4. Juni 2020, 11:46
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Corona-Krise treibt Nachfrage nach telefonischer Rechtsberatung in die Höhe

Noch nie haben sich so viele Kunden innerhalb kürzester Zeit bei Rechtsfragen an ihren Rechtsschutzversicherer gewandt, wie in den Wochen der Corona-Krise. Im März und April konnte Versicherten in knapp 285.000 anwaltlichen Telefonberatungen geholfen werden. In normalen Monaten sind es etwa 115.000. Das zeigt eine Sonderauswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Rechtsberatung in Corona-Krise treibt Nachfrage nach telefonischer Rechtsberatung in die Höhe

Die von Rechtsschutzversicherern angebotene schnelle und unkomplizierte rechtliche Einschätzung durch einen Anwalt am Telefon hat sich in der Krise mit all ihren Beschränkungen und Unsicherheiten bewährt: Im März gab es 150.000 anwaltliche telefonische Beratungen – gut ein Drittel mehr als im Februar.

„Allein von Mitte März bis Anfang April – also in den ersten Wochen des Lockdown – verzeichneten die deutschen Rechtsschutzversicherer die Rekordzahl von über 35.000 telefonischen Beratungen pro Woche“, sagt Thomas Lämmrich, Leiter Rechtsschutzversicherung beim GDV. Die meisten Fragen wurden zum Vertrags- gefolgt vom Arbeitsrecht gestellt, beispielsweise zu Kurzarbeit und Kündigung. Bei Fragen zum Reiserecht standen vor allem Fragen zu Stornierungen im Fokus.

Deutlich mehr Rechtsschutzfälle

„Als Folge der Corona-Krise rechnen wir mit einer deutlichen Zunahme von Rechtsschutzfällen und der damit verbundenen Kosten“, sagt Lämmrich. Vor allem im Arbeitsrecht dürften aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklungen die Schäden stark ansteigen. Allein Arbeits- und Vertragsrecht machen ein Drittel der Schäden aus.

Insgesamt bearbeiten die Rechtsschutzversicherer jährlich über vier Millionen Fälle im Jahr und leisten dafür rund 2,8 Milliarden Euro. Auf die ohnehin schon belasteten Gerichte werden voraussichtlich in nächster Zeit erheblich mehr Prozesse zukommen, beispielsweise um den Erhalt des Arbeitsplatzes oder etwa wegen der Kostenerstattung bei stornierten Reisen, glaubt der GDV.

Mehr Belastung durch steigende Anwaltsgebühren

Gleichzeitig warnt die Lobbyvertretung der Versicherungswirtschaft vor der für 2021 geplanten Erhöhung der Rechtsanwalts- und Gerichtsgebühren. Die damit verbundene Kostensteigerung würde nicht nur die Rechtsschutzversicherer, sondern vor allem auch rechtssuchende Verbraucher ohne Versicherung in der Krisensituation zusätzlich belasten.

Sinnvoll wären nach Ansicht des GDV etwa Kostensenkungen bei weniger aufwändigen Verfahren. So etwa bei der standardisierten Bearbeitung einer Vielzahl gleichgelagerter Fälle in Massenverfahren, wie zuletzt im Zuge des Dieselskandals.(dr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Continentale legt Cyberversicherung für KMU neu auf

Nur 13 Prozent aller kleinen und mittleren Unternehmen verfügen über eine Cyber-Versicherung. Dabei können Hacker-Angriffe oder Schadprogramme für Unternehmen und Freiberufler existenzbedrohend sein. Die Continentale hat ihre Cyber-Versicherung neu aufgesetzt und auch an den Beiträgen gefeilt. Neben Expertenunterstützung sind nun auch Eigenschäden und Ansprüche aus Drittschäden bereits im Grundtarif abgesichert.

mehr ...

Immobilien

Financial Advisors Awards 2020 – bewerben Sie sich jetzt!

Am 20. November 2020 werden zum 18. Mal die Financial Advisors Awards vergeben, die zu den bedeutendsten Produktauszeichnungen der Finanzdienstleistungsbranche zählen. Die Preisverleihung findet anlässlich der Cash.Gala statt. Die Bewerbungsphase ist jetzt gestartet.
mehr ...

Investmentfonds

Die eigentliche Frage im Fall Wirecard

Am Ende wird es wohl der größte Bilanzskandal in der Geschichte der Bundesrepublik sein. Allen Fragen um Konten auf den Philippinen, Fehler beim Wirtschaftsprüfer EY und Versäumnisse der Aufsicht BaFin in den kommenden Monaten muss vorangestellt werden: Warum hat niemand hinterfragt, wie Wirecard sein Geld wirklich verdient? Eine Kolumne von Lucas von Reuss, geschäftsführender Gesellschafter der Quant IP GmbH in München. Die steinbeis & häcker vermögensverwaltung gmbh agiert als Haftungsdach für diesen Fondsmanager.

mehr ...

Berater

Versicherungspflicht bei Drohnen

Es gibt rund eine halbe Millionen Drohnen in Deutschland. Und für die gilt eine Versicherungspflicht. Egal ob gewerblich oder privat genutzt. Zudem sind in vielen Hausrat-Altverträgen Drohnen nicht mitversichert. Was Drohenbesitzer sonst noch wissen müssen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds besorgt sich fünf Millionen Euro am Kapitalmarkt

Der Asset Manager Lloyd Fonds AG hat heute die Wandelschuldverschreibung 2020/24 im Nennbetrag von fünf Millionen Euro erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Die Emission stieß insbesondere bei den neuen Investoren auf positive Resonanz.

mehr ...

Recht

“Mein Name ist Hufeld”: BaFin warnt vor Fake-Anrufen und -E-Mails

In Deutschland und der Schweiz gibt es einen besonders dreisten Fall des so genannten Enkel-Tricks.  So geben sich Cyber-Betrüger als Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder seine Pressesprecherin aus. Die BaFin warnt deutlich vor falschen Anrufen und Fake-E-Mails.

mehr ...