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Parität wiederhergestellt: Was ändert sich für Versicherte?

Ab dem 01. Januar 2019 teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Krankenkassenbeiträge wieder zur Hälfte. Aber auch Selbstständige und ehemalige Soldaten profitieren. Einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen gibt “Spiegel Online”.

Insgesamt hat der Bundesgesundheitsminister (CDU) den Versicherten Entlastungen von etwa acht Milliarden Euro pro Jahr versprochen.

Am gestrigen Donnerstag hat der Bundestag [1] verabschiedet, worauf sich die Große Koalition schon im Juni dieses Jahres geeinigt hatte: Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wird wieder paritätisch.

Das heißt: Ab dem 01. Januar 2019 müssen die Arbeitgeber wieder die Hälfte des Zusatzbeitrags übernehmen. Doch das ist nicht die einzige Neuerung, wie die Nachrichten-Website Spiegel Online berichtet.

Welche Entlastungen erwarten die Versicherten?

Aktuell zahlen die deutschen Arbeitnehmer und Rentner [2] den Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung von durchschnittlich einem Prozent noch aus eigener Tasche. Ab Januar sollen die Arbeitgeber die Hälfte davon wieder übernehmen.

Unangetastet bleibt dagegen der allgemeine Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent. Diesen teilen sich die Arbeitgeber und -nehmer wie bisher zu gleichen Teilen.

“Durch die Rückkehr zur Beitragsparität kommen auf die Arbeitgeber also Mehrkosten zu, die Versicherten werden um etwa 6,9 Milliarden Euro entlastet”, schreibt Spiegel Online.

Seite zwei: Wie profitiert der einzelne Versicherte? [3]

Ein animierter Kurzfilm [4] des Gesundheitsministeriums zeigt einen Versicherten, über dessen Kopf Bilder von einem neuen Computer, einem Auto, einem Sparschwein und einem Strandurlaub auftauchen, als er von der kommenden Entlastung hört.

“Riesensprünge sind durch die paritätische Beitragsfinanzierung aber nicht drin”, warnt Spiegel Online. Wer monatlich 3000 Euro brutto verdiene, habe in Zukunft aber immerhin 15 Euro mehr im Monat, Rentnern [5] mit einer gesetzlichen Rente von 1200 Euro bleiben etwa sechs Euro mehr.

Gibt es Veränderungen für Selbstständige?

Vielen Kleinunternehmern wie zum Beispiel Taxifahrern sind die Mindestbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen [6] häufig zu hoch.

Aus diesem Grund sehen die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, den Mindestbeitrag ab der Jahreswende um über die Hälfte zu reduzieren – von etwa 360 Euro auf knapp 160 Euro.

Entsprechend steigt das Einkommen von rund einer halben Million Betroffenen. Laut Spiegel Online bedeutet dies eine Gesamtentlastung von 800 Millionen Euro jährlich.

Seite drei: Wer profitiert noch? [7]

Für ehemalige Bundeswehrsoldaten auf Zeit soll es ab dem 01. Januar einen einheitlichen Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung geben.

Sie erhalten Spiegel Online zufolge ein Beitrittsrecht zur freiwilligen Versicherung und nach dem Ende ihrer Dienstzeit einen Zuschuss zu den Krankenversicherungsbeiträgen [8], der anstelle der bisherigen Beihilfe geleistet wird.

Was passiert mit den Rücklagen der Kassen?

Im Jahr 2017 lagen die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen bei 19,2 Milliarden Euro. Seitdem sind sie sogar noch weiter angewachsen. Spahn befürwortet, dass die Kassen Rücklagen haben – jedoch nicht in dieser Höhe.

“Der Minister will, dass sie ihre Finanzpolster abschmelzen und den Versicherten mittels Beitragssenkungen zurückgeben. Künftig sollen die Kassen nicht mehr als eine Monatsausgabe als Reserve haben”, schreibt Spiegel Online.

Kassen mit höheren Rücklagen dürfen ihren Zusatzbeitrag [9] ab dem nächsten Jahr nicht mehr anheben. Überschüssige Einnahmen müssen ab 2020 über einen Zeitraum von drei Jahren abgebaut werden.

Laut dem Bundesgesundheitsministerium entstehen so Spielräume für Beitragssenkungen von 500 bis zu 750 Millionen Euro jährlich.

Seite vier: Worauf müssen sich die Kassen noch einstellen? [10]

Aktuell sitzen die deutschen Krankenkassen auf statistischen Beitragsschulden in Höhe von 6,3 Milliarden Euro – Tendenz zuletzt steigend.

Karteileichen aussortieren

“Als Hauptgrund gelten nicht beendete Mitgliedschaften freiwilliger Versicherter [11] aus dem EU-Ausland, die sich gar nicht mehr in Deutschland aufhalten”, so Spiegel Online.

Melden diese sich nicht ab und zahlen keine Beiträge mehr, so werden sie zum Höchstbeitrag weiterversichert. Spahn möchte die Kassen verpflichten, derartige Karteileichen auszusortieren und ihre Versicherungsverhältnisse zu beenden. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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