung von Häusern und Wohnungen. Insbesondere der soziale Wohnungsbau zog an.

mehr ...

Investmentfonds

Urlaub von der Geldanlage?

Während die Menschen jetzt in Urlaub fahren und Erholung suchen kennt die Börse keine Pause. Wer verwaltet also die Depots der Kunden, wenn der Berater im Urlaub ist? Ein Gastbeitrag von Michael Jensen, Moventum

mehr ...
21.07.2017

Trendwende bei Gold

Berater

Conceptif meldet Erlösplus

Die Hamburger Conceptif-Gruppe hat eigenen Angaben zufolge im Geschäftsjahr 2016 von der anhaltend positiven Marktentwicklung bei privaten und gewerblichen Sachversicherungen profitiert. Demnach konnte die Gruppe deutliche Zuwächse bei den Umsatzerlösen und beim Ergebnis erzielen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Fondsbeteiligung: Was geschieht bei Tod des Anlegers?

Das durchschnittliche Alter von Fondsinvestoren ist vergleichsweise hoch. Daher sind Erbfälle mit Anteilen an geschlossenen Fonds keine Seltenheit. Was geschieht jedoch mit einer Fondsbeteiligung im Todesfalle eines Anlegers?

mehr ...

Recht

Laufende Bestandsprüfungen keine Maklerpflicht

Makler sind nicht dazu verpflichtet turnusmäßige Gespräche mit ihren Kunden zu führen oder bei der Übernahme laufender Verträge in die Betreuung eine Risikoanalyse durchzuführen. Dies gilt jedenfalls, wenn kein konkreter Anlass vorliegt, so das OLG Frankfurt. Gastbeitrag von Jürgen Evers, Kanzlei Blanke Meier Evers Rechtsanwälte

mehr ...