15. Juni 2020, 11:05
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DEVK macht Minus in der Kfz-Versicherung

Die DEVK hat das Geschäftsjahr 2019 erfolgreich abgeschlossen: Nach Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Gottfried Rüßmann war es das beste in der fast 135-jährigen Geschichte des Kölner Versicherungsvereins. Getrübt wird die Bilanz allerdings durch das Kfz-Versicherungsgeschäft: Dort stieg die Combined Ratio von 98,3 auf 103,5 Prozent.

DEVK-Zentrale-03 in DEVK macht Minus in der Kfz-Versicherung

Das DEVK-Neugeschäft entwickelte sich 2019 mit 867 Millionen Euro Neugeschäftsbeitrag (Plus 7,3 Prozent) überaus erfreulich. Nach Stückzahl lag es mit 1,9 Millionen Abschlüssen deutlich über Vorjahresniveau (Plus 6,8 Prozent). Die Anzahl der versicherten Risiken und Verträge stieg auf 15,1 Millionen. Damit wuchs der Bestand um 2,7 Prozent und die DEVK hat erneut Marktanteile hinzugewonnen. Die Bruttobeiträge der DEVK-Gruppe erhöhten sich auf über 3,6 Milliarden Euro (Plus fünf Prozent).

Das inländische Erstversicherungsgeschäft der Schaden- und Unfallversicherung wuchs um 4,8 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro Beitrag. Stärker als im Markt entwickelten sich die Einnahmen in der DEVK-Rechtsschutzversicherung: Sie steigerte ihre Beiträge um 6,1 Prozent (Branche: 2,5 Prozent) und die Zahl ihrer Verträge um 4,4 Prozent (Branche: 1,5 Prozent).

Deutlich schwächer als die Branche zeigte sich das Neugeschäft der DEVK-Lebensversicherer: Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherung (ohne Pensionsfonds) gingen um 2,3 Prozent zurück (Branche: Plus 1,3 Prozent) auf 774 Millionen Euro.

Dagegen verzeichnete die DEVK-Krankenversicherung ein kräftiges Beitragsplus. Sie wuchs mit 99,9 Millionen Euro gebuchten Bruttobeiträgen und verbesserte ihre Vorjahreseinnahme um 5,8 Prozent (Branche: 2,9 Prozent). 

Sehr erfolgreich war erneut die DEVK-Rückversicherung. Die Zahl der Kunden erhöhte sich von 357 auf 409 und erzielte nach Steuern einen Jahresüberschuss von 60 Millionen Euro (Vorjahr: 39 Mio. Euro). Die gesamten Einnahmen der DEVK-Rückversicherung inkl. Echo Re aus DEVK-fremdem Geschäft lagen bei 436 Millionen Euro – ein Plus von 24,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Volumen der Kapitalanlagen stieg im vergangenen Geschäftsjahr um 3,8 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Daraus wurde ein Netto-Kapitalanlageergebnis in Höhe von 722 Millionen Euro erzielt – das sind 21,6 Prozent mehr als 2018.

Im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft des Konzerns inklusive Rückversicherungs- und Auslandsgeschäft lagen die Bruttobeitragseinnahmen mit 2,6 Milliarden Euro 7,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Bruttobeitragseinnahmen für die Kfz-Versicherung wuchsen um 3,1 Prozent (Branche: 2,4 Prozent) auf rund 1,1 Milliarden Euro.

Die Combined Ratio in der Sparte verschlechterte sich von 93,3 auf 94,2 Prozent. In der Kfz-Versicherung machte der Versicherer, der in Deutschland zu den Top-Ten gehört, ein deutliches Minus: Die Combined Ratio stieg hier von 98,3 Prozent im Vorjahr auf 103,5 Prozent (Branche: 96 Prozent).

Aufgrund der Schadenentwicklung sank das versicherungstechnische Ergebnis vor Veränderung der Schwankungsrückstellung auf 98 Millionen Euro (Vorjahr: 132 Millionen Euro). Nach einer Zuführung zur Schwankungsrückstellung in Höhe von zwöf Millionen Euro (Vorjahr: 25 Millionen Euro) ergab sich ein versicherungstechnisches Ergebnis der Schaden- und Unfallversicherung von 85 Millionen Euro (Vorjahr: 107 Millionen Euro).

