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BU durch Krebs: Junge Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer

Frauen im Alter zwischen 21 und 30 Jahren werden doppelt so häufig berufsunfähig wegen eines Krebsleidens wie gleichaltrige Männer. Zwischen 31 und 40 Jahren sind Frauen sogar dreimal so häufig von Krebs als BU-Ursache betroffen wie Männer. Das zeigt eine Datenauswertung des Bestands an Leistungsempfängern von einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) des Lebensversicherers Swiss Life Deutschland der vergangenen zehn Jahre.

Stefan Holzer, Leiter Versicherungsproduktion Swiss Life Deutschland

 

Etwa eine halbe Million Menschen in Deutschland erkranken jährlich neu an Krebs. Rund die Hälfte der bösartigen Tumore betrifft Brust, Prostata, Dickdarm und Lunge. Die Überlebenschancen nach einer Krebsdiagnose steigen in Deutschland zwar und gehören zu den höchsten in Europa.

Mit dem Krankheitsbild Krebs geht häufig aber auch ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Berufsleben einher. Eine Datenauswertung des Bestands an Leistungsempfängern von einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) des Lebensversicherers Swiss Life Deutschland der vergangenen zehn Jahre zeigt die zum Teil deutlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

So gibt es sehr deutliche Unterschiede, ab welchem Alter Männer und Frauen aufgrund eines Krebsleidens einen Antrag auf BU-Leistung stellen: Demnach haben Frauen bereits zwischen 21 und 30 Jahren mit neun Prozent aller BU-Leistungsfälle einen doppelt so hohen Anteil an Krebs als BU-Ursache wie Männer mit knapp vier Prozent.

Zwischen 31 und 40 Jahren sind Frauen mit 15 Prozent anteilsmäßig sogar dreimal so häufig von Krebs als BU-Ursache betroffen wie Männer (fünf Prozent). Bei den Männern steigt der prozentuale Anteil von Krebs als BU-Ursache mit elf Prozent erst zwischen 51 und 60 Jahren deutlich an. Doch auch hier sind Frauen im selben Altersabschnitt mit 16 Prozent anteilsmäßig deutlich häufiger von Krebs als BU-Ursache betroffen als Männer. 

Diese hohen prozentualen Unterschiede zwischen Männern und Frauen mit Krebs als BU-Ursache lassen darauf schließen, dass Brustkrebs hier eine wesentliche Rolle spielt. Leider wird die Diagnose Brustkrebs nicht selten auch bei jüngeren Frauen gestellt.

Dank des medizinischen Fortschritts und regelmäßiger Untersuchungen zur Früherkennung sind die Heilungschancen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen und die Prognose ist mittlerweile im überwiegenden Teil der Fälle günstig.

Entsprechend hoch ist hier auch die sogenannte Reaktivierungsrate, dass heißt, dass die betroffenen Frauen häufig nach ein bis zwei Jahren wieder in ihren Beruf zurückkehren können. Bei Männern hingegen ist Prostatakrebs die häufigste Krebsform und tritt zumeist erst ab Anfang 50 auf, sodass Krebs als Ursache für eine BU erst relativ spät in den Statistiken zum Tragen kommt.

Krebs: Anteil von zehn Prozent am Bestand der BU-Rentenzahlungen von Swiss Life
Aktuell leistet Swiss Life jährlich für mehrere Hunderte Kunden, die aufgrund einer Krebsdiagnose berufsunfähig geworden sind, eine monatliche BU-Rentenzahlung. Der Anteil liegt im betrachteten Zeitraum der letzten zehn Jahre konstant bei zehn Prozent aller Leistungsfälle.

„Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen, die in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Bei Krebs erkennen wir glücklicherweise keinen Anstieg. Dennoch ist eine Krebserkrankung eine besondere Belastung für Kunden, die nicht selten auch mit dem temporären Ausscheiden aus dem Berufsleben einhergeht“, sagt Stefan Holzer, Leiter Versicherungsproduktion und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland.

60 Prozent der Deutschen haben Angst, an Krebs zu erkranken
Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Swiss Life ergab zudem, dass 60 Prozent der Befragten besonders Angst davor haben, an Krebs zu erkranken, gefolgt von der Angst vor Schlaganfall (47 Prozent) und vor Demenz an dritter Stelle (42 Prozent).

Fast jeder Zweite der Befragten kennt im Familien- oder Freundeskreis eine Person, die an Krebs erkrankt ist, wobei viele der betroffenen Personen ihren Beruf mindestens sechs Monate oder länger nicht ausüben konnten.

Mehr als 80 Prozent der Befragten haben keine Berufsunfähigkeitsversicherung für den Fall einer schweren Erkrankung. Dennoch haben mehr als 80 Prozent der Befragten keine Berufsunfähigkeitsversicherung für den Fall einer schweren Erkrankung abgeschlossen. Lediglich 14 Prozent haben ihre Arbeitskraft abgesichert. „Diese Zahlen belegen leider deutlich, dass immer noch zu viele Menschen die Bedeutung einer Absicherung ihrer Arbeitskraft unterschätzen“, so Holzer weiter.

Dabei antworten auch 38 Prozent, dass sie es bei einer Beratung durch einen Versicherungsmakler oder Vermittler durchaus als wichtig erachten, über die Möglichkeit einer finanziellen Soforthilfe informiert zu werden. Knapp jeder vierte Deutsche wird während seines Berufslebens einmal berufsunfähig. (dr)

Foto: Swiss Life