- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Maklerpool-Hitliste: Die Pools mit den höchsten Provisionserlösen

2016 war ein erfreuliches Jahr für Maklerpools, Verbünde und Servicedienstleister. Fast alle Unternehmen konnten bei den Provisionserlösen zulegen. In seiner jährlich erscheinenden Hitliste präsentiert Cash. die Aufsteiger und Absteiger der Branche.

“Das Jahr 2016 war für die Fonds Finanz ein sehr erfolgreiches Jahr. Wir konnten einen neuen Rekordumsatz erwirtschaften und den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr erneut steigern”, so Norbert Porazik.

Der Blick auf die Cash.-Hitliste der Maklerpools, Servicedienstleister und Verbünde 2017 [1] zeigt, wie positiv sich das Geschäft für einen Großteil der Unternehmen im vergangenen Jahr entwickelt hat.

Noch 2012 [2] musste rund die Hälfte der Maklerpools mit testierten Provisionserlösen einen Verlust verbuchen. Seit 2013 [3] ist ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen: 2013, 2014 [4] und 2015 [5] haben lediglich drei der Maklerpools mit testierten Provisionserlösen keine höheren Provisionserlöse [6] als im Vorjahr erzielt. 2016 waren es nur zwei der Unternehmen mit testierten Provisionserlösen.

Von den Maklerpools mit untestierten Provisionserlösen musste wie schon 2014 und 2015 auch im vergangenen Geschäftsjahr nur einer ein Minus verkraften.

Versicherungssparte: Großteil der Provisionserlöse

Mit 68,9 Prozent wurde auch im Geschäftsjahr 2016 ein Großteil der Provisionserlöse der Maklerpools in der Versicherungssparte erzielt (2015: 65,5 Prozent). 26,6 Prozent der Provisionseinnahmen kommen aus dem Bereich Investmentfonds (2015: 29,4 Prozent) und 1,1 Prozent aus dem Bereich Sachwertanlagen (2015: 1,7).

Deutlich zulegen konnte der Bereich Baufinanzierung [7] mit einem Anteil von 2,3 Prozent (2015: 1,4) an den gesamten Provisionseinnahmen. Auf Sonstige Anlagen (2015: 1,4 Prozent) entfielen 1,1 Prozent der Provisionserlöse.

Fonds Finanz ist Spitzenreiter

Spitzenreiter der Cash.-Hitliste der Maklerpools [1], Servicedienstleister und Verbünde ist auch in diesem Jahr wieder die Münchener Fonds Finanz. Ihre Provisionserlöse stiegen im Geschäftsjahr 2016 um mehr als acht Prozent auf 120,1 Millionen Euro.

“Das Jahr 2016 war für die Fonds Finanz ein sehr erfolgreiches Jahr. Wir konnten einen neuen Rekordumsatz erwirtschaften und den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr erneut steigern”, kommentiert Geschäftsführer Norbert Porazik.

Nach leichten Rückgängen in den Jahren 2012 und 2013 stiegen die Provisionserlöse des Unternehmens im Geschäftsjahr 2014 erstmals seit 2011 über die 100-Millionen-Euro-Marke.

“Rückblick auf ein Rekordjahr”

Den zweiten Platz konnte sich auch in diesem Jahr die Hamburger Netfonds-Gruppe sichern, zu der unter anderem auch das Haftungsdach NFS Netfonds Financial Service gehört.

Die Unternehmensgruppe war im Geschäftsjahr 2014 mit einem Erlösplus von rund 25 Prozent vom fünften Rang der Hitliste auf den zweiten Platz des Rankings aufgestiegen. 2015 hatte die Netfonds-Gruppe ihre Provisionserlöse um rund 14 Prozent auf über 73 Millionen Euro erhöhen können. Im vergangenen Jahr stiegen die Provisionserlöse der Hamburger um rund fünf Prozent auf 77,2 Millionen Euro.

Seite zwei: Drittstärkster deutscher Maklerpool [8]

“Die Netfonds-Gruppe blickt 2016 erneut auf ein Rekordjahr zurück. Für 2017 erwarten wir derzeit ein erhebliches Wachstum in allen wesentlichen Bereichen”, sagt Netfonds-Vorstand Karsten Dümmler.

Die Kieler Domcura-Gruppe belegt den dritten Platz des Rankings. Der Assekuradeur mit Maklerschiene, dem in der Hitliste traditionell eine Sonderstellung zukommt, konnte seine Provisionserlöse im Geschäftsjahr 2016 um gut vier Prozent auf über 70,9 Millionen Euro erhöhen.

