21. Juli 2020, 05:00
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Corona-Krise: Munich Re stellt weitere 700 Millionen Euro zurück

Die Corona-Krise hat dem Rückversicherer Munich Re  im zweiten Quartal weiter zugesetzt. So legte der Konzern weitere 700 Millionen Euro für versicherte Pandemie-Folgen wie den Ausfall von Großveranstaltungen zurück. Zwar blieb der Rückversicherer auch im zweiten Jahresviertel deutlicher in der Gewinnzone als von Analysten erwartet. Doch die Schaden-Rückstellungen infolge der Pandemie summieren sich seit Beginn der Krise nun bereits auf rund 1,5 Milliarden Euro.

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Joachim Wenning erwartet, dass die Unsicherheiten rund um Covid-19 den Rückversicherer bis in nächste Jahr begleiten

Und das Management um Vorstandschef Dr. Joachim Wenning erwartet, dass die Unsicherheit rund um Covid-19 noch bis ins nächste Jahr anhält. Dabei schlug sich die Munich Re in den Monaten April bis Juni nach vorläufigen Zahlen deutlich besser als von Experten erwartet.

Der Vorstand rechnet mit einem Konzerngewinn von rund 600 Millionen Euro. Das ist fast anderthalb Mal so viel, wie vom Unternehmen befragte Analysten im Schnitt erwartet hatten – aber auch fast 40 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dass es nicht schlimmer kam, begründete das Unternehmen damit, dass die Großschäden abseits von Covid-19 vergleichsweise gering geblieben seien. Zudem habe die Erstversicherungstochter Ergo gut abgeschnitten.

Der Großteil der pandemiebedingten Belastungen entfiel laut Munich Re auf den Ausfall von Großereignissen, gegen den sich die Veranstalter versichert hatten. Finanzvorstand Christoph Jurecka hatte bereits im Mai gesagt, dass die Belastung des Unternehmens allein in diesem Bereich mehr als eine Milliarde Euro erreichen könnte. So wurden die Olympischen Spiele in Japan bereits ins nächste Jahr verschoben, und auch viele andere Großveranstaltungen wurden für 2020 abgesagt.

Im zweiten Quartal verbuchte Munich Re zudem geringere Belastungen in der Lebens- und Gesundheitsversicherung sowie der Schaden- und Unfallversicherung. Dazu zählt auch die Versicherung von Unternehmen gegen Betriebsunterbrechung.

Die Munich Re hat ihr ursprüngliches Gewinnziel von 2,8 Milliarden Euro für 2020 wie viele andere Unternehmen Ende März gestrichen und seither keine neue Prognose gewagt. Jurecka hatte im allerdings im Mai gesagt, dass ihn rote Zahlen im Gesamtjahr sehr überraschen würden.

Dennoch will der Vorstand das Geld des Konzerns jetzt erst einmal zusammenhalten. Die Unsicherheit rund um die finanziellen Folgen der Coronavirus-Pandemie dürften bis Anfang 2021 nicht kleiner werden, stellte das Management klar. Zudem wittert der Konzern derzeit “ausgesprochen vorteilhafte Bedingungen für Geschäftswachstum”, für das er sein Kapital einsetzen könnte.

Daher blies der Rückversicherer den bereits ausgesetzten Rückkauf eigener Aktien im Umfang von bis zu einer Milliarde Euro für dieses Jahr nun endgültig ab. Ob das Unternehmen für die Zeit zwischen den Hauptversammlungen 2021 und 2022 ein neues Aktienrückkaufprogramm auflegt, will es Anfang kommenden Jahres entscheiden. (dpa-AFX)

Foto: dpa

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