Berufsunfähigkeit: Folgenschwere Fehleinschätzungen

„Zum anderen dürfte der vergleichsweise hohe Preis von BU-Versicherungen, der gerade junge Leute als wichtigste Zielgruppe häufig überfordert, eine der wesentlichen Ursachen sein“, vermutet er.

Maximilian Buddecke, Leiter Maklervertrieb bei der Bayerischen, nennt fehlendes Problembewusstsein bei den Verbrauchern als weiteren Grund.

„BU gilt bei vielen weiterhin als abstraktes Produkt und solange Kunden gesund sind, erkennen sie den Bedarf nicht. Welcher Kunde nimmt sich die Zeit, sich hinzusetzen, um eine Übersicht seiner fixen Kosten wie Miete, Lebensmittel, Strom und Mobilität zu machen, um dann zu überprüfen, ob er im Falle des Verlusts seiner Arbeitskraft genügend Vermögen aufgebaut hat, um diese fixen Kosten zu decken?“, fragt er.

Doch keine Marktstagnation?

Amar Banerjee, Leiter Versicherungsproduktion und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland, will dennoch nicht pauschal von einer Marktstagnation sprechen:

„Zwar ist es richtig, dass die Gesamtzahl der Verträge bei Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen (BUZ) und selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherungen (SBU) branchenweit bei 16 bis 17 Millionen Stück stagniert. Der andere Teil der Wahrheit ist aber, dass die Anzahl der SBU-Verträge zulasten der BUZ-Verträge beständig wächst: Ende 2016 befanden sich bereits 4,3 Millionen SBU-Verträge in den Beständen der Versicherer, zur Jahrtausendwende waren es noch deutlich unter einer Million.“

Anzumerken sei dabei, dass je SBU-Vertrag im Schnitt deutlich höhere Renten versichert werden als bei einer BUZ: knapp 13.000 Euro gegenüber 7.000 Euro per Ende 2016.

Seite vier: Überzeugungsarbeit nötig

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