12. Mai 2020, 14:43
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Allianz will Corona-Hilfe für Firmenkunden ausbauen

Nach Kritik an der Versicherungsbranche in der Coronakrise will die Allianz ihre Unterstützung für von Betriebsschließungen getroffene Firmenkunden ausbauen.

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Viele Gastronomen sind zwar gegen Betriebsschließung versichert, doch sind Pandemien in Standardpolicen nicht ausdrücklich gedeckt.

Der Marktführer kündigte am Dienstag an, dass ein Anfang April in Bayern für die Gastronomie verabredetes Modell bundesweit auch für Firmenkunden anderer Branchen gelten soll, die eine Betriebsschließungsversicherung ohne individuelle Klauseln abgeschlossen haben. “Obwohl kein Versicherungsschutz aus der Betriebsschließungsversicherung besteht, stellt die Allianz den betroffenen Unternehmen freiwillig einen höheren zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung”, sagte Dirk Vogler, Firmenkunden-Vorstand der Allianz Versicherungs-AG.

Seit Beginn der Coronakrise gibt es vor allem von Wirten und Hoteliers zahlreiche Beschwerden gegen ihre jeweiligen Versicherer. Viele Gastronomen sind zwar gegen Betriebsschließung versichert, doch sind Pandemien in Standardpolicen nicht ausdrücklich gedeckt. In anderen Fällen sind zwar Schließungen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes versichert, doch sind dann oft bestimmte Krankheiten genannt – Covid-19 als neue Diagnose gehört nicht dazu.

Die unter Vermittlung des bayerischen Wirtschaftsministeriums vereinbarte Regelung im Freistaat sieht vor, dass die teilnehmenden Versicherungen freiwillig zehn bis 15 Prozent der vereinbarten Tagessätze zahlen. 70 Prozent können nach Einschätzung des Ministeriums durch Staatshilfen abgedeckt werden. Ursprünglich waren drei Versicherungen beteiligt, mittlerweile haben sich laut Ministerium weitere Unternehmen angeschlossen: HDI, Zurich, Signal Iduna, Gothaer und Nürnberger.

Bayerischer Kompromiss wird infrage gestellt

Die Allianz meldet ein positives Echo: “Bereits jetzt haben sich bundesweit fast zwei Drittel unserer Kunden für die Annahme des Angebotes entschieden”, sagte Allianz-Manager Vogler dazu. “In Bayern ist die Annahmequote besonders hoch. Hier haben rund 70 Prozent unserer Kunden das Geld auf ihrem Konto.” Die Allianz geht davon aus, dass viele weitere Kunden das Angebot bis Ende Mai annehmen werden. Grundsätzlich hatte Konzernchef Oliver Bäte vergangene Woche betont, die Allianz wolle für nicht versicherte Schäden auch nicht zahlen.

Allerdings stellt der frühere Vorsitzende Richter am Münchner Oberlandesgericht, Walter Seitz, den bayerischen Kompromiss infrage. In einem Gutachten kommt er zu dem Schluss, dass die Versicherungen den Schaden vollständig begleichen müssen, berichtet das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”. Der Anspruch auf Zahlung der Versicherungssumme bestehe “grundsätzlich uneingeschränkt”. (dpa-AFX/kb)

Foto: Picture Alliance

 

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