30. November 2016, 12:30
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Honorare und Provisionen nach der IDD-Umsetzung

Das Verbot soll nicht greifen, wenn die Sondervergütung dauerhaft zur Leistungserhöhung oder Prämienreduzierung verwendet wird, da dies keine “Fehlanreize für Verbraucher” schaffe. Was als dauerhaft gelten soll, sagt der Entwurf nicht. Er überlässt die Frage der Rechtsprechungsentwicklung und hindert so die Modellierung von Geschäftsmodellen. Ist der Kunde selbst Vermittler, gilt das Provisionsabgabeverbot nicht (Paragraf 48b Abs. 3 VAG-E), sofern keine Umgehungsabsicht vorliegt. Möglich bleiben auch Tippgeberleistungen für Kunden, die potentielle Interessenten nennen.

Die Provision

Die Provision wird durch Paragraf 48a VAG-E reguliert. Die Norm verpflichtet Versicherer, Interessenkonflikte generell zu meiden und bezogen auf die Vergütung jegliche Anreize auszuschließen, die Vermittler dazu bewegen könnten, dem Kunden teurere Produkte zu empfehlen, statt solcher, die dem Kundenbedarf besser entsprechen. Verkaufszielvorgaben für gebundenen Vertrieb und Volumenprovisionen oder Staffelcourtagen bleiben erlaubt, sofern sie nicht dazu führen können, dass Vermittler wegen der Vergütungszusage das Kundeninteresse verletzen.

Unvermeidbare Interessenkonflikte muss der Versicherer offenlegen, der Vermittler muss den Kunden hierüber informieren. Dass der Gesetzgeber schließlich den Ausnahmetatbestand des Paragraf 6 Abs. 6 VVG gestrichen hat, der Versicherer bei maklervermittelten Verträgen von der Beratungspflicht frei stellte, könnte von Versicherern zum Anlass genommen werden, die Courtage mit dem Argument zu kürzen, die Beratungspflicht bestehe fort. Wird der Entwurf insoweit Gesetz, könnte er sich so negativ auf die Courtage auswirken.

Autor sind Rechtsanwalt Jürgen Evers und Rechtsanwalt Sascha Alexander Stallbaum, Kanzlei Blanke Meier Evers Rechtsanwälte.

Foto: Kanzlei Blanke Meier Evers / Shutterstock

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1 Kommentar

  1. Na ja , das nennt man wohl Abbau der Bürokratie !
    Statt die bestehenden Regelungen für zigtausende Versicherungsvermittler und Makler klarer zu fassen wird unter dem Leitgedanke des Wettbewerbs für 304
    Honorarberater ein Verwaltungsmonster ungeahnten Ausmassses geschaffen, das mehr verwirrt als hilft.
    Statt Dinge zu vereinfachen werden höchst komplexe Strukturen geschaffen, die vermutlich keinem wirklich helfen.
    Statt einem neuen unübersichtlichen Werk sollte man die Trennlinien zwischen Honorarberatung und Vermittlung klar und eindeutig ziehen. Wie immer wenn man versucht den EU ( Europäischen Unsinn ) in nationales Recht zu übertragen schafft man es alles nur noch komplizierter zu machen.
    Werft die Technokraten in Brüssel endlich raus und weicht nicht fortlaufend bestehende nationale Rechtsthemen auf. Für eine lächerliche Minderheit von 304 Honorarberatern macht man einen derartigen Zirkus. Als Beispiel kann man den ebenso fehlerhaften Ansatz in Sachen Stromliberalisierung anführen, hier wird auch auf den Wettbewerb gesetzt und wie ersichtlich war und ist es eine massive Fehleinschätzung, kaum ein Kunde zahlt heute weiniger als vorher.
    Der Vermittler und Makler vermittelt und erhält die Courtage vom Versicherer. Bei Finanzdienstleistern werden diese Zuwendungen offengelegt und es wird klar gestellt, wer den Vermittler vergütet und in welcher Höhe. Mehr braucht es wirklich nicht. Versicherungsvermittlung ist kein Teppichmarkt in Hinteranatolien sondern durchaus auch das Hohe Lied im Umgang mit Existenzen. Aus meiner täglichen Praxis im Zusammenhang mit Pensionszusagen ist eines klar, trotz oftmals desolatem Zustand der PZ ist der Kunde nicht bereit für die Analyse und anschließende Beratung auch nur einen Cent Honorar zu bezahlen, hier erwartet man vom Berater diese als vorgeschaltete kostenfreie Dienstleistung.

    Kommentar von Uwe Hummel — 1. Dezember 2016 @ 10:27

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