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Check24-Urteil: Ein Scheinsieg für Makler

Kennen Sie Scheinriesen? Ein Scheinriese wird umso kleiner, je näher er kommt. Wenn er Ihnen direkt gegenübersteht, ist er so groß wie Sie. Das “Check4-Urteil” ist so einer. Und ein Scheinsieg für den Makler noch dazu. Am Ende kam nicht die “große Sache” heraus, sondern ein paar kleinteilige Vertriebsregeln. Die Haff-Kolumne

“Plattformen, wie es Check24 ist, können sehr einfach auf die erforderlichen Änderungen reagieren. Sie verfügen über IT, Personal und das notwendige Kapital.”

Es war der Versuch, den Online-Vertrieb [1] einzuschränken, um die traditionelle Versicherungsvermittlung zu schützen. Dabei wurde vergessen, dass gerade diese von den Online-Möglichkeiten profitiert.

Die persönliche Beratung wird in Zukunft ein wichtiger Bestandteil im Versicherungsvertrieb sein. Davon gehe ich fest aus, denn Versicherungen werden weiterhin nicht so “sexy” sein, dass sie einen Nachfragesog erzeugen.

Dagegen wird das Internet eine immer größere Rolle spielen, um mit neuen Kunden in Kontakt zu kommen und sie zu gewinnen.  Egal ob Vertreter oder unabhängiger Makler. Der einzelne Vermittler [2] und dessen Kunden profitiert von den direkten Wegen, die das Internet öffnet.

Qualität ist für den Ruf der Berater wichtig

Viele Produkte leben gar von einer einfachen Online-Abwicklung, wenn die Aufwände größer und die Erträge kleiner werden. Dieser Weg wird verbaut, wenn es umständliche Hürden à la Hinweispflicht auf die Erstinformation gibt.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich sehe die Einhaltung der Informations- und Beratungspflichten [3] unabhängig vom Vertriebsweg als wichtig an. Qualität ist für den Ruf der Berater und aus Sicht der Kunden wichtig.

Aber hat der Kunde einen Vorteil, wenn er ab sofort zwangsweise eine Information erhalten muss, die zu über 90 Prozent immer identisch ist? Wenn er eine Statusinformation erhält, die er im Zweifel nicht einzuordnen weiß. Weil es ihm mehr darauf ankommt, dass er Vertrauen zu Berater und Angebot hat?

Seite zwei: Makler haben größeren Aufwand [4]

Deshalb ist das Urteil Scheinriese und Scheinsieg für den Makler zugleich. Plattformen, wie es Check24 [5] ist, können sehr einfach auf die erforderlichen Änderungen reagieren.

Sie verfügen über IT, Personal und das notwendige Kapital. Das zeigt sich an der Geschwindigkeit, in der die geforderten Anpassungen umgesetzt wurden.

Der einzelne Makler hat den größeren Aufwand, sich in all seinen Prozessen an immer mehr Vorschriften anzupassen.

Am Ende zählt doch die eine Frage: Wo erhält der Kunde die Produkte und den Service wie er sich wünscht? Er geht dahin, wo er das beste Gefühl hat. Aber das lässt sich nicht per Richterspruch verordnen.

Tobias Haff [6] ist COO des B2B-Insurtech-Unternehmens massUp. Davor hat er Procheck24, den B2B-Bereich des Vergleichsportals Check24, aufgebaut. Bereits seit 1997 entwickelt er Internetprojekte mit dem Fokus auf Finanzdienstleistungen. Er hat den Markt für unabhängige Ratenkreditvermittlung in Deutschland maßgeblich mitgeprägt, Produktinnovationen zur Einkommensabsicherung und Online-Vertriebstools für Finanzvermittler erfolgreich am Markt eingeführt.

Foto: Tobias Haff

 

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