Brexit: Versicherer bestürzt über EU-Austritt

Einen Abschied aus dem Versicherungsgeschäft in Großbritannien können sich weder die Allianz, noch die Munich Re, Talanx oder der Schweizer Versicherer Zurich vorstellen. „Wir bekennen uns weiterhin zu dem britischen Markt und unseren Kunden im Vereinigten Königreich“, sagte der Allianz-Sprecher. Auch für die Munich Re bleibe das Land ein wichtiger Markt, sagte Finanzchef Jörg Schneider dem Sender Bloomberg TV. Der Versicherer Zurich sieht Großbritannien sogar als „Schlüsselmarkt“ für sein Geschäft.

Talanx will weiter in Großbritannien expandieren

Der Versicherer Talanx aus Hannover, zu dem neben Marken wie HDI und Targo Versicherung auch die Mehrheit am weltweit drittgrößten Rückversicherers Hannover Rück  gehört, will sein Geschäft in Großbritannien trotz des bevorstehenden EU-Austritts weiter ausbauen. Der Brexit bringe für Talanx keine wesentlichen Veränderungen, sagte Finanzvorstand Immo Querner. Wirtschaftlich werde vieles zwar unübersichtlicher. Die Aktien-, Anleihen- und Währungsmärkte dürften sich nach zunächst stärkeren Schwankungen aber mittel- bis langfristig wieder normalisieren.

Deutscher Versicherungsverband: „Nicht in Schockstarre verfallen“

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rief die EU zu Reformen auf. „Mit Blick auf den inneren Zusammenhalt, aber auch auf die schnell wachsenden Regionen außerhalb Europas muss die Wettbewerbsfähigkeit nun endlich gestärkt werden“, sagte GDV-Präsident Alexander Erdland. Man dürfe jetzt nicht in eine „Schockstarre“ verfallen. Die Entscheidung der Briten sei schmerzlich für alle Europäer. Der Staatenbund müsse seinen „vielfach überbordenden Regulierungseifer“ beenden. Die Menschen müssten die Vorteile stärker spüren, die ein vereintes Europa in der Welt habe, sagte Erdland. (dpa-AFX)

Foto: Munich Re

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