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“Diskussion über Pflegereform hilft Maklern im Beratungsgespräch”

Dr. Gerd Sautter, Vorstand Württembergische Krankenversicherung AG und Rainer Gelsdorf, Geschäftsführer Württembergische Vertriebsservice GmbH, sprechen im zweiten Teil des Cash.-Interviews über die positiven Effekte des Pflege-Bahrs. (Teil I [1])

Gerd Sautter (li.) und Rainer Gelsdorf: “Die Ausgestaltung der Dynamisierung gibt es in den unterschiedlichsten Ausprägungen, wobei ein Teil davon eher ungeeignet für den Verbraucher ist.”

Cash.: Inwieweit eignet sich der Pflege-Bahr als “Startrampe” im Beratungsgespräch?

Gelsdorf: Der Pflege-Bahr [2] hat 2013 mit seiner Einführung für eine größere mediale Präsenz des Themas Pflege gesorgt. Den gleichen Effekt hat die aktuelle Diskussion über die Pflegereform der Bundesregierung – und genau das hilft unseren Maklern im Beratungsgespräch. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit privater Pflegevorsorge stellt sich erst langsam ein, gleichzeitig haben sich die Tarife am Markt in den letzten Jahren deutlich verbessert. Noch haben zu wenige Menschen eine Pflegeversicherung [3] abgeschlossen, aber das wird sich in den kommenden Jahren ändern.

Die Württembergische Krankenversicherung bietet eine Pflegezusatzversicherung mit vier Deckungskonzepten an. Was steckt dahinter und wie sind Sie damit im Wettbewerb positioniert?

Sautter: Unsere Tarife bieten jedem Kunden die passende Absicherung. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen dadurch, dass der eine in allen drei Pflegestufen [4] leistet, ein anderer lediglich in Pflegestufe II und III und der dritte nur in Pflegestufe III. Unser Tarif PTPU schließlich ist unser Premiumprodukt mit vielen zusätzlichen Leistungen wie zum Beispiel der Leistung in Pflegestufe 0. Er überzeugt durch ein vorzügliches Preis-Leistungs-Verhältnis, was uns unabhängige Ratingagenturen wie Franke und Bornberg sowie Produkttests namhafter Medien wie Finanztest [5], Focus-Money oder Handelsblatt bestätigen.

Seite zwei: “Nur vier Prozent haben eine private Vorsorge getroffen” [6]Nicht selten wird von Maklern Kritik an der mangelnden Möglichkeit zur Dynamisierung der Tarife geäußert. Wie fällt Ihre Replik zu diesem Sachverhalt aus?

Gelsdorf: Betrachtet man die Pflegetagegeldtarife, die aktuell am Markt angeboten werden, so ist in den meisten Tarifen eine Dynamisierung verankert. Grundsätzlich wirken die Versicherer damit einer Abwertung des vereinbarten Tagessatzes infolge der Inflation entgegen. Die Ausgestaltung der Dynamisierung gibt es allerdings in den unterschiedlichsten Ausprägungen, wobei ein Teil davon eher ungeeignet für den Verbraucher ist. Eine sinnvolle Dynamisierung des Tagegeldes, wie wir sie in unserem Tarif PTPU verankert haben, sollte stets automatisch erfolgen, keine Begrenzungen auf jegliche Höchstalter beinhalten und natürlich auch im Leistungsfall weiterlaufen. Nur so sind zum Beispiel auch pflegebedürftige Kinder [7]langfristig und ausreichend geschützt. Zusätzlich haben unsere Kunden in dem Tarif PTPU noch den Vorteil, dass sie im Leistungsfall schon ab Pflegestufe 0 keinen Beitrag mehr leisten müssen und dennoch Anspruch auf die Dynamisierung ihres Tagegeldes haben.

Wann rechnen Sie mit dem Durchbruch für die privat finanzierte Pflegevorsorge?

Sautter: Derzeit scheint es tatsächlich so zu sein, dass der Großteil der Bevölkerung sich noch nicht mit dem wichtigen Thema der Absicherung im Pflegefall auseinandergesetzt hat. Nur so ist es zu erklären, dass bisher lediglich circa vier Prozent der deutschen Bevölkerung eine private Vorsorge für den Pflegefall getroffen haben. Um dies zu ändern, wird es in Zukunft umso wichtiger sein, die Menschen über das Thema Pflege zu informieren und ihnen Lösungen wie die private Pflegeversicherung [8] aufzuzeigen.

Interview: Lorenz Klein

Foto: W&W