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Verbraucher sind klüger als viele denken (oder: Wer hat Angst vorm Bi-Ba-Butzemann?)

Ungezogenen kleinen Kindern drohten Eltern früher mit dem Schwarzen Mann. Ein Schreckgespenst als Erziehungsmittel gewissermaßen. Gottseidank sind diese Zeiten lang vorbei. Nur in einem Berufsstand lebt dieses antiquierte Bild der Maßregelung offenbar weiter: nämlich bei einigen Verbraucherschützern.

Kolumne von Martin Gräfer, Versicherungsgruppe die Bayerische

Martin Gräfer: “Die Vergütung der Vermittler spielt bei der Auswahl von Versicherungen keine bedeutende Rolle”.

Denn manche Vertreter dieser Gruppe haben ein Menschenbild im Kopf, nach dem Erwachsene in Geschäftsdingen genauso wie Kinder behandelt werden müssen, die zu unwissend und unerfahren sind und deshalb von der bösen Bi-Ba-Butzewelt da draußen geschützt werden sollen.

Ob die Bürger diese Bevormundung tatsächlich wollen oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Und ob der selbsternannte Erzieher sein Arbeitsgebiet wirklich beherrscht, ist auch egal.

Verbraucherschutz wichtige Errungenschaft

Selbstverständlich ist Verbraucherschutz [1] eine wichtige Errungenschaft in Deutschland, die ihre Berechtigung hat. Die Frage bleibt aber, vor was und wem sollen die Bürger sinnvollerweise geschützt werden – und warum?

Geradezu grotesk wird es auf dem Feld der Versicherungen. Hier lautet die gängige Meinung von Verbraucherschützern, die in den Tarifen eingerechneten Beratungskosten seien Teufelszeug. Quasi eine Giftpille, die dem Kunden untergeschoben werde und die später zu einem bösen Erwachen führe.

Glücklicherweise ist die Welt anders. Eine umfangreiche bevölkerungsrepräsentative Studie hat jetzt eine einfache Wahrheit zutage gefördert: Versicherungskunden sind klüger als viele denken.

Seite zwei: Vergütung spielt bei der Versicherungswahl keine bedeutende Rolle [2]

In der Deutschlandumfrage ist die Versicherungsgruppe die Bayerische gemeinsam mit Professor Dr. Matthias Beenken von der Fachhochschule Dortmund der Frage nach den Motiven für einen Versicherungsabschluss [3] nachgegangen.

Vergütung spielt bei der Versicherungswahl keine bedeutende Rolle

Das wichtige Ergebnis: Die Vergütung der Vermittler [4] spielt bei der Auswahl von Versicherungen keine bedeutende Rolle. Und Versicherungen werden nur selten einfach so abgeschlossen. Das gilt für Lebens- oder Krankenversicherungen [5] mit hohen Abschlussprovisionen ebenso wie für einfache Sachversicherungen.

60 Prozent der Deutschen ist bewusst, dass die Vergütung eines Vermittlers in den Versicherungsprämien enthalten ist. Ebenfalls eine Mehrheit hat eine realistische oder sogar übertriebene Vorstellung von der Höhe dieser Vergütung.

Und 62 Prozent der Befragten hätten die Versicherung selbst dann abgeschlossen, wenn der Vermittler eine deutlich höhere Vergütung erhalten hätte.

Damit ist auch die These von Verbraucherschützern widerlegt, Kunden seien schlecht informiert und würden aus Unkenntnis der Kosten falsche oder unnötige Produkte wählen.

Alle sollten solche Fakten einfach zur Kenntnis nehmen und danach handeln – und den Bi-Ba-Butzemann in der Mottenkiste lassen.

Der Autor Martin Gräfer ist Vorstand der Versicherungsgruppe die Bayerische.

Foto: die Bayerische