Corona-Schutzschirm: Kreditversicherungsmakler fordern Klartext der Verhandlungspartner

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Frank Otto, Vorstand des Kreditversicherungsmaklerverbands Bardo e.V.

Die Überbrückungshilfen für Unternehmen sollen verlängert werden – über die Verlängerung des Corona-Schutzschirms für Unternehmen und ihre Lieferketten hingegen schweigen die Verhandlungspartner eisern. Die Verzögerung schadet der gesamten deutschen Wirtschaft, warnt der Verband der Kreditversicherungsmakler Bardo.

Die Überbrückungshilfen für Unternehmen sollen verlängert werden – über die Verlängerung des Corona-Schutzschirms für Unternehmen und ihre Lieferketten hingegen schweigen die Verhandlungspartner eisern. Die Verzögerung schadet der gesamten deutschen Wirtschaft, warnt der Verband der Kreditversicherungsmakler Bardo.

Die laufenden Überbrückungshilfen für Unternehmen sollen bis zum 30. Juni 2021 verlängert werden. Die Verlängerung des Corona-Schutzschirms für die Kreditversicherer hingegen, der die Unternehmen und Lieferketten vor den Folgen von Corona-Pleiten schützen soll, steht weiter in den Sternen.

Für den Internationalen Verband der Kreditversicherungsmakler Bardo ist es jetzt höchste Zeit, dass über die Verlängerung des Corona-Schutzschirms Klarheit herrscht. Der bestehende Schutzschirm läuft mit 31. Dezember aus. Bardo-Sprecher Frank Otto warnt: „Es reicht. Die Entscheidung über den Schutzschirm hätte bereits im September kommuniziert werden sollen. Das Warten darauf schadet der gesamten Wirtschaft. Denn eine wesentliche Auswirkung dieser für uns unverständlichen Verzögerung ist, dass die Warenkreditversicherer kurz davorstehen, als Branche Maßnahmen zu ergreifen, um sich selbst zu schützen.“

Massive Verunsicherung in der Branche

Das Problem: Der wirtschaftliche Fortbestand vieler Unternehmen ist unsicher. Die Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung ist bis Jahresende weiterhin ausgesetzt, und es ist nicht klar, ob und in welchem Ausmaß der Staat im Falle von Unternehmenspleiten die Ausfallhaftung für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen übernehmen wird, die ab Beginn des kommenden Jahres entstehen. Daher ist es auch für die Kreditversicherer kaum möglich, Geschäftstätigkeiten ihrer Kunden zu den bisherigen Konditionen zu versichern. Zu viele potenzielle „Zombie-Unternehmen“ sind ein zu großes Risiko.

So hat Marktführer Euler Hermes bereits eine Befristung der Limite für Kunden ab einer bestimmten Risikostufe eingeführt. Das bedeutet, dass diese Kunden mit ihrem Versicherer individuell verhandeln müssen, um nach Ablauf des bestehenden Schutzschirms am 31.12. weiterhin Versicherungsschutz zu erhalten. Auch weitere Kreditversicherer erwägen, für sich Schutzmaßnahmen einzuführen. „Die Nervosität in der Branche ist so hoch wie noch nie“, berichtet Frank Otto.

Teurer Albtraum

Experte Frank Otto betont: „Die Verlängerung ihrer Versicherungsverträge ist aufgrund dieser Maßnahmen für Kunden derzeit ein Albtraum.“ Dabei sind steigende Prämien mit Verteuerungen von 10 bis 50 Prozent das geringste Übel. „Die Kreditversicherungen riskieren, über die Laufzeit eines Schutzschirmes hinaus die Akzeptanz ihrer Kunden zu verlieren, wenn sie nicht differenziert vorgehen, statt pauschale Bereinigungen vorzunehmen“, warnt auch Bardo-Vorstandskollege Albrecht Max Vater. „Bereits jetzt merken wir, dass die Kunden nur mehr sehr selektiv Geschäfte eingehen, die das Abschließen solcher Kreditversicherungen erfordern würden.“

Insgesamt ist also eine massive Verunsicherung in der Branche und bei den Kunden aufgetreten, die die deutsche Wirtschaft einbremst. „Eine fixe Zusage der Bundesregierung über die Verlängerung des Schutzschirms um sechs, besser noch neun Monate ist momentan die einzige Möglichkeit, eine negative Kettenreaktion zu vermeiden“, so Frank Otto. Selbst eine negative Entscheidung, an der sich sowohl die Kreditversicherer als auch ihre Kunden orientieren könnten, wäre aber immer noch besser, als das eiserne und unverantwortliche Schweigen der Verhandlungspartner.

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