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Selbständige: Defizite bei der Altersabsicherung

Nur 20 Prozent der Selbständigen in Deutschland sind davon überzeugt, im Ruhestand komfortabel leben zu können. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Versicherers Aegon.

Bei vielen Selbständigen kommt die persönliche Vorsorge laut Aegon-Studie derzeit zu kurz.

Damit liegt Deutschland unter dem internationalen Durchschnitt von 26 Prozent. Mehr als die Hälfte der deutschen Selbstständigen (52 Prozent) geht laut Studie davon aus, beim Eintritt in den Ruhestand älter als 65 zu sein. Ein Teil rechnet sogar damit, niemals in den Ruhestand zu treten.

“Da sie in der Regel weder in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen noch in den Genuss arbeitgebergeförderter Altersvorsorgeleistungen kommen, müssen sich Selbstständige besonders sorgfältig mit ihrer Ruhestandsplanung befassen”, so Catherine Collinson, Geschäftsführerin des Aegon Center for Longevity and Retirement. “Für die meisten Selbständigen ist die Ruhestandsplanung ein langwieriger Prozess mit viel Eigenverantwortung, den viele scheuen.”

Angesichts des derzeitigen Niedrigzinsumfelds und vor dem Hintergrund, dass der Zugang zu gesetzlichen Vorsorgemodellen in Deutschland unterschiedlich geregelt ist, komme bei vielen Selbständigen die persönliche Vorsorge zu kurz.

44 Prozent haben einen Plan B

Laut Studie fühlen sich im weltweiten Durchschnitt 75 Prozent der Selbständigen (Deutschland: 82 Prozent) für die finanzielle Absicherung ihres Ruhestands verantwortlich. Dennoch bezeichnen sich weltweit nur 34 Prozent als Gewohnheitssparer (Deutschland: 40 Prozent), unter den Einzelunternehmern sind es sogar nur 29 Prozent.

Zudem verfügt nur jeder zehnte Befragte in Deutschland über eine schriftlich fixierte Strategie zur finanziellen Absicherung im Ruhestand. Allerdings haben immerhin 44 Prozent einen Plan B für den Fall, bereits vor dem geplanten Eintritt in den Ruhestand nicht mehr arbeiten zu können.

Für die Studie wurden 17.600 Arbeitnehmer und Selbständige in 15 Ländern weltweit befragt. (kb)

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