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Betriebsrente per App? – Auf gar keinen Fall

Komplexe Themen wie die betriebliche Altersversorgung eignen sich kaum für die Kommunikation per Smartphone-App. Die Menschen wollen persönlich und individuell beraten werden. 

Abschluss und Beratung zur bAV sollen persönlich und nicht digital erfolgen.

Die betriebliche Altersvorsorge [1] per App abzuschließen, ist für die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer keine Option. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon, in der rund 1.000 Arbeitnehmer aus Großunternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten befragt wurden.

Unterschiede gibt es vor allem bei den Generationen. So äußerte rund jeder zweite Befragte zwischen 18 und 39 Jahren den Wunsch nach persönlicher Beratung. Auf dem zweiten Platz folgt die regelmäßige, schriftliche Information durch den Arbeitgeber, erst danach kommen digitale Kanäle wie Website und Smartphone-App.

Thema ist für ausschließlich digitale Kanäle zu komplex

“Das Thema Altersvorsorge ist zu komplex, um es Mitarbeitern allein über digitale Kanäle nahezubringen. Vielmehr ist eine höchst differenzierte und individuelle Ansprache durch den Arbeitgeber gefragt. Denn das generell starke Informationsbedürfnis variiert mit der persönlichen Situation, ist abhängig von Alter, Einkommen und Geschlecht”, kommentiert Aon-Geschäftsführer Fred Marchlewski die Ergebnisse der Studie.

Hinsichtlich der Betriebsrente [2] wissen die meisten Arbeitnehmer (79,1 Prozent) zwar grundsätzlich Bescheid, aber Details bleiben für 35,5 Prozent der Befragten nebulös. Mit zunehmenden Alter und Einkommen steigen die Kenntnisse über individuelle Rentenbezüge, entsprechend nimmt das Informationsbedürfnis hier ab.

Was aber bleibt, ist der Wunsch nach einer persönlich zugeschnittenen Beratung durch den Arbeitgeber. Darüber hinaus fände der Großteil der Arbeitnehmer eine säulenübergreifende Information (gesetzlich, betrieblich und privat) hilfreich, um sich über die zu erwartenden Alterseinkünfte zu informieren.

Seite zwei: Kommunikation in der bAV ist elementar wichtig [3]

“Das Thema Kommunikation in der bAV ist elementar wichtig”, so Marchlewski. “Die Menschen haben weder Lust noch Zeit, sich mit Kleingedrucktem und komplizierten Fakten zu beschäftigen. Sie möchten wissen, woran sie sind. Was wir brauchen, ist eine zielgruppengerechte und transparente Kommunikation, die bei Arbeitnehmern ankommt. Und je komplexer das Thema ist, desto einfacher muss die Kommunikation dazu sein. Das ist eine Sache für Experten.”

Betriebsrente: Persönliche Beratung ist besonders jungen Arbeitnehmern wichtig. Das zeigt eine repräsentative Studie des Beratungsunternehmens Aon Hewitt deutlich.

Wie die Daten erhoben wurden

Vom 2. Juli bis 15. August 2018 wurden im Rahmen einer Online-Umfrage 1.008 Arbeitnehmer von Großunternehmen in Deutschland nach ihrer Einstellung zu verschiedenen Aspekten der betrieblichen Altersversorgung befragt. Die Auswahl der Teilnehmer wurde so gesteuert, dass die Befragung für die Zielgruppe repräsentativ ist (Alter, Geschlecht und Region). (fm)

Foto: Shutterstock