- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Fünf Gründe, warum Makler ihre Bestände nicht auslaufen lassen sollten

Makler sind eigentlich Vorsorgespezialisten, die Zukunft des eigenen Geschäftes ist allerdings oft ein blinder Fleck. Mehr als die Hälfte ist heute schon über 50 Jahre alt und bei vielen ist die Nachfolge noch völlig offen.

Gastbeitrag von Philipp Kanschik, Policen Direkt

Philipp Kanschik: “Vor allem kleinere Vermittler warten oft vergeblich auf attraktive Angebote zum Unternehmensverkauf.”

Dies gilt insbesondere für den Großteil der Vermittler [1], der regional verwurzelt als Einzelunternehmer agiert. Vor dem Hintergrund eines fehlenden Nachfolgers und wenig attraktiver Verkaufspreise lassen viele Makler im Ruhestand ihre Kunden daher einfach “auslaufen“.

Dabei (miss-)verstehen sie die weiterhin fließende Bestandscourtage als Rente. Warum dies keine gute Lösung für Makler ist, erfahren Sie im Folgenden:

Fünf Gründe, die gegen das Auslaufenlassen von Beständen sprechen:

Betreuungs- und Weiterbildungspflichten bleiben bestehen:

Jeder Makler hat, solange er als solcher registriert ist, eine Betreuungspflicht. Das heißt unter anderem: Makler müssen für Vorsorgekunden einmal pro Jahr ermitteln, ob ihre Kunden noch adäquat versichert sind.

Dahinter steht auch die neue Vermittlerrichtlinie IDD2, diese gilt auch im Rentenalter [2]. Experten sind sich weitgehend einig, dass die laufende Betreuung grundsätzlich obligatorisch ist. Ein Makler im Ruhestand macht sich also rechtlich angreifbar.

Seite zwei: Regulatorische Anforderungen [3]

Die Tücken regulatorischer Anforderungen:

Die Implikationen gesetzgeberischer Aktivität zeigten sich für Makler jüngst bei der Einführung der Datenschutzgrundverordnung [4] (DSGVO). Ihre Umsetzung ist für Kleinbetriebe sehr aufwändig.

Zwei Beispiele: Kunden haben etwa ein Recht auf Vergessenwerden (Art. 17 DSGVO) und dafür ist ein entsprechendes Datenlöschungskonzept nötig. Zudem ist ein ausdrückliches Einverständnis nötig, damit Makler weiter mit Kunden in Kontakt bleiben können.

Ein Verstoß kann im Ernstfall sogar die finanzielle Existenz kosten, denn das Bußgeld liegt bei bis zu 300.000 Euro oder sogar einer Freiheitsstrafe.

Die digitale Konkurrenz schläft nicht:

Früher gab es für Makler kaum Konkurrenz, heute gibt es immer mehr Online-Makler, die aggressiv überregional um Kunden werben. Diese InsurTechs [5] bieten hier mitunter attraktive Alternativen und der Wechsel ist bereits mit ein paar Klicks erledigt.

Wenn wenig betreute Kunden den Makler wechseln, verliert der Makler mit ihnen auch die als Rente eingeplante Bestandscourtage.

Seite drei: Anspruchsvolle Kunden [6]

Die Kunden werden anspruchsvoller:

Banking, Shopping oder Reisebuchung – das Leben wird immer digitaler. Kunden wollen heute anders beraten werden und verlangen hybride Beratung.

Das heißt: Auf der einen Seite sind Kunden [7] mündiger und informierter denn je, auf der anderen Seite verlangt das Marktumfeld eine Ergänzung der klassischen Beratung über die digitalen Kanäle – von Website, Social Media bis zu Newsletter.

Das stellt kleinere Makler grundsätzlich vor große kaufmännische und technische Herausforderungen—und natürlich umso mehr solche, die sich in höherem Alter befinden.

Auch im Ruhestand wird es keine Ruhe geben:

Vermittler [8], die ihren Bestand auslaufen lassen, unterschätzen systematisch der Aufwand den das mit sich bringt – ob bürokratisch, rechtlich, kaufmännisch, oder technisch.

Die Website muss weiter gepflegt werden, Kundenmails spätabends beantwortet werden und unter Umständen braucht es für weitere Dinge sogar noch Personal. Die meisten Makler dürften sich ihren Ruhestand anders vorgestellt haben.

Seite vier: Was ist die Alternative? [9]

Was aber ist die Alternative für die Makler? Vor allem kleinere Vermittler abseits der Metropolregionen warten oft vergeblich auf attraktive Angebote zum Unternehmensverkauf. Für derartige Unternehmer gibt es mittlerweile mit der Lebensrente [10] ein neues Modell.

Hier wird nicht gleich das ganze Unternehmen veräußert werden, sondern lediglich der Kundenbestand auf einen Käufer übertragen.

Sicher und entspannt in den Ruhestand

Der Makler erhält im Gegenzug eine lebenslange Rente—bei einem Anbieter wie Policen Direkt je nach Modell bis zu 100 Prozent seiner bisherigen Bestandscourtagen und mit Absicherung der Hinterbliebenen.

Makler können so sicher und entspannt in den Ruhestand gehen: die Kunden werden gut betreut, rechtliche Anforderungen werden eingehalten und die Courtagen [11] fließen weiter.

Dr. Philipp Kanschik ist verantwortlicher Projektleiter und Experte für Bestandsübernahmen in der Policen Direkt-Gruppe.

Fotos: Policen Direkt, Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Makler:

Siege können auch Niederlagen sein [12]

Nichts haftet so gut wie der Makler?! [13]

Maklerhonorare: BGH fällt lang erwartetes Urteil [14]