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Debeka präsentiert starke Bilanz: Wachstum in allen Sparten

81.000 neue Vollversicherte in der Privaten Krankenversicherung, ein Plus von sieben Prozent im SHU-Geschäft und 3,7 Prozent Zuwachs in der Lebensversicherung. Für die Debeka ist das Geschäftsjahr 2018 äußerst erfreulich gelaufen.

Sonnenschein über der Hauptverwaltung der Debeka in Koblenz. Die Versicherungsgruppe kann auf ein gutes Geschäftjahr 2018 zurückblicken.

 

Das Geschäftsjahr 2018 war für die die Private Krankenversicherung der Debeka extrem erfreulich. Insgesamt konnte der Marktführer 81.000 neue Mitglieder in der privaten Vollversicherung gewinnen und erreichte damit den höchsten Zuwachs seit 2011.

Die Beitragseinnahmen der Krankenversicherung überstiegen erstmals die Marke von sechs Milliarden Euro. Innerhalb der genossenschaftlich geprägten Unternehmensgruppe trug die Krankenversicherung damit erneut zu einem deutlichen Beitragswachstum bei.

Die Einnahmen der gesamten Versicherungsgruppe erreichten im vergangenen Jahr 10,7 Milliarden Euro. Eine Steigerung um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An direkten und indirekten Versicherungsleistungen erbrachte die Versicherungsgruppe 12,6 Milliarden Euro.

Das sind zwei Milliarden mehr, als sie an Beiträgen eingenommen hat. Möglich ist dies durch drei Milliarden Euro an Erträgen aus Kapitalanlagen, die mittlerweile auf über 100 Milliarden Euro angewachsen sind.

 

Seite 2: 290 Millionen Beitragsrückerstattung [1]

Für 400.000 Krankenversicherte, die keine Leistungen zur Abrechnung eingereicht hatten, zahlte die Debeka 2018 rund 290 Millionen Euro als Beitragsrückerstattung. Die Gruppe konnte 2018 insgesamt rund 720.000 neue Verträge abschließen und ihr Neugeschäft um 3,1 Prozent steigern. Sie betreut mittlerweile 20,8 Millionen Verträge von nunmehr 7,2 Millionen Menschen.

Der Vorstandsvorsitzende der Debeka, Thomas Brahm, zeigt sich mit den Ergebnissen 2018 zufrieden. „Die Private Krankenversicherung beweist nach wie vor, dass sie ein unverzichtbarer Teil des deutschen Gesundheitswesens ist“, erklärte Brahm in diesem Zusammenhang.

Für das kommende Jahr sieht er für alle Sparten weiterhin gute Wachstumschancen. Ein Grund dafür sei die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der Mitglieder erst einen Vertrag bei der Debeka abgeschlossen habe.

Neben der Privaten Krankenversicherung wuchs 2018 auch die gesetzliche Krankenkasse der Debeka, die Debeka BKK, mit 12,4 Prozent besonders stark. Insgesamt kommt die Kasse mittlerweile auf 128.000 Versicherte. Sie zählt damit zu den 50 größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland.

 

Seite 3: Zweitgrößter privater Unfallversicherer [2]

Aber auch die anderen Unternehmen der Marke Debeka waren im vergangenen Jahr von einem überdurchschnittlichen Wachstum geprägt. So konnte die Debeka Allgemeine Versicherung eine Steigerung der Einnahmen um fast sieben Prozent – auf 961 Millionen Euro – erreichen.

Zweitgrößter Unfallversicherer im Markt

Der Schaden- und Unfallversicherer der Gruppe betreute am Jahresende rund 6,4 Millionen Verträge, davon rund zwei Millionen Unfallversicherungen. Das macht die Debeka zum zweitgrößten Unfallversicherer in Deutschland.

Wachstum in der Lebensversicherung

Die Debeka Lebensversicherung wuchs um 3,7 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro Beitragseinnahmen und festigte damit ihre Marktposition. „Die neue Tarifwelt, die mit einer stärkeren Orientierung am Aktienmarkt den Kunden trotz der Niedrigzinsphase zusätzliche Chancen auf eine stärkere Rendite für die Altersvorsorge bietet, wird von den Interessenten unverändert gut angenommen“, erklärt Brahm.

Dies gelte insbesondere für die Versicherungen mit einer Einmalzahlung, die 2018 ein Anlagevolumen von 287 Millionen Euro erreichten. Das entspricht einer Steigerung um 45 Prozent gegenüber 2017.

Auch die neue kapitalmarktnahe Riester-Rente konnte bei der Debeka im vergangenen Jahr um 31 Prozent zulegen, bestätigt der Vorstandsvorsitzende. Nach der Anzahl der Rentenversicherungspolicen – also ohne die klassischen Lebensversicherungen – ist die Debeka sogar der zweitgrößte Altersvorsorgeanbieter in Deutschland.

 

Seite 4: Warnung vor Altersarmut [3]

Laut Brahm ist dies aber zunehmend ein schwieriges Gebiet, denn durch die Niedrigzinsphase seien viele Menschen beim Thema Altersvorsorge verunsichert. „Es ist wichtig, dass die Deutschen, die Jahrzehnte auf umfassende Garantien gesetzt haben, umdenken und die Chancen des Kapitalmarktes erkennen.

