12. Juni 2018, 12:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Map-Report: Solvabilität im Vergleich 2008 bis 2017

In diesem Durchschnittswert nicht enthalten sind Lebensversicherer, die auf Übergangsmaßnahmen verzichteten. Den höchsten Wert verzeichnete die SV Sachsen mit einer Bedeckung von 990,3 Prozent, gefolgt von der Swiss Life mit 906,2 Prozent.

Die niedrigsten Quoten gab es bei der WWK (213 Prozent) und der Rheinland (175,1 Prozent). Die durchschnittliche Bedeckung der Mindestkapitalanforderungen inklusive aller Übergangsmaßnahmen lag bei 941,5 Prozent, so die Map-Report Redaktion.

Mit Europa, Ideal und Nürnberger meldeten drei Gesellschaften Quoten von über 3.000 Prozent. Wobei die Europa mit 3.985,2 Prozent bereits an der 4.000er-Marke kratzt.

Deutliche Verbesserungen zu erkennen

Bei dem Vergleich der SCR-Bedeckungsquoten ohne jegliche Hilfs- und Übergangsmaßnahmen zeigten sich deutliche Verbesserungen. Während Ende 2016 noch 23 Lebensversicherer die Bedeckungsquote von 100 Prozent nicht erreichten, waren es Ende 2017 nur noch elf Anbieter.

Zudem verzeichneten im Vorjahr drei Versicherer Basisquoten von null Prozent. Zum Jahresultimo 2017 kam das nicht mehr vor. Bedeckungsquoten von unter 100 Prozent sollten laut Map-Report nicht überbewertet werden.

Denn genau für diese Situation seien die Hilfsmaßnahmen erarbeitet worden, um den Gesellschaften den Übergang vom alten ins neue Aufsichtsregime zu erleichtern.

Sehr hohes Konfidenzniveau

Unternehmen, deren Eigenmittel nicht ausreichten, um das SCR zu bedecken beziehungsweise zu übersteigen, seien keineswegs insolvent. Bei einer SCR-Bedeckung von weniger als 100 Prozent handele es sich lediglich um eine fehlende Risikotragfähigkeit.

Das bedeute nach dem verwendeten Konfidenzniveau von 99,5 Prozent, dass die Gesellschaft nicht über genügend Kapital verfügte, um eine Situation zu überstehen, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 Prozent im nächsten Jahr eintreten könne.

Jedoch sei auch hierbei zu beachten, dass die Übergangsmaßnahmen nur für Verträge gelten, die bereits zum 31.12.2015 im Bestand waren. Danach abgeschlossene Verträge seien ohne Übergangsmaßnahmen zu bewerten.

Bedeckungsquoten schwanken stark

Die Bedeckungsquoten zwischen den Gesellschaften schwankten auch hier extrem. Die höchste Kennzahl hatte mit deutlichem Abstand die Europa mit 996,3 Prozent.

Auf den weiteren Rängen folgen Ergo Direkt (738,1 Prozent), Dortmunder (669,0 Prozent), Dialog (646,2 Prozent) und Deutsche (626,9 Prozent). Der Marktdurchschnitt beträgt 227,3 Prozent (Vorjahr 196,0 Prozent). (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Lebensversicherung:

Studie: Lebensversicherer krisenfester

Lebensversicherungen: Interne Abwicklung oder Verkauf?

Vermittlerzahlen sinken, Maklerzahlen stabil? Von wegen!

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Coronakrise: Welche Versicherungsverträge besonders gefährdet sind

Fast jeder vierte Bundesbürger hat derzeit weniger Geld zur Verfügung als vor der Corona-Pandemie. Zugleich zeigen sich viele Verbraucher sparaktiver als vor der Krise – allen voran jüngere Menschen. Das hat Folgen, auch für Versicherungsverträge. Welche Policen besonders gefährdet sind.

mehr ...

Immobilien

Wird der Immobilienkauf durch Corona schwieriger?

Höhere Preise, knappes Angebot – und jetzt auch noch Corona: Gut jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) vertritt die Meinung, dass der Erwerb von Wohneigentum in den vergangenen zehn Jahren schwieriger geworden ist. Drei Viertel glauben, dass es durch die Corona-Krise sogar noch schwerer werden wird, den Traum vom eigenen Zuhause zu verwirklichen. Insgesamt machen sich zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) aktuell Sorgen über die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Interhyp mit Statista unter 1.000 Bundesbürgern.

mehr ...

Investmentfonds

Klage gegen EY auf 195 Millionen Euro Schadensersatz

Der Insolvenzverwalter der Maple Bank hat die Wirtschaftsprüfer von EY wegen angeblich falscher Beratung bei den umstrittenen “Cum-Ex”-Geschäften zu Lasten der Staatskasse auf 195 Millionen Euro Schadensersatz verklagt.

mehr ...

Berater

Trägt ein Erbe alle finanziellen Risiken?

Kann der Erbe einen Pflichtteilsanspruch wegen einer strittigen Forderung noch nicht abschließend beziffern, muss er den Pflichtteilsanspruch trotzdem ausgleichen. Das Risiko, einen überzahlten Betrag nicht mehr zurückfordern zu können, trägt der Erbe, entschied das OLG Koblenz in seinem Beschluss vom 14.8.2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

US Treuhand bringt neuen US-Publikumsfonds

Die US Treuhand legt mit dem „UST XXV“ einen neuen Fonds für private Investoren auf. Über den Alternativen Investmentfonds (AIF) können sich deutsche Anleger ab einer Anlagesumme von 20.000 US-Dollar an Immobilien in Metropolregionen überwiegend im Südosten der USA beteiligen.

mehr ...

Recht

Weiterbildungspflicht – ohne Ausreden!

Das Verwaltungsgericht Ansbach hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Gesellschafter-Geschäftsführer einer Maklerin in Franken absolvierte Weiterbildungszeiten nachweisen muss. Dieser hatte versucht, sich u.a. wegen eines abgeschlossenen zweiten juristischen Staatsexamens dagegen zu wehren. Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen. Ein Beitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...