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Helau und Alaaf: Richtig abgesichert durch den Karneval

Nur noch eine Woche bis Rosenmontag! Bei allem Frohsinn sind kleinere und größere Schäden und Verletzungen da keine Seltenheit. Wer dem bunten Treiben gelassen entgegenblicken will, der sollte sich richtig absichern.

Je ausgelassener gefeiert wird, desto eher passiert schon mal ein Unfall.

Selbst was die Rechtslage angeht herrscht während der Karnevalszeit vielerorts Ausnahmezustand: So gelten abgeschnittene Krawatten im Rheinland zur Weiberfastnacht nicht als Sachbeschädigung, und Verletzungen durch fliegende Kamelle als allgemeines Lebensrisiko.

Welche weiteren Sonderregelungen die Karnevalisten erwarten und welcher Versicherungsschutz [1] jetzt sinnvoll ist, erklären Versicherungsexperten des Finanzdienstleisters Dr. Klein Privatkunden AG aus Köln und Düsseldorf.

Von vornherein richtig absichern

Das Auto bleibt in der Karnevalszeit meist stehen, schließlich gehören die Straßen vorübergehend feiernden Jecken und ihren Umzugswagen. Dabei leben am Straßenrand parkende Fahrzeuge gefährlich: Von kleinen Kratzern bis kaputten Scheiben kann einiges passieren.

“Zwar haftet eigentlich der Verursacher für die entstandenen Schäden, doch der dürfte im Karnevalstrubel meist schwer zu finden sein”, erklärt Can Erürker, Spezialist für Versicherung aus Düsseldorf.

Daher sei es besser, wenn Autofahrer [2] von vornherein richtig versichert sind. “Die Vollkasko-Versicherung übernimmt die Ausbesserung aller Schäden durch Dritte.”

Seite zwei: Im Fall der Fälle schnell reagieren [3]

Wer über eine Teilkasko-Versicherung verfüge, erhalte nur dann eine Erstattung der Reparaturkosten, wenn in den Wagen eingebrochen wurde. Mutwillige Beschädigungen seien nicht abgedeckt.

Wichtig sei auch, dass Autobesitzer im Fall der Fälle schnell reagieren, Schäden umgehend fotografieren und sie sowohl der Polizei als auch der eigenen Versicherung [4] melden.

Haftpflicht ist unersetzlich

Je ausgelassener das Fest, desto größer die Unfallgefahr. Wer das Kostüm des Freundes mit Rotwein “verschönert” oder sein Handy im Bierglas ertränkt, der verfügt besser über eine Privathaftpflichtversicherung.

Diese springt jedoch nur ein, wenn der Schaden nicht vorsätzlich entstanden ist. “Eine Haftpflichtversicherung [5] sollte eigentlich für jeden Bundesbürger Pflicht sein – und das nicht nur in der Karnevalszeit”, sagt Andreas Bitkowski, Versicherungsspezialist bei Dr. Klein in Köln.

“Eine gute Police ist für nur wenige Euro im Monat zu haben. Und der Schutz ist unbezahlbar. Wenn ich beispielsweise einen Unfall mit Personenschaden verursache muss ich ohne eine entsprechende Absicherung selbst für Schmerzensgeld oder sogar Rentenleistung in Millionenhöhe aufkommen.”

Seite drei: Krawattenschnitt nur im Rheinland [6]

Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt Bitkowski auch, eine Deckungssumme von mindestens zehn Millionen Euro zu vereinbaren.

Hinweis für alle weiblichen Jecken: Das Tragen einer Krawatte an Weiberfastnacht im Rheinland gilt als stillschweigende Einwilligung, dass diese abgeschnitten werden darf.

Außerhalb der Karnevalshochburgen ist das Kürzen des Schlipses jedoch mutwillige Sachbeschädigung – und das erstattet nicht einmal die beste Haftpflichtversicherung [7].

Wer haftet für Schäden an Gebäuden?

Anti-Karnevalisten müssen jetzt stark sein: Laute Umzüge vor der eigenen Wohnung müssen sie vor allem in der Nacht von Rosenmontag auf Karnevalsdienstag ertragen.

Wird das Eigenheim [8] dabei durch die vorbeifahrenden Wagen beschädigt, haftet der Veranstalter, sofern er gegen die Verkehrssicherungspflichten verstoßen und keine ausreichenden Absperrungen errichtet hat.

Ist ein einzelner Randalierer oder Wildpinkler Schuld, muss der Verursacher für Reparatur oder Reinigung aufkommen. Oft bleiben die Bewohner jedoch auf den Kosten sitzen, da sich der Schuldige nicht mehr ausmachen lässt.

Seite vier: Vandalismus auch an anderen Feiertagen [9]

“Einige Versicherer bieten im Rahmen der Wohngebäudeversicherung einen Zusatzschutz gegen Vandalismus an”, weiß Bitkowski. “Für Immobilienbesitzer in Karnevalshochburgen ist eine entsprechende Police unter Umständen sinnvoll, denn bei manchen Fassaden ist die Reinigung aufwändig.”

Zudem springe die Versicherung nicht nur an Karneval ein, sondern beispielsweise auch dann, wenn Kinder das Haus an Halloween mit Eiern oder Zahnpasta verschönern.

Der Spezialist rät allerdings zu einem Vergleich verschiedener Angebote, denn: “Bei einigen Policen sind die Entschädigungen auf einen jährlichen Höchstbetrag beschränkt und der Versicherungsnehmer muss eine Selbstbeteiligung leisten.”

Auch BU-Police ist sinnvoll

Wer vom Festwagen fällt oder beim Kamelle-Wurf eine Platzwunde davonträgt, erleidet in der Regel eher kleinere Verletzungen: klarer Fall für die gesetzliche oder private Krankenversicherung.

Bleiben nach einem Unfall jedoch Gesundheitsschäden zurück, kann eine private Unfallversicherung finanzielle Entschädigungen bieten.

“Noch besser schützt eine Berufsunfähigkeitsversicherung [10]. Denn: Sie zahlt nicht nur bei bleibenden Schäden durch Unfälle, sondern auch bei länger andauernder Krankheit. Und letzteres ist statistisch gesehen deutlich wahrscheinlicher”, so Erürker. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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