19. April 2018, 12:47
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Google: “Nicht der Kern unserer DNA“

Wie kann Google die Vermittler in ihrer Arbeit unterstützen?


Meessen: Da gibt es verschiedene Ansätze. Naheliegend ist, dass man zentral gesteuerte und lokal ausgespielte Vermittlerkampagnen startet, unter dem Motto “Finde den nächsten Versicherungsberater in deiner Nähe“.

Dabei werden dem User der Weg zur Agentur und die Telefonnummer angezeigt und er kann online einen Termin vereinbaren.

Es heißt immer wieder, dass die Menschen in beratungsintensiven Sparten wie Leben und PKV auch künftig nicht auf persönliche Beratung verzichten wollen. Wird das auch noch so sein, wenn die Generation der “Digital Natives“ erwachsen ist?

Meessen: Aktuell werden 25 Prozent aller Versicherungsprodukte online abgeschlossen. Das ist noch ein relativ kleiner Anteil, doch wenn man sich die Entwicklung seit 2012 anschaut, dann sieht man, dass sich der Anteil seitdem fast verdoppelt hat.

Wir gehen dennoch davon aus, dass es bei sensiblen Themen und komplexen Produkten auch mittelfristig einen Bedarf an persönlicher Beratung geben wird. Darüber hinaus stellen wir fest, dass bei 84 Prozent aller Versicherungsabschlüsse vorher ein initialer Rechercheprozess im Internet stattgefunden hat.

Die User werden sich künftig immer häufiger online informieren, sie kommen gut informiert zum Vermittler und wissen schon über Preise und Produkte Bescheid. Die größte Herausforderung für die Versicherungen wird es sein, Online- und Offline-Welt zu einem ganzheitlichen Kundenerlebnis zu verknüpfen.

Google hat ja den Anspruch, die Zukunft der Menschen zu gestalten, deshalb möchte ich Sie zum Schluss noch um einen Ausblick auf die nächsten Jahre bitten: Wie sieht der deutsche Versicherungsmarkt in fünf bis zehn Jahren aus?

Meessen: In fünf bis zehn Jahren wird man auf jeden Fall sehen können, wie Top-Technologien genutzt werden, zum Beispiel Smart Home: Wie arbeiten vernetzte Geräte untereinander und wie können die Daten genutzt werden, um neue Versicherungs- produkte zu gestalten?

Das Thema Machine Learning wird von den Versicherungsunternehmen gelebt werden und voll ins Tagesgeschäft integriert sein. Ich erwarte, dass Technologien wie Virtual Reality für die Schadenserkennung genutzt werden, zum Beispiel in der Sparte Kfz-Policen.

Der Bereich Omnichannel wird besser aus- gebaut sein, mit Videokonferenzen und Online-Formularen, sodass es keine Medienbrüche mehr gibt.

Auf welche Versicherungssparten wird die Digitalisierung die größten Auswirkungen haben?


Meessen: Die Digitalisierung wird auf alle Sparten Einfluss haben. Einige Bereiche wie die Sachversicherungen werden schneller davon profitieren, weil die Digitalisierung dort einfacher umsetzbar ist und die Themen nicht ganz so sensibel sind. Leben und Kranken werden aber nachziehen.

Lesen Sie das vollständige Interview in der aktuellen Cash.-Ausgabe 5/2018.

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Angela Pfeiffer

 

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