10. September 2018, 13:08
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Studie: Vier Millionen Pflegebedürftige bis 2035

Pflegehelfer müssten auch weitergebildet werden. Mit digitalen Mitteln könnten Pfleger zudem entlastet werden. Die Reformen und Pläne der Bundesregierung reichen laut IW nicht.

So sei von der Zusammenlegung der Ausbildungen der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu erwarten, dass viele in die besser vergütete Krankenpflege gehen.

Am Entwurf zum Pflegepersonal-Stärkungsgesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bemängelte das IW, es bringe viel Bürokratie und solle zeitlich befristet gedeckelte Budgets bereitstellen.

Hohe Pflegebereitschaft bei Angehörigen

In der vergangenen Woche hatten bereits die Gewerkschaften Alarm geschlagen. Laut einer Erhebung von DGB und Verdi fühlen sich hunderttausende Pflegekräfte durch Überlastung, Dauerstress und geringe Bezahlung ausgezehrt. Verdi setzt im Einklang mit dem Koalitionsvertrag auf einen neuen Tarifvertrag für die Pflege.

Laut einer weiteren neuen Umfrage sind aber auch die Angehörigen in hohem Maß zur Pflege bereit. 86 Prozent der Menschen in Deutschland geben eine grundsätzlich Bereitschaft an, nahe Angehörige mehrere Stunden in der Woche zu pflegen, wie Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ermittelt hat.

Rund zwei Drittel von ihnen würden dafür im Beruf kürzer treten und Stunden reduzieren, zwei von zehn sogar eine längere Auszeit nehmen. Das geht einher mit den eigenen Wünschen für den Pflegefall.

Technik soll Pflegende entlasten

Mit 83 Prozent möchte die große Mehrheit in der eigenen Wohnung versorgt werden. Knapp die Hälfte der Befragten kann sich ebenso vorstellen, bei Angehörigen gepflegt zu werden. 37 Prozent würden auch in ein Pflegeheim gehen.

Auch TK-Vizechef Thomas Ballast plädierte für einen stärkeren Einsatz digitaler Technik zur Entlastung von Pflegenden. So könnten etwa Sturzsensoren dazu beitragen, dass Pflegebedürftige länger selbstständig daheim leben könnten.

Die Politik solle Anreize setzen, “damit es hier mehr Angebote gibt und sich diese digitalen Helfer in der Pflege schneller etablieren”, sagte Ballast. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

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