Zusammen mit den versicherungstechnischen Ergebnissen der Lebens- und Krankenversicherung sowie des Pensionsfondsgeschäfts ergibt sich ein Betrag in Höhe von 95 Millionen Euro (Vorjahr: 144 Millionen Euro). 2018 war allerdings ein Sonderertrag in Höhe von rund 60 Millionen Euro enthalten, der aus der Beendigung gruppeninterner Rückversicherungsverträge resultierte.

Das Kapitalanlageergebnis der nichtversicherungstechnischen Rechnung lag 2019 besonders wegen hoher Zuschreibungen und niedrigerer Abschreibungen auf Kapitalanlagen mit 227 Millionen Euro deutlich über Vorjahresniveau (Vorjahr 162 Mio. Euro).

Das Sonstige Ergebnis verschlechterte sich wegen gestiegener Altersversorgungsaufwendungen geringfügig von minus 114 Millionen Euro auf minus 116 Millionen Euro. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit betrug dagegen 207 Millionen Euro (Vorjahr: 191 Millionen Euro). Nach Steuern stieg der Jahresüberschuss auf über 113 Millionen Euro (Vorjahr: 82 Millionen Euro).

LV erhält Schub durch Fondspolicen

In der Lebensversicherung besonders gefragt war die 2018 etablierte Grundfähigkeitsversicherung. Positiv auf die Geschäftsergebnisse ausgewirkt hat sich auch die neue fondsgebundene Rentenversicherung.

Die DEVK-Fondsrente vario wurde zum 1. Juli 2019 eingeführt. Obwohl sie erst im zweiten Halbjahr angeboten wurde, verzeichnete sie mit rund 4.400 Stück bis Jahresende so viele Verträge, dass ihr Anteil im Neugeschäft fondsgebundener Rentenversicherungen übers ganze Jahr gesehen bereits mehr als 38 Prozent betrug.

Insgesamt legte das Neugeschäft der DEVK-Lebensversicherer nach Unternehmensangabe 2019 zu. Es konnte allerdings nicht die Abgänge kompensieren, sodass die gebuchten Bruttobeiträge der DEVK Lebensversicherungen im engeren Sinne 2019 gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent sanken. Die Beiträge der Lebensversicherung im weiteren Sinne (inklusive DEVK-Pensionsfonds) gingen um 0,6 Prozent zurück (Branche: Plus 11,5 Prozent) auf 928,7 Millionen Euro.

Nach Einnahmen und Ausgaben ergab sich für 2019 in der Lebensversicherung ein Gesamtüberschuss von 154 Millionen Euro (Vorjahr: 87 Millionen Euro). Davon wurden 90 Prozent beziehungsweise 139 Millionen Euro der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) zugeführt, dem Gewinntopf für die Versicherten.

Entgegen dem Branchentrend haben die DEVK-Lebensversicherer 2019 ihre Überschussbeteiligung für Kapital- und Rentenversicherungen erhöht – um bis zu 0,3 Prozent. 2020 hält die DEVK dieses Niveau für die mehr als 1,2 Millionen Verträge stabil.

Die laufende Verzinsung beträgt unverändert bis zu 2,7 Prozent für Verträge des DEVK Lebensversicherungsvereins sowie 2,5 Prozent für Policen der DEVK Allgemeine Leben AG. Hinzu kommen weitere Überschüsse, die die Gesamtverzinsung auf über drei Prozent erhöhen können. Die Stornoquote liegt mit 4,41 Prozent auf Vorjahresniveau.

Ausblick 2020

Die aktuellen Rahmenbedingungen – das niedrige Zinsniveau und die wirtschaftlichen Auswirkungen – werden den Kölner Versicherer in 2020 weiter beschäftigen. Für 2020 erwartet das der Konzern einen Beitragszuwachs von knapp fünf Prozent. Hauptwachstumstreiber dürften nach Einschätzung die aktive Rückversicherung und das innerdeutsche Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft sein. Auch in der Lebensversicherung verzeichnet die DEVK im bisherigen Jahresverlauf steigende Beitragseinnahmen. (dr)

Foto: DEVK

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