13. Oktober 2020, 06:00
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Deutschland hat Rücken

Acht von zehn Menschen leiden unter Rückenschmerzen und seit Corona sind die Beschwerden deutlich angestiegen:  Jeder vierte BU-Leistungsfall hat seinen Ursprung im Bewegungsapparat. Prävention täte gut. Doch bei der Unterstützung für die Rückengesundheit ihrer Mitarbeiter ducken sich die Arbeitgeber oft noch weg. Das zeigt eine aktuelle Studie von Swiss Life Deutschland.

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Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten dauerhaften Erkrankungen im Job

Rückenschmerzen sind zu einer Volkskrankheit geworden“, sagt Stefan Holzer, Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss Life Deutschland. Acht von zehn Menschen litten laut einer aktuellen repräsentativen YouGov-Studie des Versicherungsunternehmens Swiss Life in den vergangenen Monaten unter Rückenschmerzen.

Knapp ein Drittel der Befragten klagte über häufige Beschwerden. Bei jedem zehnten Betroffenen traten die Schmerzen seit Corona sogar öfter auf. 37 Prozent haben aus Angst vor einer Corona-Infektion Arztbesuche verschoben und ihre Rückenleiden nicht behandeln lassen. Doch dies kann auch wirtschaftliche Folgen haben: „Erkrankungen am Bewegungsapparat sind mittlerweile der zweithäufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit“, so Holzer weiter.

Frauen leiden häufiger unter Rückenschmerzen

Die Häufigkeit von Rückenschmerzen korreliert der Umfrage zufolge mit dem Wohnort. Menschen, die in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt oder Thüringen leben, sind besonders anfällig, während die Einwohner von Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern seltener unter Rückenschmerzen leiden. Daneben gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: 38 Prozent der Frauen und lediglich 23 Prozent der Männer klagen häufig über Schmerzen.

Verschiedene Ursachen

Die Gründe für das Krankheitsbild sind laut Selbsteinschätzung der Befragten vielfältig. 39 Prozent der Menschen mit Rückenschmerzen gaben an, dass mangelnde Bewegung schuld sei. Für 35 Prozent ist eine schlechte Matratze oder ein mangelhafter Lattenrost der Auslöser; der Bürostuhl oder der Schreibtisch für 34 Prozent.

Doch wie behandeln die Deutschen ihre Schmerzen? Knapp ein Viertel der Befragten setzt auf Medikamente. „Diese sind jedoch oft wirkungslos und schaden mehr als sie nützen, weil sie nicht die Schmerzursachen bekämpfen, und bergen zudem die Gefahr erheblicher Nebenwirkungen sowie der Abhängigkeit“, berichtet Schmerzspezialist und Bestseller-Autor Roland Liebscher-Bracht. Er empfiehlt, stattdessen geeignete Übungen zu machen, die direkt an den Ursachen ansetzen. Vor diesem Hintergrund ist es erfreulich, dass die Betroffenen auch wirkungsvollere Maßnahmen zur Schmerzlinderung ergriffen haben. 41 Prozent bewegen sich mehr, 25 Prozent praktizieren Entspannungsübungen. Knapp ein Viertel hat die Matratze oder den Lattenrost ausgetauscht (24 Prozent). 

Obwohl sich die Menschen selbstbestimmt um die Verbesserung ihres Wohlbefindens kümmern, wünschen sie sich dabei mehr Unterstützung – gerade von ihren Arbeitgebern. 43 Prozent der Betroffenen klagen über fehlende Maßnahmen für einen gesunden Rücken am Arbeitsplatz. Lediglich 22 Prozent sagen, das ergonomische Arbeiten im Büro sei möglich und nur acht Prozent der Betroffenen berichten, dass der Arbeitgeber sie bei einer ergonomischen Ausstattung ihres Homeoffices unterstützt. Sport- und Entspannungsangebote bieten lediglich 17 Prozent der Arbeitgeber an.

Ein Viertel aller Berufsunfähigkeiten lassen sich auf Rückenleiden zurückführen

Laut einer aktuellen Datenauswertung von Swiss Life Deutschland, Lebensversicherer und Spezialist für Arbeitskraftabsicherung, haben Erkrankungen am Bewegungsapparat einen Anteil von 24 Prozent an allen regulierten Leistungsfällen – Tendenz steigend. „Gerade in einer schwierigen Situation möchten sich Menschen auf ihre Genesung konzentrieren und sich nicht mit finanziellen Sorgen plagen. Umso wichtiger ist eine Absicherung für ein finanziell selbstbestimmtes Leben“, so Holzer weiter. Knapp jeder vierte Deutsche wird während seines Berufslebens berufsunfähig. (dr)

Foto: Shutterstock

 

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