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Durchbruch: Elektronische Patientenakte kommt

Ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) gehen zwischen drei und zehn Mal im Jahr zum Facharzt. Noch mehr Bürger (44 Prozent) gehen ebenso oft zum Hausarzt. Bislang werden die Daten kaum zentral verwaltet und gemeinsam genutzt. Nun haben sich Krankenkassen und Ärzte scheinbar mit dem Gesundheitsministerium auf ein Grundkonzept für die elektronische Patientenakte geeinigt.

 

Die elektronische Patientenakte ist in Teilen sowohl in der PKV und GKV im Einsatz. Im kompletten Gesundheitssystem soll sie spätestens 2021 genutzt werden.

Die Akteure im Gesundheitswesen hätten die Schaffung gemeinsamer Standards verabredet, berichtete das “Handelsblatt” unter Berufung auf eine dreiseitige Absichtserklärung. Sollten sich Kassen und Ärzte wie in der Vergangenheit gegenseitig blockieren, wolle Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Ausgestaltung der Digitalakte an sich ziehen.

Die elektronische Patientenakte [1] soll allen gesetzlich Versicherten bis spätestens 2021 zur Verfügung stehen. Spahn hatte bereits erklärt, er wolle, dass gesetzlich Versicherte spätestens ab 2021 generell auch per Handy und Tablet ihre Patientendaten einsehen können. Eigene Angebote für elektronische Gesundheitsakten hatten die AOK und die Techniker Krankenkasse (TK) schon vorgestellt.

Seite 2: Meilenstein in der Patientenversorgung [2]

AOK-Chef Martin Litsch sagte der Zeitung: “Ein Zurück ohne Gesichtsverlust gibt es nicht.” Für die Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, verdeutlicht die Einigung, dass Ärzte und Kassen “gemeinsam an dem weiteren Auf- und Ausbau des sicheren Gesundheitsnetzes und seiner Anwendungen arbeiten”. Die Digitalakte zur Vernetzung von Gesundheitsdaten werde “ein Meilenstein in der Modernisierung der Patientenversorgung”.

Während Krankenkassen, [3] Mediziner und Politik sich jetzt auf Standards für 2021 geeinigt haben, hatten Mitte September zwei private Krankenversicherer und 13 gesetzliche Kassen und Innungskrankenkassen mit „Vivy“ in einer konzertierten Aktion bereits eine elektronische Gesundheitsakte für rund 13,5 Millionen Versicherte auf den Weg gebracht.

Neben den beiden privaten Krankenversicherungen Allianz und die Barmenia starteten auf Seiten der gesetzlichen Kassen die DAK-Gesundheit, die Innungskrankenkassen IKK classic, IKK Nord, IKK Südwest sowie die Betriebskrankenkassen Bertelsmann, Diakonie, Dürkopp Adler, Gildemeister, Heimat, HMR (Herford, Minden, Ravensberg), Melitta Plus, mhplus, Pronova, Stadt Augsburg die gemeinsame Gesundheitsakte.

Ziel der digitalen oder elektronischen Gesundheitsakte ist es, Gesundheitsdaten wie Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder digital zu speichern, damit die behandelnden Ärzte sie teilen können. Durch die verbesserte Transparenz in Bezug auf Gesundheitsinformationen können auch Mehrfachuntersuchungen vermieden werden. (dr)

 

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