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PKV-Unternehmensrating: Morgen & Morgen präsentiert Gewinner und Verlierer

Die privaten Krankenversicherer (PKV) in Deutschland sind trotz eines schwierigen Umfelds weiterhin gut aufgestellt. Zu dieser Einschätzung kommt Peter Schneider, Geschäftsführer des Hofheimer Analysehauses Morgen & Morgen (M&M), auf Basis des diesjährigen M&M Rating KV-Unternehmen. Allerdings zeigen die Ergebnisse, dass einige Anbieter deutlich besser aufgestellt sind als andere.

“Durch die Integration von fünf Jahrgängen garantiert das Ergebnis einen fundierten Branchenüberblick und gewährleistet die Qualität des Ratings”, sagt Peter Schneider, Geschäftsführer von Morgen & Morgen.

Laut dem aktuellen Rating von Morgen & Morgen haben sich sechs der insgesamt 30 untersuchten privaten Krankenversicherer gegenüber dem Vorjahr verbessert, fünf Versicherer stehen hingegen schlechter da. Verbessern konnten sich demnach die Gesellschaften Deutscher Ring, Hallesche, Arag, Central, Universa und Gothaer (um jeweils einen Stern). Einen Stern weniger weisen in diesem Jahr die Anbieter DEVK, Concordia, Continentale und Nürnberger auf (siehe Tabelle).

Diesmal erreichen nur vier statt fünf Gesellschaften die Top-Bewertung

Die Bestnote von fünf Sternen (“ausgezeichnet”) erreichten in diesem Jahr nur vier Unternehmen – eines weniger als 2014. Die Anzahl der “sehr guten” Gesellschaften mit vier Sternen stieg von fünf aus sieben. Unverändert blieb die Anzahl der durchschnittlichen Bewertungen – zehn Anbieter erhielten drei Sterne. Mit “schwach” (zwei Sterne) schnitten acht Gesellschaften ab (2014: neun), unverändert blieb die Anzahl der mit “sehr schwach” bewerteten Häuser: Dreimal vergab Morgen & Morgen nur einen Stern.

Aktuelles Rating weist deutlich mehr Bewegung auf als im Vorjahr

Das Gesamtergebnis der Untersuchung verdeutliche, so die Analysten, welches Unternehmen “in dieser schwierigen Situation einen Weg gefunden hat, die besten Lösungen für das eigene Unternehmen zu eruieren und umzusetzen”. So zeige das diesjährige Ratingergebnis im Vergleich zum sehr stabilen Ergebnis im Vorjahr “deutlich mehr Bewegung”.

Zum fünften mal hintereinander hat Morgen & Morgen [1] jeweils zehn Bilanzkennzahlen der privaten Krankenversicherer auf einer Fünfjahresbasis (2010 bis 2014) analysiert. Dabei zeigt sich, dass die anhaltende Niedrigzinsphase die Versicherungsbranche “weiterhin stark beeinflusst”, erklären die Analysten: In 2014 lag die Nettoverzinsung im Schnitt bei unter vier Prozent.

Seite zwei: Weiterhin positiver Verlauf bei Sicherheitsmitteln [2]

Elf Anbieter schneiden “schwach” oder “sehr schwach” ab.

“Einige Versicherer mussten den Rechnungszins in Bestandsverträgen senken und somit die Beiträge erhöhen, da ihr aktuarieller Unternehmenszins – also die Prognose über den zukünftigen Kapitalanlageerfolg – unter 3,5 Prozent lag”, heißt es bei Morgen & Morgen. Der Rechnungszins im Neugeschäft von 2,75 Prozent trage ebenfalls der Niedrigzinsphase Rechnung und führe zu einem langsamen Sinken des durchschnittlichen Rechnungszinses im Bestand.

Neugeschäft der Vollversicherung war 2014 rückläufig

“Das Neugeschäft der Vollversicherung war 2014 rückläufig”, konstatieren die Analysten. Grund für das verhaltene Wachstum sei neben der Abkehr der PKV-Versicherer vom Niedrigpreissegment die konjunkturelle Entwicklung, aufgrund der es eine Verschiebung von Selbstständigen hin zu Angestellten gab. Auch bei den Zusatzversicherungen sei das Wachstum “regressiv”, jedoch im positiven Bereich.

Weiterhin positiver Verlauf bei Sicherheitsmitteln

Trotz des verhaltenem verhaltenen Wachstums und der Kapitalmarktkrise zeigten jedoch die Sicherheitsmittel weiterhin einen positiven Verlauf. Die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB), die als Puffer zur Vermeidung von Beitragsanpassungen dient, konnte laut M&M weiterhin einen wachsenden Trend vorweisen (siehe Grafik). Genauso habe sich auch die positive Entwicklung bei der Eigenkapitalquote fortsetzen können. Solvency II und die damit inkludierten erhöhten Eigenkapitalanforderungen seien hier maßgeblich ausschlaggebend, heißt es. (lk)

Quelle: Morgen & Morgen, Stand: August 2015

Foto: Andreas Varnhorn