17. Juli 2020, 12:56
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“Die Feuerversicherung des 21. Jahrhunderts”

Die Digitalisierung hat sämtliche Bereiche der Wirtschaft erfasst. Und nahezu die gesamte deutsche Industrie ist von Wirtschaftsspionage, Datendiebstahl oder Sabotage betroffen. Allerdings haben bislang nur 13 Prozent der Firmen und Unternehmen in Cyberschutz investiert. Für kundige Vermittler eröffnet sich ein hochattraktives Segment. Ein Beitrag von Jörg Droste, Cash.

Ole-Sieverding Hiscox in Die Feuerversicherung des 21. Jahrhunderts

Ole Sieverding, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox SA Deutschland: “Die Cyberversicherung ist die Feuerversicherung des 21. Jahrhunderts.”

Am Ende ging es ganz schnell: Präsent war das Coronavirus Sars-Cov-2 in Deutschland bereits seit Ende Januar. Stufte zu diesem Zeitpunkt das Robert-Koch-Institut die Gefahr als „noch gering“ ein, galt das Gefährdungspotenzial Mitte März als „hoch“ und am 26. März dann als „sehr hoch“.

Was folgte, war eine Vollbremsung des gesamten öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens. Lockdown. Millionen Arbeitnehmer wurden quasi über Nacht ins Homeoffice versetzt. Es folgte eine Rosskur in Sachen digitalen Arbeitens, weil beinahe ganz Deutschland den Bürojob von zu Hause aus erledigen musste und muss. Die neue Berufswelt mit Firmenlaptops oder privaten Computern ist ein Eldorado für Cyberkriminelle.

Nach Angaben von Gdata Cyber Defense wurden im März 2020 rund ein Drittel mehr Attacken abgewehrt als im Februar. „Wer von zu Hause arbeitet, sollte immer daran denken, dass der Dienstcomputer mit dem Firmennetz verbunden ist“, warnt Tim Berghoff, Security Evangelist bei Gdata Cyber Defense.

Noch kritischer sei es, wenn die Anwender ihren privaten Rechner nutzen, um im Firmennetzwerk zu arbeiten. Denn Privatrechner können nicht einfach durch Gruppenrichtlinien oder andere Maßnahmen der IT zentral abgesichert werden – das Risiko für Cyberattacken und Infektionen steigt.

Für Ole Sieverding, Underwriting Manager Cyber bei Hiscox SA Deutschland, ist die Entwicklung völlig nachvollziehbar. „Zwar ist die Akzeptanz und Selbstverständlichkeit des digitalen Arbeitens in kürzester Zeit stark gestiegen. Allerdings konnte das Sicherheitsbewusstsein und die Sensibilisierung für Cybergefahren nicht im selben Maße mitziehen“, erklärt er.

Spätestens jetzt im neuen Alltag müsse es darum gehen, dies auch nachhaltig sicher zu betreiben. „Natürlich haben auch wir ziemlich schnell Schäden mit Corona-Bezug gemeldet bekommen – in Zeiten der Unsicherheit ist es typisch, das Kriminelle dies ausnutzen, auch weil auf Unternehmensseite schneller Fehler gemacht werden.“

 

Seite 2: Viele Nachfragen zum Thema Cybersicherheit

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