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Dieselchaos & Fahrverbote: Das müssen Sie wissen

Die Deutsche Umwelthilfe klagt aktuell in vier weiteren Städten in Nordrhein-Westfalen, bundesweit sind es nun 34. Was Autofahrer rund um Feinstaubplaketten und Fahrverbote wissen sollten.

Ein Strafzettel der Stadt Köln und eine grüne Umweltplakette ohne Kennzeichen an einem Scheibenwischer an einem PKW.

Nach der Einführung der Umweltzonen verbesserte sich zwar die Luftqualität in puncto Feinstaub (Partikel-Emission), der Stickoxidausstoß sank jedoch kaum. Fahrer von Diesel-Autos müssen sich daher auf Fahrverbote einstellen.

Was muss ich als Autofahrer beachten?

Autofahrer in Hamburg müssen als erste mit diesen Einschränkungen leben, dort gelten seit dem 1. Juni 2018 verschärfte Regeln für Kraftfahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 und schlechter. Auch in anderen Großstädten sollen bald Fahrverbote eingeführt werden.

Ab 2019 sind auch in weiteren Städten wie Stuttgart, Frankfurt/Main, Bonn, Köln, Berlin und Mainz Fahrverbote für ältere Diesel und teilweise auch Benziner geplant. Erst diese Woche hat die Deutsche Umwelthilfe in Nordrhein-Westfalen vier weitere Städte verklagt.

Seite 2: Welche Autos betroffen sind? [1]

Welche Autos sind betroffen?

Die Fahrverbote betreffen ältere Diesel-Pkws und möglicherweise auch Benziner, Busse, Lkws und Wohnmobile der Schadstoffgruppen (Euro-Norm) Euro 1 und schlechter und Euro 1 bis 5. Dazu Roman Wagner: „Wichtig zu wissen – die für Fahrverbote relevante Schadstoffgruppe des Kraftfahrzeugs bedingt die Plakettenziffer, manchmal auch die Plakettenfarbe, wie rot, gelb oder grün – oder keine Plakette.“

Die Schadstoffgruppe des eigenen Kraftfahrzeugs ermittelt man über die nationale Emissionsklasse (-schlüsselnummer) im Fahrzeugschein beziehungsweise in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Dabei gilt: Hatte das Auto vor dem 1. Oktober 2005 seine Erstzulassung, finden Autobesitzer diese Nummer noch unter „Schlüsselnummer – zu 1“. Seitdem steht sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld 14.1.

Seite 3: Welche Umweltplakette reicht? [2]

Die Feinstaubplakette – umgangssprachlich auch Umweltplakette genannt – gibt Auskunft über die Schadstoffgruppe des Kraftfahrzeugs. Danach wird die Ziffer (bzw. Farbe) der Umweltplakette bestimmt. Diese ist dafür ausschlaggebend, ob das Auto in eine der derzeit schon 58 Umweltzonen in Deutschland fahren darf.

Wer benötigt eine Umweltplakette?

Umweltplaketten gibt es momentan in den Farben rot, gelb und grün. Derzeit dürfen in fast allen Umweltzonen nur Kraftfahrzeuge mit einer grünen Plakette unterwegs sein. Lediglich in Neu-Ulm darf man auch mit einer gelben Plakette innerhalb der Umweltzone fahren. Kraftfahrzeugen mit einer roten Plakette ist das Befahren einer Umweltzone nicht gestattet.

Seite 4: Umweltplaketten für die Umweltzonen [3]

Roman Wagner erklärt: „Eine inländische Umweltplakette gilt in jeder Umweltzone in Deutschland. Sie muss mit dem amtlichen Kennzeichen des zugehörigen Kraftfahrzeugs beschriftet und gut sichtbar innen an der Windschutzscheibe – am besten rechts oben oder unten – angebracht werden.

Autofahrer können sie bei Kfz-Zulassungsstellen, in Bürgerämtern oder bei anerkannten technischen Überwachungsorganisationen wie Dekra oder TÜV erwerben.“

Ohne Umweltplakette in die Umweltzone?

Jedes Kraftfahrzeug – Pkw oder Lkw – mit dem eine Umweltzone befahren wird, braucht eine eigene Umweltplakette – oder eine spezielle Ausnahmegenehmigung. Das gilt auch für ausländische Kraftfahrzeuge. „Sonst droht ein Bußgeld“, sagt Roman Wagner.

„Wer ohne oder mit einer ungültigen Plakette eine Umweltzone befährt, riskiert ein Bußgeld von 80 Euro. Ausnahmeregelungen für einzelne Kraftfahrzeuge können auf Antrag erteilt werden.“ (dr)

Foto: dpa / Horst Galuschka