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Riester-Rente: IVFP empfiehlt dringende Optimierung

Die Neuabschlüsse bei der Riester-Rente sinken schon seit Jahren beständig. Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) empfiehlt daher “dringend Riester zu optimieren – es wird höchste Zeit.”

Michael Hauer: “Die Beitragsgarantie ist nicht mehr zeitgemäß und kostet Rendite.”

Die Bundesregierung hat die Notwendigkeit laut IVFP [1] ebenfalls erkannt und möchte die staatlich geförderte Altersvorsorge als Zusatz zur gesetzlichen Rentenversicherung erneuern. Wie die konkreten Planungen dazu aussehen, müsse sich jedoch erst noch zeigen.

Gründe für die Stagnation der Riester-Verträge seien in der Vergangenheit bereits immer wieder erörtert worden. Das IVFP habe in einer Studie die Renditechancen bei fondsgebundenen Produkten mit Bruttobeitragsgarantie im aktuellen Marktumfeld untersucht.

Ein Ergebnis dieser Studie sei, dass die derzeitige Ausgestaltung dieser Produkte die Verbraucher bei der Auswahl einschränke. Dies betreffe vor allem Kunden, die chancenorientiert anlegen möchten.

Beitragsgarantie sollte flexibilisiert werden

Da Riester-Produkte bedingungsgemäß eine Bruttobeitragsgarantie beinhalten müssen, habe neben der Kostenstruktur auch das Zinsniveau einen entscheidenden Einfluss auf die Renditechancen.

“Die Beitragsgarantie ist nicht mehr zeitgemäß und kostet Rendite”, so Hauer [2]. Als Folge der verpflichtenden Beitragsgarantie stehen den Verbrauchern kaum fondsgebundene Riester-Produkte in hohen Chancen-Risiko-Klassen (CRK) zur Verfügung.

Der IVFP-Geschäftsführer vertrete daher klar den Ansatz, dass “die Bruttobeitragsgarantie auch bei Riester-Produkten flexibilisiert werden muss. Bei der staatlich geförderten Basisrente ist dies schon immer der Fall.”

Breites Produkt-Portfolio gewährleisten

Wer möchte, der müsse auch das Wagnis eingehen können, auf Riester-Produkte in hohen Chance-Risiko-Klassen zu setzen. Allerdings solle es auch weiterhin Riester-Produkte mit Garantien geben, da viele Verbraucher einen großen Wert darauf legen.

Für die Zukunft sei es wichtig, ein breites Portfolio an Riester-Produkten [3] zu gewährleisten, um den Bedürfnissen aller Verbraucher gerecht zu werden.

Durch Veränderungen der Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Flexibilisierung der Garantie und Reduzierung des Verwaltungsaufwandes, werde die Riester-Rente zukunftsfähig bleiben und vielen Menschen beim dringend nötigen Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge behilflich sein.

Seite zwei: Riesterförderung für alle Bundesbürger [4]

Die vom IVFP gewünschte Flexibilisierung schließe die Forderung nach Riesterförderung [5] für alle Bundesbürger mit ein, als zum Beispiel auch für die Selbstständigen.

“Damit könnte die Komplexität und der nicht unbeachtliche Aufwand bei der Unterscheidung von mittelbarer und unmittelbarer Riesterförderfähigkeit entfallen”, so Hauer.

Eine weitere Verschlankung der Prozesse könne darüber erreicht werden, indem die Zulagenförderung direkt über die Finanzämter geregelt würde.

Riester-Rente sichert den Lebensstandard

Trotz der Kritik an der Riester-Rente [6] sollten die Verbraucher laut IVFP jedoch nicht außer Acht lassen, dass diese maßgeblich zur Sicherung des Lebensstandards beitrage. Anders als bei Anleihen, Aktien oder Sparbüchern biete ein Riester-Vertrag eine lebenslange Leibrente.

Das bedeute, dass eine Riester-Rente auch dann noch zahle, wenn das Kapitel eigentlich schon aufgebraucht wäre. Eine weitere Studie vom IVFP, in der Riester-Verträge untersucht wurden, die sich bereits in der Auszahlungsphase befinden ergab, dass die jährliche Rendite nach Kosten und Steuer durchschnittlich bei drei Prozent liege.

“Ein sehr gutes Ergebnis in der aktuellen Niedrigzinsphase – zumal die Riesterrente auch noch das Langlebigkeitsrisiko abdeckt”, sagt Hauer. Das IVFP wolle mit seinem aktuellen Rating aufzeigen, welche Tarife sich im aktuellen Marktumfeld behaupten können.

IVFP untersucht 33 Riester-Anbieter

In seinem zehnten Riester-Rating habe das Institut 45 Tarife von 33 Anbietern auf bis zu 80 Kriterien hin untersucht. Dabei werden Besonderheiten und Vorteile eines Riester-Vertrages [7], wie beispielsweise eine mögliche Hinterbliebenenabsicherung hervorgehoben.

Weiterhin werden die zu erwartenden Rentenhöhen ermittelt. Neu hinzugekommen sei ein Kriterium das prüft, ob für den Endkunden die Möglichkeit einer digitalen Vertragsverwaltung besteht.

Die vollständigen Ergebnisse des IVFP-Riester-Ratings 2018 finden sie hier [8]. (bm)

Foto: IVFP

 

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