“Wir unterstützen und profitieren von der weiter zunehmenden Relevanz der Sachversicherungen im Markt der Vermittler – auch in anderen Sparten”, kommentiert Domcura-Vorstandsvorsitzender Uwe Schumacher.

Drittstärkster deutscher Maklerpool

Die Domcura-Gruppe hatte im vergangenen Jahr den zur Wiesbadener JDC Group gehörenden Münchener Maklerpool Jung, DMS & Cie. (JDC) vom dritten Rang der Hitliste verdrängt, obwohl dieser ein Plus von rund fünf Prozent bei seinen Provisionserlösen verbucht hatte.

Mit einem Zuwachs von fast vier Prozent und Erlösen von 65,7 Millionen Euro ist JDC nach wie vor der drittstärkste deutsche Maklerpool [9].

Vor zwei Jahren hat sich der Maklerpool einer neuen Strategie verschrieben: Der Mutterkonzern Aragon wurde Mitte 2015 in JDC Group umbenannt. Im Zuge dessen kündigte der Finanzdienstleister an, sich künftig auf die Vertriebstöchter Jung, DMS & Cie. und Finum sowie auf Advisortech-Lösungen für den freien Finanzvertrieb konzentrieren zu wollen.

“Wir haben 2016 den Umbau der Jung, DMS & Cie. vom Maklerpool zum Digitalisierungsdienstleiter für Finanzintermediäre weit voran getrieben und viel investiert”, sagt JDC-Vorstandsvorsitzender Dr. Sebastian Grabmaier. “Für Vermittler, die wie wir auf ein hybrides Modell aus modernster Technologie für sich und ihre Kunden plus umfängliche, kompetente Beratung setzen, sind wir die erste Wahl.”

Seite drei: “Niedergang kleiner Vermittlerstrukturen [10]

Der Lübecker Maklerpool Qualitypool konnte wie im Vorjahr den größten prozentualen Zuwachs in der Hitliste der Maklerpools mit testierten Erlösen verbuchen. Die Provisionseinnahmen der Hypoport-Tochter stiegen im Geschäftsjahr 2016 um mehr als 15 Prozent auf fast 19,5 Millionen Euro.

“2016 war für Qualitypool wieder ein Rekordjahr. Obwohl der Markt für Baufinanzierungen in 2016 leicht rückläufig war, erzielte Qualitypool einen Anstieg des vermittelten Immobilienfinanzierungsgeschäfts um 23 Prozent”, berichtet Qualitypool-Geschäftsführer Jörg Haffner.

Den zweitgrößten Erlössprung im Geschäftsjahr 2016 konnte der Maklerpool und Assekuradeur Germanbroker.net (Gbnet) erzielen: Das Hagener Unternehmen erhöhte die Provisionseinnahmen um 14 Prozent auf 11,4 Millionen Euro.

“Getragen wurde dieses Wachstum in erster Linie von den privaten und gewerblichen Kompositsparten, die auch im Vergleich zum Gesamtmarkt deutlich zulegen konnten”, erläutert Gbnet-Vorstand Hartmut Goebel.

“Niedergang kleiner Vermittlerstrukturen”

Von den Maklerpools mit untestierten Erlösen konnte der Maklerpool Blau direkt [11] den größten Sprung machen. Die Provisionserlöse des Unternehmens stiegen 2016 um mehr als 55 Prozent auf 29,7 Millionen Euro.

Den zweistelligen Erlössprung aus dem Vorjahr konnten die Lübecker damit noch überbieten: Im Geschäftsjahr 2015 waren die Erlöse von gut 28 Prozent auf über 19 Millionen Euro gestiegen. Auch in diesem Jahr ist Blau direkt Spitzenreiter in der Maklerpool-Liste der untestierten Erlöse, an der das Unternehmen seit vier Jahren teilnimmt.

“Die explosionsartige Entwicklung der Poolumsätze ist ein klares Indiz für den Niedergang kleiner Vermittlerstrukturen”, sagt Blau-direkt-Chef Oliver Pradetto.

Eine rosige Zukunft sieht er dennoch nicht für alle Dienstleister: “Was den Pools heute Freude macht, ist nichts anderes als eine betriebswirtschaftliche Form der Panikblüte. Das Geschäftsmodell stirbt, obwohl es nach dem Gegenteil aussieht.” (jb)

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der aktuellen Cash.-Ausgabe 9/2017 [12].

Foto: Shutterstock / Fondsfinanz


Weitere aktuelle Artikel:

Hitliste der Allfinanzvertriebe: DVAG bleibt Nummer eins [6]

Die fairsten Finanzvertriebe aus Kundensicht [13]

Finanzvertriebe: Marktkonzentration auf Allzeithoch [14]