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Insurance Europe: PRIIPs-Entwurf für Verbraucher irreführend

Der Dachverband der nationalen Verbände der Versicherungsunternehmen Europas, Insurance Europe, kritisiert die Vorschläge der europäischen Aufsichtsbehörden zur Umsetzung der Verordnung über verpackte Anlageprodukte – die sogenannten PRIIPs.

Zwei wichtige Aspekte werden laut Insurance Europe durch den Entwurf nicht korrekt berücksichtigt: Kosten und Risiken der PRIIPs.

Nachdem bereits Kritik vom deutschen Fondsverband BVI [1] laut wurde, wonach die vorgeschlagene Berechnung der Transaktionskosten zu absurden Ergebnissen führe, legt nun Insurance Europe nach.

Aus einer aktuellen Stellungnahme der Organisation geht hervor, dass zwei wichtige Aspekte in dem Entwurf nicht korrekt berücksichtigt würden und zur Irreführung der Verbraucher führen könnten: Kosten und Risiken der PRIIPs (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products).

Versicherungsschutz als Plus

Versicherungsbasierte Investmentprodukte enthielten demnach einen Versicherungsschutz, den andere Anlageprodukte nicht einschlössen. Dies müsse bei den Kosten mit berücksichtigt werden, da policenbasierte Anlageprodukte ansonsten teurer wirkten, als sie tatsächlich seien.

So werde die Kostenkomponente der Risikoprämie für Biometrieprodukte als Investmentkosten innerhalb des Key Information Document (KID) aufgeführt. Bei dieser Kostenkomponente handele es sich aber nicht um Investmentkosten, sondern um einen Teil des Versicherungsschutzes, der separat aufgeführt werden müsse, so Insurance Europe.

Seite zwei: Versicherern droht Kreditrisikoklasse 3 [2]

Des Weiteren würden bei den dargestellten Risiken der Anlageprodukte Markt- und Kreditrisiken aggregiert, obwohl Marktrisiken die einzigen relevanten und einzubeziehenden Risiken für Verbraucher seien.

Da die Mehrzahl der Versicherer über keine Bonitätsbeurteilung verfüge, bestünde das Risiko, dass sie automatisch in die Kreditrisikoklasse 3 eingeordnet werden würden, obwohl die Gesellschaften durch das neue Solvency II-Regelwerk hinreichend reguliert seien.

Alle versicherungsbasierten Investmentprodukte, die von Versicherern aufgelegt werden, die unter das Solvency II [3]-Regime fallen, sollten demnach automatisch in die Kreditrisikoklasse 1 eingeordnet werden, so Insurance Europe.

Die EU-Versicherungsaufsichtsbehörde Eiopa hatte am 7. April 2016 den finalen Entwurf der technischen Standards veröffentlicht zur Umsetzung der “Verordnung über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte und für Versicherungsanlageprodukte” (PRIIP-Verordnung). (nl)

Foto: Shutterstock