8. Juni 2020, 10:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie zur Arbeitskraftabsicherung: Die großen Irrtümer und die Frage des Preises

Ist das Thema Arbeitskraftabsicherung bei den Deutschen angekommen? Eine neue Studie des Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Gothaer Versicherung zeigt, dass die Deutschen sich des Risikos zumindest bewusst sind.  Abgesichert haben sich aber nur die Hälfte der Bürger. Weitere Erkenntnisse: Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bleibt erste Wahl, Alternativen zur BU sind fast gänzlich unbekannt und mehr als hundert Euro wird kaum jemand für die Absicherung der Arbeitskraft ausgeben.

Bildschirmfoto-2020-06-08-um-09 32 38 in Studie zur Arbeitskraftabsicherung: Die großen Irrtümer und die Frage des Preises

Oliver Brüß, Vertriebsvorstand der Gothaer Versicherungen

Absicherung gegen Lebensrisiken – BU liegt vorn

Das Risiko eines auch zeitweisen Einkommensausfalls durch Berufsunfähigkeit ist den Menschen durchaus bewusst. Auf die Frage, wie sie sich am besten gegen finanzielle Lebensrisiken absichern wollen, gibt es einen klaren Favoriten.

62 Prozent nennen die Berufsunfähigkeitsversicherung, dicht gefolgt von der privaten Rentenversicherung (54 Prozent), der Kfz-Vollkaskoversicherung (37 Prozent) sowie der Krankenzusatzversicherung (33 Prozent).

Als weitere Absicherungen werden noch die Haftpflicht (acht Prozent), die Unfall (drei Prozent), die Rechtsschutz (zwei Prozent), die Hausrat (ein Prozent) sowie die Lebensversicherung (ein Prozent) genannt.

Risiko BU: Es trifft immer nur die anderen

Das Risiko der eigenen Berufsunfähigkeit wird dagegen nicht wirklich wahrgenommen. Die Mehrheit der Befragten schätzt dieses Risiko für sich persönlich als gering (56 Prozent) oder sehr gering (17 Prozent) ein. Nur 19 Prozent halten dieses Risiko für groß (19 Prozent) oder sehr groß (drei Prozent).

Befragte mit formal geringerem Bildungsgrad schätzen dieses Risiko etwas häufiger als (sehr) groß ein als Befragte mit formal höherem Bildungsabschluss. 48 Prozent der befragten Erwerbstätigen geben an, dass sie ihre Arbeitskraft bereits abgesichert haben, 44 Prozent haben das bisher noch nicht getan.

Darum sichern sich viele nicht gegen Berufsunfähigkeit ab

Den meisten Befragten, die sich nicht abgesichert haben, ist eine entsprechende Versicherung schlichtweg zu teuer (33 Prozent). 22 Prozent glauben, dass die Versicherung ohnehin nicht zahlen würde, 21 Prozent sind von den Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht überzeugt. 14 Prozent der Befragten legen lieber selber Geld zurück. Sechs Prozent geben ihr Geld lieber für andere Dinge als Versicherungen aus.

Grundfähigkeitenversicherung weitgehend unbekannt

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (82 Prozent) und die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (62 Prozent) sind den meisten Befragten bekannt. Allerdings sind diese Modelle besonders für gefährdete Berufsgruppen wie etwa Dachdecker nicht gerade preiswert. Eine Grundfähigkeitenversicherung löst dieses Problem, allerdings ist dieses Angebot bislang nur fünf Prozent der Befragten bekannt.

BU-Versicherung erste Wahl

Wer seine Arbeitskraft bereits abgesichert hat, greift am häufigsten zur klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung (73 Prozent). Darauf folgen eine private Unfallversicherung (60 Prozent) sowie die private Krankenzusatzversicherung (32 Prozent) und die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (17 Prozent). Die wenigsten (ein Prozent) haben eine Grundfähigkeitsversicherung gewählt.

Über 100 Euro geht gar nichts

Wer seine Arbeitskraft bisher aus verschiedenen Gründen nicht abgesichert hat, könnte über einen für ihn akzeptablen Preis doch noch zum Abschluß bewegt werden. So dürfte eine entsprechende Versicherung für 46 Prozent maximal bis zu 50 Euro im Monat kosten, für weitere 27 Prozent 50 bis unter 100 Euro im Monat.

Nur sehr wenige Befragte wären bereit, für die Absicherung ihrer Arbeitskraft monatlich 100 bis unter 150 Euro (fünf Prozent) oder 150 Euro und mehr (ein Prozent) zu bezahlen. Ein Fünftel (20 Prozent) traut sich zu dieser Frage keine Einschätzung zu.

„Die Studie zeigt, dass wir mit dem Angebot des Fähigkeitenschutzes eine große Lücke schließen“, so Gothaer Vertriebsvorstand Oliver Brüß. „Die Absicherung der eigenen Existenz ist essentiell, mit dem Fähigkeitenschutz bietet sich diese Möglichkeit nun auch für diejenigen, denen eine solche Absicherung bisher zu teuer war.“ (dr)

Foto: Gothaer

 

1 Kommentar

  1. Schon lustig, denn zu einer ordentlichen Arbeitskraftabsicherung gehören IMMER: Ein privates Krankentagegeld, eine Unfallversicherung, und die drei Alternativen: Erwerbsunfähigkeits-, Grundfähigkeits- und Berufsunfähigkeitsversicherung. So geht Arbeitskraftabsicherung und nicht anders. Oder ?

    Kommentar von Nils Fischer — 10. Juni 2020 @ 13:47

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Thomas Neuer wird Director Sales bei XbAV

Der Münchener Plattformanbieter XbAV verstärkt sein Team um den Vertriebs- und Digitaltransformationsexperten Thomas Neuer. Neuer kommt als Director Sales zu XbAV.

mehr ...

Immobilien

Hamburg: Preistrend für Wohninvestments setzt sich trotz Corona

Der Markt für Wohn-Investments in Hamburg zeigt sich angesichts der Corona-Pandemie äußerst krisensicher. Das Transaktionsgeschehen kam während des Lockdowns zwar kurzzeitig zum Erliegen, jedoch hat sich der Markt inzwischen wieder normalisiert. Auch die Preisentwicklung knüpft an den Trend vor Pandemie-Beginn an. Also business as usual?

mehr ...

Investmentfonds

Nachhaltiges Investieren: Versicherer auf Kurs?

Die Integration von ESG-Faktoren (Environment, Social, Governance) bei der Kapitalanlage deutscher Versicherungsunternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies geht aus einer aktuellen Studie des europäischen Assetmanagers Candriam und der Versicherungsforen Leipzig hervor. Was die größten Herausforderungen beim Thema ESG sind.

mehr ...

Berater

DISQ: Die besten Kfz-Versicherer

Und es gibt erhebliche Preis-Leistungs-Unterschiede in der Kfz-Versicherung. Im Idealfall lassen sich bis zu 80 Prozent einsparen. Das zeigt das neue DISQ-Rating unter 27 Kfz-Versicherern, darunter 19 Filial- sowie acht Direktversicherer. Drei Einzeltarife erhielten ein „sehr gut“. Auf Platz eins kamen der Marktführer HUK-Coburg und  der Direktversicherer CosmosDirekt.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...