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“Bedarfsgerechte private Pflegeabsicherung ist kritisch zu sehen”

Cash. sprach mit LV 1871 Vorstand Dr. Klaus Math über die wachsende Bedeutung der Finanzstärke von Anbietern der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und die Vorteile einer Paketlösung von BU und Pflegeversicherung.

Klaus Math: “Die bedarfsgerechte private Pflegeabsicherung in Deutschland ist tatsächlich kritisch zu sehen.”

Cash.: Die Assekuranz-Ratingagentur Assekurata ist der Ansicht, dass die Finanzstärke des Anbieters beim BU-Abschluss in Zukunft eine größere Rolle spielen wird. Wie trägt Ihr Unternehmen diesem Kriterium Rechnung?

Math: Dieses Kriterium ist klar in den Vordergrund gerückt, nachdem Marktteilnehmer bereits Beitragsanpassungen im BU-Bestand [1]vorgenommen haben, um eine schlechte Risikoselektion bzw. nicht auskömmliche BU-Beiträge zu sanieren oder gar eine insgesamt schlechte Ertragssituation auszugleichen. Für uns ist ein derartiges Vorgehen, das man eigentlich nur aus der privaten Krankenversicherung [2] kennt, nicht vorstellbar. Zum einen führt eine solche Beitragsanpassung fast zwangsläufig zu einer noch schlechteren Risikosituation im BU-Kollektiv. Denn der Makler muss wenigstens seinen Kunden mit nicht verschlechtertem Gesundheitszustand seit Abschluss eigentlich zu einem Wechsel raten – zu einem preisgünstigen, leistungsstarken und soliden Versicherer. Zum anderen weisen wir eine sehr hohe Finanzstärke auf. Das spiegelt sich neben unserem ganz aktuell erneut bestätigten A+ Finanzstärkerating von Fitch auch in unseren Solvabilitätsquoten wider. Hier ragen wir unter den deutschen Lebensversicherern heraus – sowohl nach Solvency I mit 247 Prozent zum 31. Dezember 2015 als auch unter Solvency II [3] mit 295 Prozent zum 1. Januar 2016 ohne Hilfs- und Übergangsmaßnahmen.

Seite zwei: “Günstige Paketlösung [4]Die LV 1871 hat mittlerweile das Thema Pflege in allen Produkten integriert, so auch in der BU. Nun ist allerdings der Bestand an Pflegezusatzversicherungen in Deutschland trotz der eigentlich hohen Bedarfslage in der Bevölkerung ziemlich ernüchternd. Wie wollen Sie das ändern?

Die bedarfsgerechte private Pflegeabsicherung [5] in Deutschland ist tatsächlich kritisch zu sehen. Fast jeder Bürger ist durch persönliche Erfahrungen im Familienumfeld sensibilisiert, aber kaum jemand ist bereit, den angemessenen Beitrag dafür aufzubringen. Je älter potenzielle Kunden werden, desto teurer wird eine mögliche private Absicherung. Damit rückt eine Lösung noch weiter aus dem Blickfeld. Deshalb bieten wir bereits in jungen Jahren, wo zunächst die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit [6] und das Ansparen von Altersvorsorge im Fokus stehen, eine günstige Paketlösung an. Einerseits über erhöhte Rentenzahlungen bei Pflegebedürftigkeit in unseren Rentenversicherungen und andererseits durch eine echte Pflegeversicherung im Kontext der BU-Absicherung für einen günstigen Zusatzbeitrag.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der aktuellen Cash.-Ausgabe 11/2016 [7].

Foto: Alexander von Spreti