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Indexpolicen: Einstieg in die “Kapitalmarkt-Denke”?

Seit geraumer Zeit wird in der Assekuranz die Frage diskutiert, ob Kunden über den Zwischenschritt Indexpolicen eher bereit sind, den Schritt in die Welt der rein fondsgebundenen Lösungen zu wagen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob dies der richtige Weg ist.

Bei einer Indexpolice hat der Versicherte in der Regel die jährliche Wahl zwischen einer klassischen Überschussbeteiligung oder der Partizipation an einem oder mehreren Aktienindizes.

Für den Zwischenschritt über die Indexpolice [1] müssten zunächst wohl die Vermittler näher an die Kapitalmärkte herangeführt werden, sodass diese dann ihre Kunden dorthin “mitnehmen” können.

Bei einer Indexpolice hat der Versicherte in der Regel die jährliche Wahl zwischen einer klassischen Überschussbeteiligung [2] oder der Partizipation an einem oder mehreren Aktienindizes.

Dabei wird die Verzinsung nicht wie bei einer klassischen Lebensversicherung [3] bis zum Vertragsablauf garantiert, sondern nur für die kommenden zwölf Monate. Danach wird sie an das aktuelle Kapitalmarktumfeld angepasst, auch die Indexpartizipation wird neu bestimmt.

Skepsis der Versicherer

Das Vertragsguthaben bleibt über die gesamte Laufzeit im Sicherungsvermögen des Versicherers [4] angelegt, um den Kunden vor Wertverlust zu schützen. Doch viele Versicherer sind skeptisch, ob der Zwischenschritt Indexpolicen der richtige Weg ist.

Bei der Alten Leipziger beispielsweise sieht man die Produktkategorie eher kritisch. “Eine Indexpolice ist vom Grunde her eine klassische Rentenversicherung [5]. Die Gelder, die in die Überschussbeteiligung fließen, werden in Derivate investiert. Sind die notwendigen Derivate durch Marktveränderungen teuer, ist die Indexpartizipation sehr gering”, betont Frank Kettnaker, Vorstand Vertrieb und Marketing.

Seite zwei: Richtung “Kapitalmarkt-Denke” entwickeln [6]

Nach Ansicht von Johanna Bröcker, Head of Product Development bei Standard Life Deutschland, können Indexpolicen für Kunden und auf klassische Produkte fokussierte Vermittler zwar vielleicht eine gute Möglichkeit sein, sich in Richtung “Kapitalmarkt-Denke” zu entwickeln.

Geschmälerte Renditeaussichten

“Aber man sollte dabei nicht vergessen, dass Indexpolicen – wie im Übrigen auch die neue Klassik – zu einem nicht unerheblichen Teil in den traditionellen Deckungsstock investieren. Dies geht zulasten der Renditeaussichten”, warnt sie.

Zudem hält sie Indexpolicen [7] für zu komplex und auch aus Gründen der Transparenz für sehr kritisch. (kb)

Foto: Shutterstock


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