4. Juni 2020, 17:58
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bAV im Mittelstand: Mehr Gesundheits- und weniger Altersvorsorge?

Der Mittelstand ist skeptisch, dass das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) zum großen Treiber in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) wird. Dennoch setzen die Verantwortlichen auf die betriebliche Vorsorge. Vor allem gemischt finanzierte Pläne und die betriebliche Gesundheitsvorsorge stoßen auf Interesse. Das sind einige Ergebnisse der neuen Studie „Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2020“, die das  F.A.Z.-Instituts im Auftrag der Generali in Deutschland erstellt hat.

BKV in bAV im Mittelstand: Mehr Gesundheits- und weniger Altersvorsorge?

Der Fokus in der betrieblichen Vorsorge verschiebt sich. Von der Altersvorsorge Richtung Arbeitskraft- und Gesundheitsabsicherung.

Besonders hoch ist der Anteil der Mitarbeiter mit einer bAV in größeren Betrieben mit 250 bis 500 Beschäftigen. Dort sorgt jeder zweite Beschäftigte betrieblich für das Alter vor. Kräftigen Nachholbedarf gibt es dagegen nach wie vor in kleineren Betrieben. Zudem zeigt die Studie, dass die Marktdurchdringung der bAV im Topmanagementbereich besonders gestiegen ist.

Vor allem die größeren und mittleren Betriebe mit 100 bis 500 Mitarbeitern weisen jeweils die höchsten Anteile an bAV-Anwärtern unter Mitarbeitern und Führungskräften auf.  Hinsichtlich der Finanzierungswege zeigt sich, dass bAV-Modelle, die auf einer gemischten Finanzierung aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen basieren, im Vergleich zum Vorjahr am Markt kräftig wachsen konnten. Dagegen gab bei der rein arbeitnehmerfinanzierte Entgeltumwandlung kaum Veränderungen.

Betriebliche Gesundheitsvorsorge statt Altersvorsorge

Die Digitalisierung der Arbeitswelt und die digitale Transformation in den Unternehmen verändern die Arbeitssituation jedes einzelnen Beschäftigten. Das zwingt die Arbeitgeber dazu, sich mehr Gedanken darüber zu machen, wie sie ihre Belegschaft dabei unterstützen können, gesund zu bleiben.

Fast neun von zehn bAV-Verantwortlichen stimmen der These zu, dass Arbeitgeber angesichts sich ändernder Arbeitsbedingungen mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten müssen, um die Arbeitsfähigkeit der Belegschaft zu erhalten.

Um sich im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte besser zu positionieren, wollen mittelständische Arbeitgeber die bAV um Gesundheitszusatzleistungen ergänzen. Die überwiegende Zahl der bAV-Verantwortlichen ist an einer Teilübernahme der Kosten für Gesundheitskurse und Fitnessanlagen interessiert, ebenso an ergonomischer Arbeitsplatzausstattung und an betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM). Im Einzelnen sind vor allem größere Betriebe stärker an Gesundheitszusatzleistungen interessiert als mittelgroße und kleinere. Trotzdem zeigen sich auch drei Viertel der kleineren Betriebe offen für eine Teilfinanzierung von Kursen und Fitness. 
 
88 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen wollen angesichts geänderter Arbeitsbedingungen mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten, um die Arbeitskraft der Belegschaft zu sichern.

Je größer das Unternehmen, desto wichtiger ist das Thema Gesundheitsvorsorge der eigenen Mitarbeiter: Bei den Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern stimmen dieser These mit 97 Prozent fast alle befragten Unternehmen zu.

Die Zukunft der betrieblichen Vorsorge liegt nicht alleine in der Altersversorgung, sondern auch in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge sowie der Absicherung der Arbeitskraft, lautet das Fazit der Studie. (dr)

Foto: Shutterstock

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