Viridum: Der Anfang vom Ende der Branche?

Medien berichten vom Befreiungsschlag. Gemeint ist der Verkauf von vier Millionen Verträgen der Lebensversicherung von der Generali Versicherung an die Viridium Versicherungsgruppe. Letztere sind auch als Run-Off Unternehmen bekannt. Die überraschende Prognose eines Mitbewerbers von Viridium lässt stutzig werden.

Ist das Vorgehen der Generali der Anfang vom Ende? 

“Wir sind überzeugt in den nächsten Jahren noch weitere Transaktionen zu sehen, und das nicht nur im Bereich der Bestandsübertragung“ sagt Christian Thimann, Vorstandschef der Athora Deutschland Gruppe AG gegenüber dem Handelsblatt. Das Unternehmen ist ein Mitbewerber der Viridium Versicherungsgruppe. Beide beschreiben sich als effiziente Manager von Versicherungsbeständen.

Anlass zur positiven Grundstimmung der Run-Off Unternehmen ist die fehlende Reaktion der Öffentlichkeit zur Abwicklung des Geschäfts zwischen der Generali und Viridium.  2017 macht die ERGO beim Versuch des Verkaufs von Lebensversicherungen schlechte Erfahrungen. Der Widerstand von Kunden und der dadurch erzeugte öffentliche Druck tragen dazu bei, das Vorhaben aufzugeben.

In dieser Woche sagt Achim Kassow, Vorstandschef der ERGO Deutschland AG, dazu gegenüber dem Handelsblatt: „Was ich beobachte, ist, dass sich die Diskussion inzwischen versachlicht hat.“ Diese Aussage fasst zusammen, was Marktbeobachter nicht erwartet haben. Die Generali kann ihre Bestände ohne öffentliche Gegenwehr an Viridium verkaufen.

So erklärt sich auch die Auffassung von Christian Thimann. Getreu dem Motto, was einmal funktioniert, das klappt auch ein zweites Mal, scheint nun eine Barriere gebrochen. 

 

Überraschend: Kein Gegenwind von Verbraucherschützern

Verbraucherschützer sind eine wichtige Gruppe, die öffentlichen Druck erzeugen kann. Im Fall der Generali fallen die Äußerungen jedoch überraschend positiv aus:

„Es muss für Verbraucher kein schlechter Deal sein, von jemandem wegzukommen, der ohnehin keinen Bock mehr auf ihn hat, und hin zu jemandem der richtig Bock auf den Kunden hat“, so Lars Gatschke, Versicherungsexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, gegenüber dem Handelsblatt. 

Seite 2: Wie Verbraucherschützer gegenüber Kunden argumentieren

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