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Blockchain: Finanzsektor fürchtet neue Technologie nicht

Die junge Blockchain-Technologie bietet der Finanz- und Versicherungsbranche neue Möglichkeiten und Herausforderungen. Einer aktuellen Studie zufolge sehen jedoch nur wenige Branchenvertreter die Technologie als Bedrohung für das eigene Geschäft.

Der sichere Austausch von Werten zwischen sich unbekannten Personen ist eine Stärke der Blockchain.

Nur zwölf Prozent der Vertreter von Banken, Versicherungen [1] und sonstigen Finanzdienstleistern befürchten, dass die Blockchain-Technologie ihr Geschäft obsolet macht.

Das ergibt die Studie “Potenzialanalyse Blockchain” von Sopra Steria Consulting, für die 204 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen verschiedener Branchen befragt wurden.

Technologie vereinfacht Transaktionen

Der für die Finanz- und Versicherungsbranche wohl größte Vorteil der Blockchain sei die Möglichkeit Werte sicher auszutauschen ohne eine vertrauensstiftende Instanz zwischenzuschalten.

Transaktionen wie Zahlungsverkehr und Wertpapierhandel [2] werden durch die Technologie jederzeit nachvollziehbar, was eine sichere Abwicklung zwischen einander unbekannten Personen ermöglicht, ohne dass ein Vermittler notwendig werde.

Wurden vorab vereinbarte Bedingungen erfüllt, sei es überdies möglich Transaktionen über Business-Regeln, sogenannte “Smart Contracts”, automatisch auszuführen.

Größere Sorge um Konkurrenz durch Fintechs

Nur die wenigsten Branchenvertreter glauben laut Sopra Steria Consulting jedoch, dass Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister durch die Technologie ihre Daseinsberechtigung verlieren.

Geringfügig größer sei die Sorge um die aufkommende Konkurrenz durch Start-ups [3]: Etwa 18 Prozent der Befragten fürchten den Verlust von Teilen ihrer Kundschaft an Fintechs oder Insurtechs mit eigenen Blockchain-Diensten.

Ein Beispiel für ein solches Startup sei das Berliner Unternehmen Bitwala, dessen Blockchain-Angebot den Geldtransfer ins Ausland erleichtert und somit zur Konkurrenz für etablierte Anbieter wird.

Seite zwei: Chancen durch neue Geschäftsmodelle [4]

Entgegen vereinzelter Sorgen bezüglich der Blockchain-Technologie sieht laut Sopra Steria Consulting etwa die Hälfte (49 Prozent) der befragten Branchenvertreter Chancen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und das eigene Angebot effizienter zu gestalten.

So habe die Axa Versicherung [5] auf Blockchain-Basis bereits eine automatisierte Versicherung gegen Flugausfälle und Verspätungen eingeführt und nehme damit eine Vorreiterrolle ein.

“Banken wollen sich mit ihrem fachlichen Know-how eher als künftige Anbieter von Blockchain-Plattformen positionieren und sich nicht von Technologieunternehmen und Start-ups verdrängen lassen”, sagt Mustafa Cavus, Blockchain-Experte von Sopra Steria Consulting.

Institute streben Vorreiterrolle an

Die Studie zeige, dass gerade im Finanzdienstleistungssektor bereits großes Know-how bezüglich der Blockchain-Technologie existiert.

So sind Sopra Steria Consulting [6] zufolge bereits 89 Prozent der Befragten mit dem Grundprinzip vertraut, während 49 Prozent schon mit einer Blockchain-Plattform gearbeitet haben, mehr als zehn Prozentpunkte über dem Durchschnitt aller Befragten.

“Wichtig ist, dass sich die etablierten Branchen intensiv mit dem Potenzial der Blockchain beschäftigen und mögliche Anwendungsfälle systematisch prüfen”, so Mustafa Cavus. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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