15. Juni 2020, 11:33
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Das sind die beliebtesten Online-Versicherungen

Mittlerweile schließt beinahe jeder Zweite in Deutschland eine Versicherung online ab. Allerdings werden vor allem einfache Produkte wie Kfz-Haftpflicht- oder Reiserücktrittsversicherungen im Netz nachgefragt. Was das digitale Einkaufserlebnis angeht, müssen viele Versicherer aber noch deutlich nachbessern. Denn viele Kunden halten den Online-Prozess für zu kompliziert und zeitaufwändig. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

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Rund jeder Zweite (46 Prozent) gibt an, bereits einmal eine Versicherung online abgeschlossen zu haben. Allerdings bestehen deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Während unter den 18- bis 64-Jährigen bereits 57 Prozent einen Online-Vertrag haben, sind es von den Senioren ab 65 Jahre nur 15 Prozent.

„In Zeiten von Kontakteinschränkungen hat es der klassische Versicherungsvertrieb über Hausbesuche oder Filialberatungen ohnehin schwer. Online-Abschlüsse von Versicherungen werden demnächst in den meisten Fällen der Standard sein“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Allerdings müssen die Anbieter nach Ansicht der Kunden noch nachbessern. So gibt jeder Dritte (35 Prozent), der bereits online eine Versicherung abgeschlossen hat, an, dass der Zeitaufwand hoch gewesen sei. 39 Prozent fanden den Online-Vertragsabschluss kompliziert.

„Die Versicherer stoßen auf Online-Kunden, die etwa von Streaming-Anbietern und Online-Shops eine maximale Nutzerfreundlichkeit gewohnt sind. Ein Produkt mit vielen Leistungen reicht alleine nicht, es muss auch online leicht zu verstehen sein und mit wenigen Klicks zum Abschluss gebracht werden können“, so Berg.

Online-Abschlüsse: Es dominieren einfache Produkte

Dies ist die Hitliste der beliebtesten Online-Versicherungen: Bezogen auf diejenigen , für die die jeweilige Versicherung überhaupt relevant ist, steht ganz vorne die Reiserücktrittversicherung. Sie wurde online von 34 Prozent der an der Versicherung Interessierten abgeschlossen.

Dahinter folgt mit 32 Prozent die Kfz-Versicherung, auf dem dritten Platz liegt die Rechtsschutzversicherung (25 Prozent). Dahinter folgen die Auslandsreisekrankenversicherung (19 Prozent), die Krankenversicherung (18 Prozent), die Unfallversicherung (17 Prozent), die Berufsunfähigkeitsversicherung (16 Prozent), die Haftpflichtversicherung (14 Prozent) sowie die Zahnzusatzversicherung (elf Prozent).

Nur selten werden bislang sonstige Rentenversicherungen (8 Prozent), Hausratversicherungen (acht Prozent), Sterbegeldversicherungen (sieben Prozent), Krankenzusatzversicherungen (sechs Prozent) sowie kapitalbildende Lebensversicherungen (fünf Prozent) und Risikolebensversicherungen (vier Prozent) online abgeschlossen.

Großes Potenzial

„Das Wachstumspotenzial für Online-Versicherungen ist riesig“, sagt Berg und verweist darauf, dass sich rund jeder dritte Befragte, für den die jeweilige Versicherung in Frage kommt, vorstellen kann, künftig eine Reiserücktrittversicherung (36 Prozent), eine Auslandsreisekrankenversicherung (36 Prozent), eine sonstige Rentenversicherung (36 Prozent) oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung (34 Prozent) online abzuschließen.

Rund jeder Vierte hält dies bei einer Rechtsschutzversicherung (28 Prozent), Kfz-Versicherung (27 Prozent) oder Zahnzusatzversicherung (23 Prozent) für möglich, jeder Fünfte bei Risikolebensversicherungen (22 Prozent), Krankenversicherung (21 Prozent), Haftpflichtversicherung (19 Prozent), Unfallversicherung (18 Prozent), Sterbegeldversicherung (18 Prozent) oder Krankenzusatzversicherung (18 Prozent).

Nur knapp dahinter liegen Hausratversicherung (17 Prozent) und kapitalbildende Lebensversicherung (15 Prozent). „Es gibt bereits heute eine nicht zu vernachlässigende Kundengruppe, die auch komplexere Produkte gerne online abschließen möchte“, so Berg. „Wenn es gelingt, die Produkte zu vereinfachen, dann wird auch die Nachfrage nach Online-Abschlüssen weiter steigen.“

Foto/Grafik: Bitkom

1 Kommentar

  1. Also der erste Teil ist sicher klar aber eine Krankenversicherung kann ja keiner online(Ausnahme Ottonova) abschließen. Da werden wohl die Anfragen gezählt.

    Kommentar von Jan Lanc — 15. Juni 2020 @ 19:30

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