20. April 2020, 11:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Akturarvereinigung warnt vor Blasenbildung bei Green Investments

Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) warnt vor den Schattenseiten ungebremster Investitionen in Green Investments. Einer immer größer werdenden Nachfrage stehe ein bisher sehr beschränktes Angebot an nachhaltigen Anlageformen gegenüber, was deren Chancen-Risiko-Profil zusehends verschlechtere. „Die Aufsicht wie die politischen Entscheidungsträger dürfen nicht zulassen, dass es zur Blasenbildung bei den Green Investments kommt“, skizziert Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung, das Problem.

Portrait Dr Guido Bader RGB in Deutsche Akturarvereinigung warnt vor Blasenbildung bei Green Investments

Dr. Guido Bader

Nach DAV-Analysen würde die Gefahr der Blasenbildung sogar noch verstärkt, wenn bei nachhaltigen Kapitalanlagen grundsätzlich geringere Risiken als bei konventionellen Investments unterstellt würden und daher für sie weniger Risikokapital vorzuhalten wäre. „Diese vielfach geäußerte politische Forderung widerspricht dem Solvency-II-Prinzip ‚same risk, same capital‘, das sich in den vergangenen Jahren bewährt hat“, erläutert Bader.

Er sieht die Gefahr, dass aus einer Blasenbildung bei den green investments neue systemische Risiken erwachsen könnten. „Welche Ansteckungsgefahr systematische Risiken für die gesamte Finanzwirtschaft haben, erleben wir seit fast zehn Jahren hautnah durch die andauernde Tiefzinssituation.“ Diese habe als weltweite Staatsschuldenkrise begonnen und sei durch die Markteingriffe der EZB zu einer Belastung für das gesamte Finanz- und Versicherungswesen herangewachsen.

Gleichwohl unterstützt die DAV ausdrücklich die Pläne der Bundesregierung, das deutsche Finanzwesen zum weltweiten Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit (ESG) auszubauen. „Wichtig ist dabei, diese zukunftsrelevante Thematik nicht nur auf Klimaschutzgesichtspunkte zu verengen, sondern auch soziale Aspekte sowie Fragen guter Governance in den Unternehmen in den Fokus zu rücken. Denn erst im Dreiklang dieser Faktoren kann nachhaltiges Handeln gelingen“, unterstreicht der DAV-Vorstandsvorsitzende Bader anlässlich der heutigen Sitzung des Sustainable-Finance-Beirats der Bundesregierung, dessen Mitglied Bader auch ist.

Um das angestrebte Ziel zu erreichen, hält der DAV eine deutliche Verbesserung der bisherigen Datenbasis notwendig. Dies betreffe vor allem Informationen über die Folgen des Klimawandels auf die Realwirtschaft und damit auf die Kapitalanlagen der Versicherer. „Durch die zusätzlichen Informationen können wir unsere Risikomodelle verbessern. Dies hat auch der Sustainable-Finance-Beirat erkannt und regt neue, einheitliche Berichtspflichten der Unternehmen sowie tiefgründige wissenschaftliche Studien an“, so Dr. Bader. (dr)

Foto: Die Stuttgarter

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Vielen geht die Wende hin zur Elektromobilität aus Klima-Gründen längst nicht schnell genug. Der Grünen-Politiker Kretschmann hat dagegen keine Eile. Ganz im Gegenteil

mehr ...

Berater

Adcada GmbH stellt Insolvenzantrag

Die Adcada GmbH aus Bentwisch (bei Rostock) hat Insolvenz angemeldet. Vorausgegangen waren unter anderem Auseinandersetzungen mit der Finanzaufsicht BaFin, die nun von Adcada für die Insolvenz mitverantwortlich gemacht wird. Das Unternehmen war auch in die Schlagzeilen geraten, weil es Anlegergeld zur Produktion von Corona-Schutzmasken einsammeln wollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...