Das bedeutet nicht, dass sie auf Sicherheiten verzichten müssen. Es gibt viele Sicherungsoptionen in der neuen Welt der Altersvorsorge. Durch die Niedrigzinsphase und die immer stärker werdenden Einflüsse der älter werdenden Bevölkerung besteht beim Thema Rente ein hoher Vorsorgebedarf. Die Deutschen müssen aufpassen, dass sie nicht in die Altersarmut geraten“, beschreibt Brahm die aktuelle Situation.

Betriebsrentenstärkungsgesetz – weiter warten auf den Durchbruch

Um einer drohenden Altersarmut vorzubeugen, wurde mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz ein neuer Weg für die betriebliche Altersvorsorge eröffnet. Mit dem sogenannten Sozialpartnermodell sollen künftig insbesondere auch klein- und mittelständische Unternehmen die Möglichkeit haben, ihren Mitarbeitern eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge anzubieten.

 

Seite 5: bAV zieht nicht [4]

„2019 muss die Reform in der Praxis ankommen“, sagt Vorstandsmitglied Dr. Normann Pankratz, der mit der Debeka einer der fünf Partner im genossenschaftlich geprägten Rentenwerk ist, das von der Debeka geführt wird.

„Künftig entscheiden die Sozialpartner über konkrete Altersvorsorge-Modelle in der reformierten Betriebsrente. Bisher haben sie sich aber noch nicht auf ein Angebot verständigt. Das ist schlecht für die zukünftigen Rentner-Generationen.“

Insgesamt, so Pankratz, sei das Gesetz ein wichtiger und richtiger Schritt. „Jetzt hoffen wir, dass das auch bei den Arbeitnehmern ankommt. Wir sind startklar und unsere Angebote für die Sozialpartner stehen.“

Fachkräftemangel bei der Debeka


Nachdem die Debeka-Gruppe aufgrund der demographischen Entwicklung in den vergangenen Jahren Personalrückgänge verzeichnen musste, konnte die Zahl der Mitarbeiter Ende 2018 mit insgesamt 16.194 auf dem Niveau des Vorjahres stabilisiert werden.

Jedoch verzeichnet das Unternehmen gerade an seinem Hauptsitz in Koblenz noch einen sehr hohen Fachkräftemangel, besonders im IT-Bereich. Dort sind aktuell rund 100 Stellen unbesetzt. In der Ausbildung und im dualen Studium befanden sich am Jahresende bei der Debeka 1.617 junge Menschen. Damit ist die Gruppe unverändert der größte Ausbilder der Versicherungsbranche.

 

Seite 6: Neue Kapitalanlage-Gesellschaft [5]

Im Dezember startete die Debeka Asset Management GmbH (DebekAM) ihren Geschäftsbetrieb. Das Tochterunternehmen der Debeka Krankenversicherung soll künftig die Aktienanlagen der Debeka-Unternehmensgruppe eigenständig managen. Mit Aufnahme des Geschäftsbetriebes ist die DebekAM damit für Anlagen in Höhe von rund 400 Millionen Euro verantwortlich.

Die neue Gesellschaft wird gleichzeitig auch ihre Aktienexpertise bei den chancenorientierten Rentenversicherungsprodukten der Debeka Lebensversicherung einbringen, die heute stärker am Kapitalmarkt partizipieren, um so trotz der Niedrigzinsphase eine rentable Altersvorsorge zu ermöglichen.

„Wir werden uns bei der Ausgestaltung der Fonds sehr stark auf das Thema Nachhaltigkeit konzentrieren, denn gerade junge Menschen legen großen Wert auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Anlage“, erklärt Ralf Degenhart, Finanzvorstand der Debeka-Versicherungsgruppe.

Die neuen Fonds, die für die Aktienanlage der Debeka aufgesetzt wurden, managt die DebekAM mit einem aktiven Investmentansatz. Den Vorteil für die Mitglieder bei diesem „hauseigenen“ Management sieht die Debeka insbesondere in einer großen Kostenersparnis, die – anders als bei extern gemanagten Fonds – zu mehr Erträgen für die Versicherten führen soll.

 

Seite 7: Kapital- und Eigenmittelausstattung über 100 Prozent [6]

Die aufsichtsrechtlich relevanten Quoten der Eigenmittelausstattung im Verhältnis zu den eingegangenen Verpflichtungen lagen zum Jahresende laut Debeka nach vorläufigen Berechnungen bei allen Unternehmen deutlich über 100 Prozent.

Damit erfülle die Debeka alle gesetzlichen Vorgaben, teilte das Unternehmen mit. Auch durch die Änderungen der Vorschriften über zusätzliche Rückstellungen, die infolge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu bilden sind, die sogenannte Zinszusatzreserve, erreicht die Debeka Lebensversicherung nach eigenen Angaben für 2018 eine Quote von über 100 Prozent.

Nach Aussage des Vorstands der Debeka Leben, Dr. Normann Pankratz, sei dieser Wert jedoch sehr starken Schwankungen unterlegen. Das habe aber nichts mit der grundsätzlichen Erfüllbarkeit der zugesagten Leistungen zu tun.

„Wir sind auch trotz der Niedrigzinsphase gut aufgestellt. Unsere Mitglieder müssen sich auch in diesen Zeiten keine Sorgen machen.“ Dennoch fordert Pankratz, dass die EZB dringend einen Wandel einleitet. Die unverändert niedrigen Zinsen führten zu einem Milliarden-Loch auf den Altersvorsorgekonten zukünftiger Rentner, das bereits heute schon nur noch mit erheblichem Mehraufwand beglichen werden könne. (dr)

Foto: Debeka