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“Es geht nicht um irgendwelche materiellen Produkte, sondern um Menschen”

Roland Roider, Vorstand der Haftpflichtkasse Darmstadt, spricht im zweiten Teil des Interviews mit Cash. über die besonderen Anforderungen der Betriebshaftpflicht im Heilwesen sowie im Pflegebereich und erklärt, was einen guten Haftpflicht-Tarif auszeichnet.

“Warteschleifen und endloses Weiterverbinden gibt es bei der Haftpflichtkasse nicht.”

Cash.: Die Gewerbeversicherung erstreckt sich von der Betriebshaftpflicht über die Maschinenversicherung bis hin zur Absicherung von Cyber-Risiken. Welche Schwerpunkte setzt die Haftpflichtkasse Darmstadt in ihrer Produktstrategie?

Roider: Die Haftpflichtkasse Darmstadt ist in Sachen Gewerbeversicherung ein Spezialist am deutschen Markt. Wie es unser Name in diesem Fall treffend suggeriert, sind wir grundsätzlich auf das Thema Betriebshaftpflicht fokussiert – mit Schwerpunkten im Heilwesen sowie im Pflegebereich. Wir bieten zum einen maßgeschneiderte Absicherungen für Gesundheitsfachberufe, Schönheitspflegebetriebe sowie Reha- und Kurkliniken, schützen aber vor allem die Betreiber von Pflege- und Altenheimen vor den besonderen Haftungsrisiken in ihren Einrichtungen. Wir sprechen da gerade bei Letzteren von einem sehr sensiblen und – gerade im Schadenfall – sehr komplexen Umfeld, das auf Seiten des Versicherers sehr große fachliche Expertise und viel Erfahrung erfordert. Als Anbieter, der schon seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet unterwegs ist, bringen wir genau das mit – und haben da auch mit Sicherheit einen Wissensvorsprung vor dem ein oder anderen Mitbewerber. Nicht ohne Grund sind wir bei der Haftpflichtversicherung für Alten- und Pflegeheime [1] mit einem Bestand von knapp 15,5 Millionen Euro einer der führenden Anbieter in Deutschland.

Auf was kommt es denn bei der Haftpflichtversicherung in diesem speziellen Umfeld an? Was macht da einen guten Tarif aus?

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, über welche Risiken wir in Alten- und Pflegeheimen eigentlich sprechen. Anders als in anderen Branchen geht es dort ja nicht um irgendwelche materiellen Produkte, sondern um Menschen. Typische Schadenszenarien sind deshalb Personenschäden – vor allem Sturzfälle oder Gesundheitsschäden durch vermeintliche Pflegemängel –, die sich finanziell zumeist in ganz anderen Dimensionen bewegen als ein reiner Sachschaden. Eine hohe Versicherungssumme von fünf oder besser zehn Millionen Euro halte ich deshalb für unbedingt notwendig. Ebenfalls anschauen sollte man sich, ob der Versicherer einem Teilungsabkommen angehört oder nicht. Das kann sich nämlich signifikant auf die Höhe des Beitrags auswirken: Gesellschaften wie die Haftpflichtkasse, die Schadenfälle ausschließlich nach der Sach- und Rechtslage abwickeln und sich die Kosten nicht automatisch mit der Krankenkasse teilen, haben in der Regel geringere Schadenaufwendungen und geben diesen Vorteil an die Versicherungsnehmer weiter. Nicht aus den Augen verlieren sollte man schließlich auch den Versicherungsumfang: Manche Anbieter bieten nur einen sehr eng gefassten, ausschließlich auf das gewerbliche Risiko ausgerichteten Schutz, andere decken auch die allgemeinen Umweltrisiken mit ab.

Seite zwei: Digitalisierung im gewerblichen Geschäft noch kein großes Thema [2]

Auch als spezialisierter Anbieter haben Sie es sicherlich mit facettenreichen Kunden zu tun. Wie stellen Sie sich auf, dass sowohl der Existenzgründer als auch der Großbetrieb mit seinen individuellen Bedürfnissen optimal betreut wird?

In unserem gewerblichen Segment arbeiten wir schon seit Jahrzehnten sehr eng und vertrauensvoll mit hochspezialisierten Vermittlern zusammen. Diese wiederum kennen ihre Kunden natürlich sehr gut, sind oft direkt vor Ort und gewährleisten so in Abstimmung mit uns eine individuelle Betreuung. Aber auch wir sind für die Versicherungsnehmer natürlich immer ansprechbar! Unsere Mitarbeiter in den Fachabteilungen sind hervorragend ausgebildet, zeichnen sich – gerade in unseren gewerblichen Schwerpunktfeldern – durch ihre hohe Fachkompetenz aus und können so mit Vermittlern und Endkunden nicht nur auf Augenhöhe sprechen, sondern deren Anliegen und Probleme in der Regel auch unmittelbar klären. Und vor allem sind unsere Experten immer direkt erreichbar – das gilt sowohl für die einzelnen Fachbereiche als auch für unser Service-Center. Warteschleifen und endloses Weiterverbinden gibt es bei der Haftpflichtkasse nicht.

Im gewerblichen und industriellen Bereich schreitet die Digitalisierung und die Internationalisierung weiter voran. Wie gedenken Sie, den wachsenden Informationsbedarf der Makler zu decken, damit diese die Unternehmen in einem herausfordernden Umfeld professionell begleiten können?

Das Schlagwort Digitalisierung ist in unserer Branche derzeit in aller Munde. Dennoch stellen wir immer wieder fest, dass das gerade in unserem gewerblichen Geschäft noch kein großes Thema ist. In der Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspartnern stehen dort nach wie vor der persönliche Kontakt und Austausch im Mittelpunkt – was mit Sicherheit auch viel mit der oft sehr speziellen und komplexen Materie zu tun hat. Dieser Erwartungshaltung der Vermittler tragen wir auf allen Ebenen Rechnung: mit direkt erreichbaren und kompetenten Ansprechpartnern, mit individuellen und fachlich fundierten Unterlagen, mit kurzen Reaktionszeiten bei Angebotsabfragen ebenso wie im Schadenfall, mit einem Extranet, in dem die Makler alle relevanten Bestandsinformationen auf einen Blick verfügbar haben, und mit regelmäßigen Präsentationen vor Ort.

Interview: Frank Milewski

Foto: Haftpflichtkasse Darmstadt

Lesen Sie hier den ersten Teil des Interviews mit Roland Roider. [3]