12. August 2020, 09:32
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Talanx: „Die Corona-Pandemie hat uns ein schwieriges erstes Halbjahr 2020 beschert“

824 Millionen Euro Coronaschäden durch  Betriebsschließungen und den Ausfall von Veranstaltungen und 190 Millionen Euro Belastung durch Naturkatastrophen. Zudem Verluste in der Kapitalanlage sowie Rückstellungen für erwartete Prämienrückgänge. Die Coronapandemie hat den Gewinn des Versicherungskonzerns Talanx  im zweiten Quartal mehr als halbiert. Mit 103 Millionen Euro fiel der Überschuss 58 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor. Aufgrund der unübersichtlichen Lage wagt Talanx-Vorstandsvorsitzender Torsten Laue keine Prognose für das Jahr 2020.

Talanx in Talanx: „Die Corona-Pandemie hat uns ein schwieriges erstes Halbjahr 2020 beschert“

Hauptsitz der Talanx-Gruppe in Hannover.

„Die Corona-Pandemie hat uns ein schwieriges erstes Halbjahr 2020 beschert“, sagte Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. „Insbesondere im zweiten Quartal, dem Höhepunkt des Lockdowns in Europa, waren die Belastungen enorm und haben unser Schadenbudget deutlich überschritten. Die Pandemieschäden herausgerechnet, wären wir in der Versicherungstechnik dagegen stabil unterwegs. Das Prämienwachstum in der Erstversicherung ist beachtlich, unsere Programme zur Profitabilisierung greifen. Dennoch müssen wir uns auch auf ein herausforderndes zweites Halbjahr einstellen. Die Corona-Pandemie hält mit noch unabsehbaren Folgen für die volkswirtschaftliche Entwicklung an. Klar ist, dass sich die Niedrigzinsphase weiter verschärft hat und zudem die Hurrikan-Saison gerade erst startet. Die Lage bleibt also sehr unübersichtlich und lässt weiter keinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 zu.“

Der Schadenaufwand durch Corona ist mit 824 Millionen Euro weitaus höher als die Belastung durch Naturkatastrophen, obwohl diese in der ersten Jahreshälfte mit 190 (138) Millionen Euro höher ausfielen als im Vorjahreszeitraum. Die größten Schäden verursachten der Tornado „Nashville“ (44 Millionen Euro) in den USA und das Buschfeuer „New South Wales“ (40 Millionen Euro) in Australien.

Umgekehrt wurden bestimmte Sparten durch Corona schadenseitig um 93 Millionen Euro entlastet. In den Geschäftsbereichen gab es trotz Corona erfreuliche Entwicklungen. So machten in der Industrieversicherung “Profitabilisierungs-Maßnahmen” weiter Fortschritte. Auch der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland komme mit dem Programm „KuRS“ gut voran, so Talanx. Im Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International lag das operative Ergebnis leicht über Vorjahr.

Das versicherungstechnische Ergebnis fiel coronabedingt um fast 60 Prozent auf -1.129 (-708) Millionen Euro. Bei den Großschäden von insgesamt 1.018 Millionen Euro entfielen 281 Millionen Euro auf die Erstversicherung und 737 Millionen Euro auf die Rückversicherung. Die Großschäden übertrafen das periodenanteilige Budget von 594 (527) Millionen Euro deutlich. Sie entfielen neben den Naturkatastrophen hauptsächlich auf die Sparten Betriebsunterbrechung und Eventversicherung.

Die Solvency-II-Quote zum 30. Juni 2020 lag ohne Übergangsmaßnahmen bei komfortablen 191 (31. März 2020: 196) Prozent und somit am oberen Ende der Zielspanne von 150 bis 200 Prozent. (dr)

Foto: Talanx

 

 

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