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EU erleichtert Versicherern Investitionen in Infrastruktur

Versicherer in Europa können künftig leichter Geld in Windkraftanlagen, Gasleitungen oder Glasfasernetze investieren. Ab 2. April müssen die Unternehmen ihre Investitionen in Infrastruktur-Projekte statt zu 49 Prozent nur noch zu 30 Prozent mit Kapital unterlegen, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte.

Solvency II: EU erleichtert Versicherern Investitionen in Infrastruktur [1]

Bislang mussten Versicherer Investitionen in Straßen- oder Brückenprojekte mit genauso viel Kapital unterlegen wie Investitionen in börsennotierte Unternehmen.

Mit dem Schritt will die EU die Versicherer zur Finanzierung dringend notwendiger Investitionen gewinnen und damit Jobs schaffen. Zugleich erfüllt sie entsprechende Forderungen der Branche.

Lebensversicherer suchen händeringend nach Anlagemöglichkeiten

Denn wegen der Dauer-Niedrigzinsen suchen vor allem Lebensversicherer händeringend nach Anlagemöglichkeiten, um die versprochenen Renditen für ihre Kunden zu erwirtschaften. Dabei geht es um ein Anlagevolumen von fast 10 Billionen Euro. Die bisher geltenden Kapitalquoten machten Investitionen in Infrastruktur-Projekte aus Sicht der Versicherer oft unrentabel. Sie mussten Investitionen in Straßen- oder Brückenprojekte mit genauso viel Kapital unterlegen wie Investitionen in börsennotierte Unternehmen, obwohl sie typischerweise recht stabile und planbare Einnahmen bringen.

Dennoch hat etwa Europas größter Versicherer Allianz inzwischen allein mehr als drei Milliarden Euro in Erneuerbare-Energien-Projekte investiert [2], darunter 63 Wind- und 7 Solarparks. Mit der nun erfolgten Änderung erleichtert die EU zusätzlich Kredite der Versicherer zugunsten von Infrastruktur-Vorhaben.

Quelle: dpa-AFX

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