12. September 2017, 07:00
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Bürgerversicherung: Schädlicher Reformeifer

Um die Beiträge im Umlagesystem einer Bürgerversicherung auch während der Rentenphase der Babyboomer (von etwa 2027 bis 2060) einigermaßen bezahlbar zu machen, wird die Politik über die Anhebung der Beitragsmessungsgrenze und die Heranziehung der Zins- und Mieteinnahmen sowohl die Einnahmeseite verbreitern als auch die Leistungen nach und nach dramatisch verringern müssen, bis das System nur noch eine rudimentäre Absicherung der existenzbedrohendsten Erkrankungen bietet.

In diesem Fall wären wir zwar alle gleich versichert, allerdings auch gleich schlecht. Mein Fazit lautet deshalb, dass die Politik die Balance zwischen GKV und PKV nicht leichtfertig aufs Spiel setzen sollte – das duale System arbeitet zum Nutzen aller.

GKV demografiefester machen

Es garantiert einen hohen allgemeinen Standard mit Zugang zur bestmöglichen Medizin über Zusatzversicherungen. Existieren keine Alternativen mehr, sind die Bürger – wie in England – in künftigen Jahren der Willkür schutzlos ausgeliefert.

Bevor man die demografiefeste PKV auflöst, ohne einen Mehrwert für das System zu schaffen, sollte man alle Anstrengungen darauf konzentrieren, die GKV demografiefester als bisher zu machen und über die steuerliche Förderung von privaten Zusatzversicherungen nachdenken.

Dr. Matthias Wald ist Leiter Vertrieb und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland.

Foto: Swiss Life Deutschland

 

Mehr Beiträge zum Thema:

“Bürgerversicherung ist ein schönes Wort für Entmündigung”

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