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Finanzaufsicht hat keine Angst um deutsche Versicherer

Die Finanzaufsicht Bafin sieht Deutschlands Versicherer trotz der Belastungen durch das Zinstief aktuell gut gerüstet für künftige Herausforderungen. Bis 20. Mai müssen knapp 350 Assekuranzen die Öffentlichkeit detailliert über ihre Lage informieren.

Frank Grund, Exekutivdirektor Versicherungs- und Pensionsfondsaufsicht bei der Bafin

“Nach unserer jetzigen Einschätzung wird kein Unternehmen unter dem Sollkapitalbedarf liegen”, sagte der Chef der Versicherungsaufsicht, Frank Grund, der Deutschen Presse-Agentur und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Anfang 2016 waren die europaweit einheitlichen, strengeren Kapitalvorschriften (Solvency II) in Kraft getreten. Versicherer müssen danach über so viel Kapital verfügen, dass sie selbst extreme Ereignisse verkraften können, die im Mittel nur alle 200 Jahre zu erwarten sind. Dazu zählen beispielsweise Großschäden durch verheerende Naturkatastrophen oder extreme Turbulenzen an Aktien- und Anleihemärkten. Wer hohe Risiken eingeht, muss mehr Eigenmittel vorhalten. Aufschluss über die Lage eines Versicherers gibt unter anderem die sogenannte Solvenzquote. Sie setzt die Risiken ins Verhältnis zu den Eigenmitteln. Ein Wert von unter 100 gilt als kritisch.

Unterschiedliche Berechnungsmodelle

Grund warnte allerdings davor, allein auf diese Kennziffer zu schauen: “Die bloße Quote ist ungeeignet als Vergleichsinstrument und kein Kriterium für eine schnelle Kaufentscheidung.” Hintergrund sind unterschiedliche Berechnungsmodelle. “Ich warne daher davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen”, sagte Grund. Ein Versicherer, der jedes Jahr nur knapp über 100 liege, sei aber sicher weniger stark als ein Unternehmen mit dauerhaft sehr guten Zahlen. (dpa-AFX)

Foto: Bafin