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IVFP über Privatrenten: Die besten Klassik-, Fonds- und Index-Tarife

In der privaten Rentenversicherung geht die Anzahl klassischer Tarife stetig zurück, zugleich nimmt die Produktvielfalt in der Altersvorsorge rasant zu. Dies ergab eine aktuelle Analyse des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Das Institut hat die besten Vorsorge-Tarife zusammengestellt.

Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP

Wie das IVFP am Donnerstag auf Basis seines aktuellen Tarif-Rating mitteilte, konnten die Verbraucher im Jahr 2015 noch aus knapp 50 Versicherern wählen, die klassische Rentenversicherungen mit festem Garantiezins anboten, im Folgejahr sank die Anzahl um ein Viertel auf 37 Versicherer. Im Gegensatz dazu stieg die Anzahl an Alternativen zu den Klassikprodukten [1] um das Dreifache, berichten die Wissenschaftler.

“Zahlreiche neue Angebote mit flexiblen Garantien”

“Auf der Suche nach neuen Konzepten haben die Versicherungsunternehmen das Angebot an Rentenversicherungsprodukten erweitert”, sagt Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP. So gebe es neben der klassischen privaten Rentenversicherung mit lebenslanger Zinsgarantie “zahlreiche neue Angebote mit flexiblen Garantien”.

Zwar weisen diese neuen Produkte in der Regel eine niedrigere garantierte Rente aus, führen die Analysten aus, im Gegenzug werben die Versicherer aber mit höheren Renditechancen. In Zeiten der Niedrigzinsphase sei das ein zu überlegender Gedanke, meint Hauer.

Dem IVFP zufolge handelt es sich mittlerweile bei 37 Prozent aller Neuabschlüsse um ein Produkt, das auf einem neuen Garantiemodell basiert, darunter auch fondsgebundene Produkte und Indexpolicen – das entspricht einem Zuwachs von sechs Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr (31 Prozent) beziehungsweise 13 Prozent im Vergleich zu 2013 (24 Prozent).

 

Niedrigzins treibt Produktwandel voran

Der Wandel in den Produktportfolien der Versicherer sei auf den niedrigen Zins zurückzuführen, erklären die Wissenschaftler. So wird als Folge der Niedrigzinspolitik der EZB der Höchstrechnungszins, vereinfachend auch als Garantiezins bezeichnet, zum 1. Januar 2017 abermals gesenkt [3] – diesmal von 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent. Schritt für Schritt reduzierte sich die Mindestverzinsung in den letzten Jahren von 3,25 Prozent im Jahr 2000, auf 2,25 Prozent in 2007, gefolgt von 1,75 Prozent in 2012 und zuletzt auf 1,25 Prozent in 2015. “Als logische Folge fiel die Rendite klassischer Produkte immer geringer aus”, heißt es beim IVFP, “so dass das Konzept dieser Produkte über die Jahre hinweg auf eine immer härter werdende Probe gestellt wurde”.

 

Die ohnehin schon umfangreiche Auswahl an Vorsorgeprodukten nehme aufgrund dieser Entwicklung noch weiter zu, so dass die richtige Beratung für den Verbraucher immer wichtiger werde, folgern die Forscher. Für die Berater stelle sich nun die Herausforderung, ihre Kunden über die unterschiedlichen Modelle aufzuklären und geeignete Produkte zu finden.

IVFP nahm 147 Tarife von 56 Anbietern unter die Lupe

Das IVFP hat nach eigenen Angaben in diesem Jahr 147 Tarife von 56 Anbietern auf 89 Kriterien hin untersucht. Das Gesamtergebnis setzt sich aus der Summe der vier Teilbereiche Unternehmensqualität (35 Prozent), Rendite (30 Prozent), Flexibilität (25 Prozent) und Transparenz/Service (10 Prozent) zusammen. Die Einteilung erfolgte in die Kategorien klassisch, fondsgebunden mit (fmB) und fondsgebunden ohne Beitragserhaltsgarantie (foB) sowie Index (siehe Tabelle unten). (lk)

Foto: Petra Homeier