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PKV-Rating: Die besten Krankenversicherer im Map-Report

Der Map-report hat sein neues PKV-Rating vorgelegt. Untersucht wurden die Bilanzdaten und Servicekennzahlen von 14 privaten Krankenversicherern aus den Jahre 2013 bis 2017 sowie die Bestandsbeiträge des Zeitraums von 2000 bis 2019. Insgesamt 16 PKV-Unternehmen verweigerten sich. Gewinner der 19. Auflage des Map-report ist die Debeka.

Die besten privaten Krankenversicherer im diesjährigen Map-Report PKV-Rating.

Die Auswahl eines privaten Krankenversicherers muss gut überlegt sein. Dem Anbietervergleich von Krankenvollversicherungen kommt deshalb große Bedeutung zu. Nun hat der Map-report, der seit wenigen Monaten dem Analysehaus Franke & Bornberg gehört, sein 19. PKV-Rating veröffentlicht. Jahren.

Dafür untersucht er die Anbieter von Krankenvollversicherungen (substitutive Krankenversicherung) in den Bereichen Bilanz, Service sowie Vertrag nach klar definierten Kriterien. Jedem Kriterium ist eine maximal erreichbare Punktzahl zugeordnet.

Einige mauern

14 Gesellschaften mit knapp 48 Prozent Marktanteil (verdiente Beiträge) lieferten in diesem Jahr die für das Rating erforderlichen Daten. Allerdings verweigerten sich 16 Gesellschaften die Teilnahme. Hier wurden die öffentlich zugänglichen Bilanzkennzahlen ausgewertet.

Seite 2: Debeka bleibt Spitze [1]

Branchenprimus Debeka, mit Ausnahme des Jahres 2017 seit 2001 Serien-Sieger im Map-PKV-Rating, verteidigt einmal mehr die Top-Position als Deutschlands bester privater Krankenversicherer. Mit 83,85 von maximal 100 Punkten knackte die Debeka als einziges Unternehmen die magische Grenze von 80 Punkten.

Die Gesellschaft überzeugte in allen drei Teilbereichen des Ratings. Während es bei den Bilanzkennzahlen mit 23 von maximal 30 Punkten zum sechsten Rang reichte, erzielte sie bei der Servicebewertung mit 26,65 von 30 Punkten ebenso wie bei Vertragsdaten mit 35,20 von maximal 40 Punkten die Spitzenposition.

Der zweite Platz ging an die Provinzial Hannover. Mit 31 von maximal 36 Punkten im Vertragsteil (reduzierte Maximalpunktzahl, da junger Versicherer) konnte sie ihre hervorragende Bewertung vor allem durch stabile Beiträge erzielen.

Aber auch in den Teilbereichen Bilanz und Service überzeugte die Provinzial mehrfach. Ihr Gesamtergebnis: 78,85 Punkte. Die Krankenversicherer Signal Iduna, R+V, LVM und Alte Oldenburger konnten ihren Platz in der Spitzengruppe behauptet. Neu hinzugekommen ist die Allianz Krankenversicherung, gemessen an den 2017 verdienten Beiträgen Deutschlands drittgrößter Privatversicherer.

Darüber hinaus hat Map-report auch die Beitragsanpassungen der privaten Krankenversicherer unter die Lupe genommen. Hier zeigt sich, dass die untersuchten Versicherer diese für 2019 im Schnitt um 2,87 Prozent angehoben haben, eine ähnliche Größenordnung wie im Vorjahr.

 

Seite 3: 2,87 Prozent Beitragssteigerung [2]

Für einen Angestellten lag die durchschnittliche Beitragserhöhung zwischen den Jahren 2000 bis 2019 bei 3,79 Prozent pro Jahr. Zu Jahresbeginn 2019 stieg ihr Beitrag durchschnittlich um 2,87 Prozent (Vorjahr: 2,89 Prozent), bei älteren Versicherten waren es 3,39 Prozent (Vorjahr 2,90 Prozent).

In der Musterberechnung für einen Bundesbeamten stiegen die Bestandsbeiträge von 2000 bis 2019 jährlich um 2,89 Prozent. Zum Jahresanfang 2019 waren es 2,14 Prozent (Vorjahr: 2,81 Prozent). In der stationären Zusatzversicherung wuchs der Beitrag in den vergangenen 19 Jahren durchschnittlich um 0,25 Prozent pro Jahr. Anfang 2019 betrug die Steigerung bei den untersuchten Gesellschaften 3,24 (Vorjahr: 3,38 Prozent)

Gerade die PKV steht häufig wegen vermeintlich zu hoher Beiträge für ältere Versicherte und großer Beitragssprünge im Kreuzfeuer der Kritik. In der Berichterstattung fällt oft unter den Tisch, dass es klare Vorgaben für Beitragserhöhungen gibt.

So darf der Beitrag erst steigen, wenn die tatsächlichen Kosten die Kalkulation um mehr als zehn (teilweise fünf Prozent) übersteigen. Größere Beitragssprünge sind aufgrund dieser Vorgaben vorprogrammiert, ein kontinuierlicher Mechanismus der Anpassung an die Kostenentwicklung würde von Versicherungskunden sicher besser verstanden. Auch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) fordert ihren Tribut.

Seite 4: Reputationsrisiko Mauern [2]

Seit 2018 untersucht der Map-report auch den Gesamtbestand nach Monatssollbeiträgen. Hier betrugen die Beitragsanpassungen zwischen 2012 bis 2017 durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr. Mit dem BaFin-Nachweis 230 gibt es dabei eine verbindliche Vorgabe für die Ermittlung der Beitragserhöhungen. Einige Unternehmen verweigern jedoch jegliche Transparenz und melden gar keine Zahlen.

Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg und Herausgeber des Map-reports, zeigt sogar ein gewisses Verständnis für die Auskunftsverweigerer: „Öffentliche Transparenz zeigt neben den Stärken auch mögliche Schwachstellen der Versicherer auf. Man darf aber nicht vergessen, dass eine Nicht-Teilnahme auch eine Aussagekraft für sich hat. Die Erfahrung zeigt, dass Verbraucher eher durch fehlende Informationen als durch die Sichtbarkeit einzelner Schwächen verunsichert werden. Mauern birgt also durchaus auch Risiken für die Reputation.“ (dr)

 

Fotos/Grafik: Franke & Bornberg/Map-report