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Munich Re mit überraschend hohen Großschäden – Gewinnziel steht weiter

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re sieht sich trotz überraschend hoher Großschäden auf Kurs zu seinem Gewinnziel für 2018. Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten zunächst verhalten aufgenommen.

München: In der Schaden- und Unfallversicherung konnte die Munich Re wieder neues Geschäft mit Erstversicherern verzeichnen.

Mit einem Halbjahresgewinn von 1,6 Milliarden Euro liegen wir sehr gut auf Kurs, um unser Gewinnziel von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr zu erreichen”, sagte Vorstandschef Joachim Wenning am Mittwoch im München.

Im zweiten Quartal konnte der Rückversicherer [1] seinen Überschuss mit 723 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums nahezu stabil halten.

Schaden-Kosten-Quote verschlechtert sich

Im vorbörslichen Handel bei Tradegate verlor die Munich-Re-Aktie am Morgen gut ein Prozent an Wert. Beim Gewinn traf der Konzern zwar die Erwartungen der Analysten. Allerdings hatten die Experten nicht mit so hohen Großschäden gerechnet.

So erwischte vor allem ein Bauschaden an einem Wasserkraftwerk in Kolumbien den Dax-Konzern hart. Insgesamt musste die Munich Re [2] für Großschäden 605 Millionen Euro bezahlen, fast zweieinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor.

In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung reichten die Beitragseinnahmen daher nicht aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich von 93,9 auf 102,0 Prozent.

Ergo steigert Gewinn leicht

Abgefedert wurde die Belastung von einem Gewinnsprung in der Leben- und Kranken-Rückversicherung, die ihr Ergebnis mehr als verdoppelte.

Auch bei der Erstversicherungstochter Ergo lief es besser. Das in einem groß angelegten Umbau steckende Unternehmen aus Düsseldorf steigerte seinen Gewinn leicht auf 108 Millionen Euro.

Ein Jahr zuvor hatte Ergo [3] von einem Steuereffekt und dem Verkauf von Anleihen profitiert. Diesmal schlug der Verkauf des Rechtsschutzversicherers D.A.S. Schweiz positiv zu Buche.

Seite zwei: Beitragseinnahmen steigen in allen Bereichen [4]

Allerdings lief bei den Düsseldorfern auch das Schaden- und Unfall-Geschäft besser. Ergo konnte einen größeren Teil der Prämien als Gewinn einstreichen. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote sank sowohl in Deutschland als auch im Auslandsgeschäft.

Im Ausland soll sie nun im Gesamtjahr bei rund 96 Prozent liegen, einen Prozentpunkt niedriger als bislang geplant. Je niedriger die Quote liegt, desto besser für das Versicherungsunternehmen.

Ihre Beitragseinnahmen konnte die Munich Re [5] in allen Bereichen steigern – außer in der Lebens- und Kranken-Rückversicherung. Dort beendete der Konzern großvolumige Verträge, die hohe Beitragseinnahmen, aber wenig Gewinn gebracht hatten.

Neues Geschäft mit Erstversicherern

Dadurch gingen die Bruttoprämien auch konzernweit um fünf Prozent auf 11,2 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten mit fast einer Milliarde höheren Beiträgen gerechnet.

Unterdessen zeichnet die Munich Re in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung wieder fleißig neues Geschäft mit Erstversicherern wie Allianz [6] oder Axa. Bei der Vertragserneuerung zum 1. Juli weitete sie ihr Prämienvolumen um 42 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro aus.

In den von Naturkatastrophen betroffenen Märkten, vor allem in der Karibik, seien die Preise für Rückversicherungsschutz gestiegen, hieß es. Insgesamt verzeichnete die Munich Re einen Preisanstieg von 0,9 Prozent.

Milliardengewinn für 2018 geplant

Im vergangenen Jahr hatten die Wirbelstürme “Harvey”, “Irma” und “Maria” in den USA und der Karibik gewütet – und die Munich Re wie andere Rückversicherer schwer erwischt.

Mit versicherten Schäden von je nach Studie etwa 135 Milliarden US-Dollar (rund 117 Mrd Euro) wurde 2017 zum schwersten Naturkatastrophenjahr [7] für die Versicherungsbranche. Der Munich Re blieb gerade noch ein Jahresüberschuss von 375 Millionen Euro.

Für 2018 plant Wenning nun wieder mit einem Milliardengewinn. Allerdings steht die gefährliche Hurrikan-Saison in den USA und der Karibik großenteils noch bevor. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

 

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